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Aktenzeichen XY ... ungelöst: Wo ist mein Kind? Spurensuche im TV

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"Aktenzeichen XY … ungelöst": Wo ist mein Kind?

24.03.2011, 15:21 Uhr | mmh, ZDF

Aktenzeichen XY ... ungelöst: Wo ist mein Kind? Spurensuche im TV. Tanja Gräff ist mit 17 Jahren nach einer Studentenparty spurlos verschwunden. (Foto: ZDF)

Tanja Gräff ist mit 17 Jahren nach einer Studentenparty spurlos verschwunden. (Foto: ZDF)

Verschleppt, ermordet, verschwunden, verunglückt: "Wo ist mein Kind?“ Eindringlich ist diese Spezial-Sendung der ZDF-TV-Serie "Aktenzeichen XY …. ungelöst“, die sich allein dem Thema "Verschwundene Kinder“ widmet. Mehr als 1700 Kinder gelten in Deutschland als verschwunden. Vier dieser Fälle wurden von Rudi Cerne vorgestellt. Es geht um Spurensuche und mögliche Hinweise zur Aufklärung der Fälle, die schon Jahre zurückliegen. Und es geht vor allem um das Hoffen und Bangen von Eltern, Großeltern und Geschwistern, um die schrecklich quälende Unsicherheit, darüber was Katrin, Tanja, Emin und Felix zugestoßen ist.

"Aktenzeichen XY … ungelöst" auf Spurensuche vermisster Kinder

"Alles ist noch so geblieben, wie es war, so soll es auch bleiben, denn der Felix kommt ja wieder“, sagt Johann Schmitz. Er sitzt inmitten der Kuscheltiere im Zimmer seines Enkels Felix, den weißen Teddy im Arm und denkt wie so oft an Felix, der seit fünf Jahren vermisst wird, damals war er zwei Jahre alt. Die Polizei, Verwandte, Freunde, ein Privatdetektiv hatten nach ihm gesucht, es gab viele Spuren, auch zu einer esoterischen Vereinigung in Portugal, doch Felix blieb verschwunden, wie 1700 andere Kinder in Deutschland. 250 Vermisstenanzeigen treffen täglich bei der Polizei ein, aber nur die wenigsten bleiben länger als ein Jahr vermisst. "Ein Kind zu verlieren ist das Fürchterlichste, was passieren kann, eine Krankheit ist nichts gegen diese Unsicherheit“, sagt die Oma, Maria Schmitz. Felix´ Opa ist sich sicher, dass sein Enkel wieder kommt.

"Das Schlimmste, was passieren kann“

Vier Fälle stellt Moderator Rudi Cerne in der Live-Sendung vor. Vier Schicksale, vier verzweifelte Familien. Fahndungserfolge werden geschildert, moderne Ermittlungsmethoden der Polizei erklärt, dringende Appelle an Zeugen gerichtet, wie in jeder anderen Sendung. Doch es ist diesmal anders, denn das Thema ist so entsetzlich traurig. "Ein Kind zu vermissen ist auch aus psychologischer Sicht das Schlimmste, was passieren kann", erklärt der Psychologe Georg Pieper, der häufig traumatisierte Menschen betreut.

Die Folgen des dauernden Spannungszustandes zwischen Aktivität, neuer Hoffnung und den wiederholten Enttäuschungen kann auch körperlich krank machen. Betroffene leiden an psychosomatischen Erkrankungen wie Bauch- Rücken- oder Kopfschmerzen oder an Verdauungsproblemen.

Wenn Fantasien quälen

An einem bestimmten Punkt können, so Pieper, Freunde und Verwandte nicht mehr weiter helfen, "dafür sind wir Therapeuten da. Das ist dann so weit, wenn Fantasien quälen, wenn sich immer wieder die Frage stellt: Was ist mit meinem Kind passiert? Wird mein Kind gequält oder missbraucht?“

Mandy (27) und Nadine (26) müssen ohne psychologische Unterstützung fertig werden. Seit zehn Jahren warten sie auf ihre Schwester, "das Mädchen mit dem schönen Lächeln“. Katrin Konert war damals als sie am Neujahrstag 2001 verschwand, 15 Jahre alt. "Als hätte sich ein Loch aufgetan und sie wäre darin verschwunden“, so empfindet Nadine. "Wenn sie wiederkommt, werde ich sie umarmen und nicht mehr los lassen“, sagt Mandy.

Verschleppt, ermordet, gefangen, tot?

Mandy fragt sich immer wieder: "Wie war sie drauf an dem Tag? Ist sie zu jemandem ins Auto gestiegen? Ist sie verschleppt, ermordet, lebt sie, ist sie tot?“ Immer zu Katrins Geburtstag kommt die Familie zusammen, erzählt Nadine, "man wünscht sich nichts mehr, als dass sie mit am Tisch sitzt.“

430 Hinweisen ging die Polizei in den vergangenen Jahren nach, keiner hat sie zu Katrin geführt. Es wurde mit Spürhunden und Hubschraubern gesucht, Bewohner gefragt und Gewässer abgesucht - ohne Erfolg.

Emotionale Herausforderung für die Polizei

Auch Polizisten sind in solchen Fällen emotional aufgewühlt. Sie wünschen sich die Fälle zu klären, um den Angehörigen Sicherheit über das Schicksal des Kindes zu ermöglichen, auch sich selbst.

Im Fall Katrin Konert organisierte der zuständige Kriminalkommissar eine Plakat-Aktion, die an Katrin erinnerte und appellierte weiter zu suchen. Das Fatale an diesen Fällen: Es gibt weder einen Tatort, noch einen Tathergang. In den meisten Fällen auch wenig andere Anhaltspunkte.

Moderne Polizei-Technik im Einsatz

Kinder verändern sich rasch. Deshalb ist es gerade in diesen Fällen, die sich über so viele Jahre hinziehen, wichtig, zu bedenken, dass aus Kindern junge Erwachsene geworden sind. Die Kinderfotos zur Suche sind längst nicht mehr aktuell. "Age progressing program“ heißt das Gesichtserkennungsprogramm, dass beispielsweise in Katrins Fall angewandt wurde, um aus der damals 15-Jährigen eine junge Frau mit 25 Jahren zu machen. Mit dieser Methode wurden in den USA bereits 900 Kinder gefunden.

"Das hat unser Leben zerstört"

Auch bei Emin Önen wurde diese Technik angewandt, denn sein Verschwinden liegt sogar schon 18 Jahre zurück, damals war er zehn. "Das hat unser Leben zerstört“, sagt seine Mutter. "Ich frage mich jeden Tag, mein Sohn bist du satt, hast du Hunger, geht es dir gut an dem Platz an dem du bist?“

200 Verwandte halfen bei der Suche. Die Familie setzte eine Belohnung aus, doch sie wurde sogar noch erpresst. Einmal dachte die Polizei, sie hätte Emin in Darmstadt gefunden, doch das Kind sah ihm nur täuschend ähnlich. Wieder eine enttäuschte Hoffnung.

Die Familie ist gewachsen und hofft, dass Enim wieder zu ihr kommt. "Enims Elternhaus ist unverändert, er soll es wiedererkennen, wenn er zurückkommt und das hoffen alle in der Familie“, sagt sein Bruder.

Erinnerungen tun weh

Doch "die Erinnerungen tun weh, man vermeidet sie“, das weiß Waltraud Gräff, deren 17-jährige Tochter Tanja von einem Fest an der Fachhochschule in Trier nie mehr zurückkam. "Ich vermisse alles, ihr Wesen, allein das Wort, wenn sie 'Mama' sagt.“

Sie wünscht sich Klärung des Schicksals von Tanja. "Der Fantasie einer Mutter sind keine Grenzen gesetzt, was einer jungen Frau passiert sein kann.“ Tanjas Vater betet täglich, dass sie den Weg nach Hause wieder findet. "Unsere Tochter war unsere Zukunft, und diese Zukunft ist weggebrochen. Ohne Zukunft weiterzuleben ist gar nicht so einfach.“ Allein zum Fall Tanja gingen nach der Sendung 21 Anrufe ein, mit Hinweisen.

Hoffnungsschimmer: Fall Kampusch

Eine Hoffnungsträgerin für alle, die unter dieser quälenden Unsicherheit leiden müssen, ist Brigitta Sirny-Kampusch, die Mutter von Natascha Kampusch, die im Jahr 2006 nach acht Jahren Gefangenschaft in einem Kellerverlies fliehen konnte.

Das sind die vier vermissten Kinder

Felix Heger - vermisst seit 2006
Felix Heger ist im Alter von drei Jahren spurlos verschwunden. Sein von der Familie getrennt lebender Vater hatte das Besuchsrecht für den Jungen. Als er ihn 2006 abholt, um das Wochenende mit ihm zu verbringen, kommt es zur Katastrophe. Zunächst werden Vater und Sohn vermisst. Dann finden Spaziergänger die Leiche des 39-jährigen Mannes. Von Felix fehlt weiterhin jede Spur. Hat der Vater seinen Sohn mit in den Tod genommen? Oder lebt Felix noch? Seine Großeltern haben die Hoffnung bis heute nicht aufgegeben, ihren Enkel doch noch lebend zu finden. Die Spur führt bis nach Portugal.

Katrin Konert - vermisst seit 2001
Katrin Konert ist als 15-Jährige am Neujahrstag vor zehn Jahren auf dem Heimweg verschwunden. Sie verbrachte den 1. Januar bei ihrem Freund. Als sie am frühen Abend nach Hause möchte, setzt Blitzeis ein. Niemand ist bereit, sie nach Hause zu fahren. Deshalb stellt sie sich an die Bushaltestelle. Dort wird sie von Zeugen das letzte Mal gesehen. "Es ist, als ob sich die Erde aufgetan und Katrin verschluckt hätte", sagt ihre ältere Schwester heute. Können die XY-Zuschauer helfen, doch noch eine Spur von dem Mädchen zu finden?

Tanja Gräff - vermisst seit 2007
Tanja Gräff, die lebenslustige Studentin, hat sich inmitten 10.000 feiernder Studenten scheinbar in Luft aufgelöst. Auf dem jährlichen Sommerfest der Fachhochschule Trier trifft sich Tanja Gräff mit vielen Freunden und Kommilitonen. Sie feiern bis in die frühen Morgenstunden. Tanja wird noch einmal mit einem bislang fremden Mann gesehen. Danach verliert sich ihre Spur. Heute, nach fast vier Jahren, hoffen die Eltern, endlich Gewissheit über das Schicksal ihrer Tochter zu erlangen.

Emin Önen - vermisst seit 1993
Emin Önen, ein elfjähriger Junge aus Kerpen-Buir in Nordrhein-Westfalen, verschwindet ohne eine Spur zu hinterlassen, nur wenige hundert Meter von seinem Elternhaus entfernt. Es war ein sonniger Sonntag im Mai 1993, als das fünfte Kind von insgesamt acht Geschwistern das Haus seiner Eltern verlässt. Er will einen Freund besuchen, doch der ist nicht zu Hause. Emin wird in der Nähe des Gemeindehauses noch von zwei Zeugen gesehen. Einige Stunden später fahren zwei weitere Zeugen an einer Bundesstraße in Buir an dem Jungen vorbei - das ist das letzte Lebenszeichen von ihm. Ist Emin zu einem Fremden ins Auto gestiegen? Seit fast 18 Jahren ist Emin verschwunden - aber seine Familie hofft noch heute auf eine Rückkehr des Jungen. In der Sendung sprechen die Eltern auch darüber, wie stark solch ein Ereignis ihre Familie verändert hat.

 


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