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Für viele Jungs ist Lesen uncool

31.03.2011, 11:08 Uhr | dpa

Für viele Jungs ist Lesen uncool. Christine Kranz, Referentin für Leseförderung bei der Stiftung Lesen im Interview: "Jungs ticken einfach anders". (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Christine Kranz, Referentin für Leseförderung bei der Stiftung Lesen im Interview: "Jungs ticken einfach anders". (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Viele Jungs lesen nicht gern. Das ist eine altbekannte und vielbeklagte Tatsache. Seit Jahren versuchen Leseförder-Organisationen und natürlich auch Verlage und Buchhandel, den männlichen Nachwuchs mit attraktiveren Geschichten und speziellen Jungs-Büchern zu locken. Dabei gibt es einiges zu beachten, denn "Jungs ticken einfach anders", sagt Christine Kranz, Referentin für Leseförderung bei der Stiftung Lesen, in einem Interview zum "Internationalen Kinderbuchtag" am 2. April, dem Geburtstag des dänischen Erzählers Hans Christian Andersen (1805-1875).

Warum lesen Jungs eigentlich weniger als Mädchen?

Kranz: Jungs erleben meist von klein auf an, dass Lesen "weiblich" ist. Sie sehen es bei der Mutter, der Oma, der Erzieherin, der Lehrerin. Vielen gilt es daher als uncool und als "Weiberkram". Zudem gibt es zwei "Leseknicks" - einen im Alter von acht bis neun und einen mit etwa zwölf Jahren, da lässt das Interesse spürbar nach.

Warum gerade dann?

Kranz: Jungs suchen nach ihrer männlichen Identität, wollen keinesfalls als Streber gelten. Sie wollen sich auch abgrenzen. Ab sieben oder acht Jahren brauchen die Geschichten unbedingt auch eine männliche Identifikationsfigur. Mädchen haben da weniger Berührungsängste.

Gibt es denn inzwischen mehr gute Jungs-Bücher?

Kranz: Ja, unbedingt. Da hat sich richtig viel getan. Auch Helden wie Harry Potter haben da viel geleistet. Jungen lieben Fantasygeschichten. Gerade Serien und Mehrteiler sind perfekt für die Leseförderung von Jungs. Sie sind schnell im Thema, kennen die Hauptfiguren und müssen sich nicht erst lange hineinlesen. Auch Artemis Fowl von Eoin Colfer ist ein gutes Beispiel. Oder Gregs Tagebuch. Kurze, aufgelockerte Texte, gern mit Bildern.

Das klingt nicht besonders schmeichelhaft für die Jungs.

Kranz: Jungs stehen dafür oft eher auf aufwendige Sachbücher als die Mädchen. Dieser Markt ist geradezu explodiert. Jungs sind häufig detailinteressierter, wollen genau wissen, wie das Feuerwehrauto funktioniert oder die Dinosaurierarten heißen.

Könnten iPad, E-Books und sogenannte Vorlesestifte die Jungs zum Buch bringen?

Kranz: Ja, das ist eine von vielen Möglichkeiten. Auch die Bilderbuch-Apps finde ich gut. Sie sind dem Buch näher als dem Computer. Allerdings sollte es immer eine Ergänzung sein, kein Ersatz. Natürlich für Mädchen ganz genauso.

Sie haben selbst vier Jungs. Lesen die denn?

Kranz: Drei davon ja - ich arbeite daran ...

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