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Schickes Mini-Ich: Kinder tragen Erwachsenen-Klamotten

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Immer mehr Kinder tragen Erwachsenen-Klamotten

26.04.2011, 10:40 Uhr | dpa

Schickes Mini-Ich: Kinder tragen Erwachsenen-Klamotten. Katie Holmes und Tom Cruise mit Tochter und "Mode-Ikone" Suri. (Foto: dpa)

Katie Holmes und Tom Cruise mit Tochter und "Mode-Ikone" Suri. (Foto: dpa)

Sie tragen Stöckelschuhe, Miniröcke und enge Lederjacken: Nicht nur die Prominenten sind immer top gestylt. Neuerdings sind auch ihre Kinder Fashion-Vorbilder. Doch nicht alles, was normale Kinder davon im Kindergarten tragen sollen, ist auch kinderfreundlich.

Kinder der Stars sind Vorbilder 

Die fünfjährige Suri Cruise, Tochter der US-Schauspieler Tom Cruise und Katie Holmes, tippelt auf Absatzschuhen über die Straße. Angelina Jolies Kinder spielen in engen Röhrenjeans. Und der erst achtjährige Romeo Beckham, Sohn von David und Victoria Beckham, trägt einen Nadelstreifenanzug - er wurde dafür in diesem Jahr zu einem der bestangezogenen Briten gekürt. Was Erwachsene nicht immer als bequem empfinden, wollen neuerdings ihre Kinder tragen. Ihre kleinen Vorbilder, die Kinder der Stars, machen es vor.

Kinder-Mode orientiert sich immer mehr an Erwachsenen-Trends

Wer den Blick durch die Kinderabteilungen von Modeketten und Boutiquen schweifen lässt, stellt fest, dass die Kollektionen für Kids zunehmend den Trends der Erwachsenen-Mode entsprechen. Diesen Eindruck bestätigt die Kindermode-Expertin Andrea Hackenberg: "Wir beobachten, dass Modetrends aus der Erwachsenenwelt immer schneller im Kleinformat für Kinder umgesetzt werden." So hat beispielsweise die Firma s.Oliver Chino-Hosen und Jersey-Blazer für Damen und Herren nun auch in den Juniorgrößen 92 bis 134 im Programm. Bei Tom Tailor erhält man statt der guten alten Latzhose einen Jumpsuit mit Neckholder, bei Otto gibt es Haremshosen für Kleinkinder. Und wer seinem Nachwuchs anstelle von klassischen Klettverschluss-Tretern lieber trendige Römersandalen anziehen möchte, wird etwa bei Naturino und C&A fündig.

Kleine Kopien der Erwachsenen

"Das alles folgt den Regeln des 'Mini Me'-Stils, dessen Ziel es ist, sich dem Look des Vaters oder der Mutter möglichst weit anzunähern", erläutert Hackenberg, die für das Fachmagazin "Textilwirtschaft" die Trends der Kindermode analysiert. Entsprechend erfolgreich würden sich derzeit Kids-Kollektionen, die beinahe eine Kopie der Programme für die Erwachsenen sind, verkaufen. "Allerdings sollten die Röcke nie zu kurz und die Ausschnitte nie zu tief sein", warnt Johnnie Boden, Gründer des Modeunternehmen J. P. Boden.

Die Modekollektionen der Sprösslinge von Cruise, Beckham und Madonna

Neben der "Mini Me"-Welle gibt es eine zweite Erklärung für den Wandel in der Kindermode: Seit etwa Kinder-Vorbild Suri Cruise im Designerkleid in der Boulevard-Presse zu sehen ist, sprechen Experten vom "Suri-Effekt". Hackenberg erläutert: "Promi-Kinder werden zu global beachteten Stil-Ikonen hochgejubelt und verschaffen damit insbesondere sehr teuren Marken mehr Aufmerksamkeit und höhere Umsätze." So wundert es nicht, dass schon die Kleinen für Modefirmen Kollektionen herausbringen: Madonnas erst 14-jährige Tochter Lourdes Ciccone hat eine eigene Bekleidungslinie auf dem Markt, und Romeo Beckham lancierte eine von ihm designte Sonnenbrillen-Kollektion. "An ihm zeigt sich deutlich der Stil der Eltern", urteilt der Stilberater Andreas Rose. Auch Lourdes Kollektion "Material Girl" erinnere mit ihren 80er-Jahre-Entwürfen verdächtig an die erfolgreiche Mama. Für Hackenberg ist das kein Zufall: "Promi-Kinder, die selbst als Designer tätig werden, profitieren zunächst vom großen Namen ihrer Eltern." Allerdings ließe sich von außen nur schwer einschätzen, wie viel sie tatsächlich zu der Kollektion beigetragen haben.

Deutsche kleiden ihre Kinder preisbewusst

Dass kleine Mädchen in Deutschland demnächst im Designerkleid in Richtung Kindergarten stöckeln, ist Hackenberg zufolge aber nicht zu befürchten: "Hierzulande fehlt der Markt für solche Eskapaden, denn deutsche Eltern kleiden ihren Nachwuchs auch dann sehr preisbewusst, wenn ihnen ein hohes Einkommen zur Verfügung steht." Das belegen auch die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der GfK Textilmarktforschung im Auftrag der "Textilwirtschaft" vom Mai 2010. Diese besagen, dass Eltern, die monatlich über 2500 Euro netto oder mehr verfügen, mehrheitlich davon überzeugt sind, dass Kinderkleidung aus dem Discounter der aus dem Fachhandel qualitativ in nichts nachstehe.

Franzosen und Italiener geben mehr Geld für Kinderkleidung aus 

Doch dies sei nicht überall so, meint Rose: "Während in Deutschland immer noch säckeweise gebrauchte Kinderklamotten an befreundete Mütter weitergereicht werden, ist diese Vorstellung in Frankreich fast undenkbar. Auch der italienische Familienvater spart lieber bei der eigenen Kleidung, um seiner Tochter die trendigen Glitzerballerinas kaufen zu können."

Praktische Kleidung soll trotzdem trendy und cool sein

Laut Hackenberg hat der "Suri-Effekt" den Blick der Deutschen auf die Kindermode allerdings etwas verändert. Jungen und Mädchen sollen nun nicht mehr nur praktisch, sondern auch cool und schick angezogen sein. Jungs tragen im Sommer 2011 lässige Jeans in leichter Vintage-Optik und Cargoshorts, erläutert Rose die aktuellen Trends. Auch Klamotten mit Bauernkaros seien in. Mädchen tragen romantische Sommerkleider mit Blumenmuster im Stil der 70er Jahre oder gestreifte Outfits, wie etwa bei Mini Boden zu sehen. Daneben blieben weite und bequeme Tuniken, Röcke und Strickjacken angesagt, die zu Leggins oder Röhrenjeans kombiniert werden können. Das ist etwa im Sortiment von Ernsting's Family, Zara, Otto und Nononsense zu sehen. Neben den klassischen Kinderfarben Rosa und Hellblau sind schmutzfreundliches Grau und Braun sowie Türkis in.

Kinder dem Alter entsprechend kleiden

Gute Kinderkleidung sollte Bewegungsfreiheit garantieren, hautfreundlich, sicher und so strapazierfähig sein, dass sie mehrere Wäschen übersteht", rät Hackenberg Eltern außerdem für den Einkauf. Auch funktionelle Details wie Lichtreflektoren an Jacken und Anziehhilfen wie Druckknöpfe seien unverzichtbar. Selbst Modeunternehmer Johnnie Boden findet, dass Kindermode in erster Linie funktional und kindgerecht sein sollte: "Ich persönlich möchte nicht, dass meine Kinder wie Erwachsene aussehen. Daher ist mein Rat an alle, sich dem Alter entsprechend zu kleiden", sagt er. Und wird noch deutlicher: "Auch wenn ich selbst in der Modebranche tätig bin, denke ich, dass man den Fokus nicht zu stark auf Kleidung setzen sollte. Es gibt weitaus wichtigere Dinge im Leben."

 

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