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Altersempfehlungen für Kinder- und Jugendbücher sind schwierig

03.06.2011, 09:28 Uhr | dpa

Altersempfehlungen für Kinder- und Jugendbücher sind schwierig. Eltern und Lehrer sind unsicher, ob sie Kindern auch düstere Abenteuer zumuten können. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Eltern und Lehrer sind unsicher, ob sie Kindern auch düstere Abenteuer zumuten können. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Konstanzer Wissenschaftler haben eine Software entwickelt, die helfen soll. Aber auch dabei gilt: Eltern haften für ihre Kinder. Ab wann kann man "Harry Potter" lesen? Viele Eltern und Lehrer sind unsicher, ob sie ihren Kindern und Schülern die düsteren Abenteuer schon zumuten können. Eine neue Software von Wissenschaftlern der Universität Konstanz soll die altersgerechte Lektüreauswahl erleichtern.

Altersempfehlungen vom Verlag sind meist zu niedrig

Der Informatik-Professor Daniel Keim, selbst Vater von vier Kindern, analysierte mit seinen Kollegen rund drei Dutzend Bücher und stellte fest: Die Verlage setzten mit ihren Empfehlungen das Lesealter eher zu niedrig an. Andrea Steinbrecher von der Stiftung Lesen kennt das Problem. In Einzelfällen sei man schon drei, vier Jahre von der Verlagsempfehlung abgewichen, sagt sie.

Hauptfigur ist ein bis zwei Jahre älter als Zielgruppe

Der Ravensburger Verlag hat gerade während des laufenden Produktionsprozesses ein Piratenbuch von zehn auf zwölf Jahre hoch gestuft. "Wir fanden ein höheres Alter dann doch angemessener", erklärt die Abteilungsleiterin Ulrike Schuldes. Für die Altersempfehlungen gebe es keine festen Vorschriften. Die Lektoren orientierten sich unter anderem am Thema, an der Komplexität oder dem Umfang des Buchs. Entscheidend sei auch das Alter der Hauptfigur, die in der Regel ein bis zwei Jahre älter als die Zielgruppe ist.

"Age Suitability" analysiert Komplexität der Handlung

Die Informatiker Johannes Fuchs und Franz Wanner haben nach Rücksprache mit Verlagen und Buchhändlern einen ähnlichen Kriterienkatalog entwickelt. Das Programm "Age Suitability" analysiert etwa die Verständlichkeit der Sprache, die Komplexität der Handlung, sowie positive und negative Emotionen. In übersichtlichen Balkendiagrammen können sich Nutzer ein Bild über die Emotionen machen und in kritische Textstellen hineinlesen. Ermittelt werden die Emotionen anhand bestimmter Wörter, die Freude, Trauer oder Hass ausdrücken. Auch das Genre wird erkannt.

Siebter Teil von Harry Potter ist eigentlich erst ab zwölf

Die Empfehlungen der Verlage und des Computerprogramms liegen teils Jahre auseinander. Während etwa der Carlsen Verlag nach eigenen Angaben alle "Harry Potter"-Bände ab zehn empfiehlt, ist der siebte Teil laut Konstanzer Software von der Lesbarkeit her erst ab zwölf. Der für Kinderbücher typisch grüne Balken hat sich im Punkt Lesbarkeit beim siebten Teil "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" rot verfärbt. Und bei den negativen Emotionen ist der Wert gut doppelt so hoch wie im ersten Teil.

"Harry Potter ist kein Buch für Zehnjährige"

Der Software-Entwickler Fuchs findet das Buch wegen der düsteren Stimmung und der Handlung rund um das Thema Tod erst für 13- oder 14-Jährige geeignet. "'Harry Potter und die Heiligtümer des Todes' ist kein Buch für Zehnjährige", räumt auch eine Sprecherin des Carlsen Verlags auf Nachfrage ein.

Eltern können sich nicht aufs Programm verlassen 

Bislang gibt es das Konstanzer Programm nur als Prototyp. Doch die Wissenschaftler glauben, dass die Software für Verlage, Eltern und Jugendschutzstellen interessant sein könnte. Allerdings müssten die Verlage für eine allgemeine Nutzung erst die Texte digital zur Verfügung stellen. Blind auf das Programm verlassen können sich Eltern ohnehin nicht. Denn einen konkreten Alterswert gibt der Computer nur beim Punkt Lesbarkeit an.

Eltern müssen immer noch selbst entscheiden

Ob das Thema für ihr Kind geeignet ist, müssen die Eltern immer noch selbst entscheiden. Schließlich könnten zwei Kinder im gleichen Alter ganz unterschiedlich weit entwickelt sein, sagt Fuchs. Der Ravensburger Verlag sieht das genauso. Letztendlich liege die Verantwortung bei den Eltern, betont Schuldes. "Keiner kennt schließlich das eigene Kind besser."

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