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Workcamps verbinden Ferien und Arbeit: Gemeinsam Gutes tun

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Gemeinsam Gutes tun: Workcamps verbinden Ferien und Arbeit

08.06.2011, 09:34 Uhr | dpa-tmn

In den Ferien arbeiten, aber nicht zu Hause bleiben: Beides lässt sich in einem Workcamp verbinden. Für ein paar Wochen engagieren sich Jugendliche dort für ökologische, kulturelle oder soziale Projekte. Geld verdient man zwar keins, sammelt aber jede Menge Erfahrung.

Kulturelle Lebenserfahrungen sammeln

Ins Ausland reisen, neue Leute kennenlernen und arbeiten - all diese Ziele lassen sich in einem Workcamp auf einen Schlag verwirklichen. Jugendliche aus verschiedenen Ländern treffen dort aufeinander und arbeiten für einige Zeit gemeinsam an einem Projekt.

"In Workcamps leben Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von etwa 15 bis 26 Jahren meist für zwei bis vier Wochen zusammen und unterstützen mit ihrer Arbeitskraft ein gemeinnütziges und sinnvolles Projekt", erklärt Arno Thomas, Vertreter der Trägerkonferenz der Internationalen Jugendgemeinschafts- und Jugendsozialdienste. "Außerdem verbringen sie ihre Freizeit zusammen, lernen eine fremde Kultur kennen und können neue Freunde gewinnen." Die Idee sei, fernab von Eltern und Schule ganz neue Lebenserfahrungen zu sammeln.

Ökologische Projekte im Regenwald, Spanien und Deutschland

Dabei gibt es verschiedene Arten von Workcamps. "Zum einen werden Projekte zu ökologischen oder Naturschutz-Themen angeboten", sagt Thomas. Dazu zählen Arbeiten in einem Regenwald in Lateinamerika, in einem Trockenmoor in Spanien oder zur Renaturierung eines Baches in Frankreich. International besetzte Workcamps finden auch in Deutschland statt.

Sozialcamps und Medienproduktionen bleiben nicht aus

Andere Camps legen ihren Schwerpunkt auf soziale Themen. "Das kann die Arbeit mit älteren Menschen, Kindern oder Menschen mit Behinderungen sein", erklärt Thomas. Der dritte Themenkomplex sind Projekte zur Restaurierung oder Renovierung, zum Beispiel von denkmalgeschützten Gebäuden oder in die Jahre gekommenen Spielplätzen und Kindergärten. Außerdem gibt es als vierte Säule Studycamps, etwa Theater- und Medienwerkstätten, in denen die Jugendlichen beispielsweise für lokale Radio- oder Fernsehsender Beiträge produzieren.

Meist ist die Campsprache English

Einer der als gemeinnützig registrierten Anbieter sind die ijgd - kurz für Internationale Jugendgemeinschaftsdienste aus Berlin. "Wir bieten Workcamps in Deutschland und im Ausland an", erklärt Sprecherin Sylva Ullmann. In beiden Fällen kommen Jugendliche aus verschiedenen Ländern zusammen. "Englisch ist dann meist die Campsprache."

Ferienjob und Bildungsreise in einem

Ullmann bezeichnet die Projekte als "Mittelding zwischen Ferienjob und Bildungsreise". Immerhin müssten die Teilnehmer bereit sein, bis zu fünf Stunden am Tag an einem gemeinnützigen Projekt zu arbeiten. Geld bekommen sie keins - dafür sind die Unterkunft und die Verpflegung kostenfrei. Außerdem sind die Wochenenden und mehrere Stunden des Tages frei. "Häufig wird dann gemeinsam etwas unternommen, oft organisieren die Partner vor Ort spannende Ausflüge oder Ähnliches."

Auch die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) bietet Workcamps an, in denen Jugendliche einige Stunden am Tag in verschiedenen Projekten arbeiten. "Das können Angebote an Gedenkstätten, mit behinderten Menschen sein, aber auch die Arbeit mit jüdischen Überlebenden in einem rumänischen Altenheim", sagt Christine Bischatka, Koordinatorin der Sommerlagerarbeit der ASF.

Keine Vergütung von Workcamps

Pro Gruppe gebe es meist zwölf bis 15 Teilnehmer, darunter zwei Leiter. Kost und Logis in einfachen Unterkünften sind laut Christine Bischatka ebenfalls im Teilnahmebetrag inbegriffen, Geld für die Arbeit gibt es auch bei der Aktion Sühnezeichen nicht. Was viele Anbieter wie die ASF und die ijgd ähnlich handhaben: Die Kosten für die An- und Abreise müssen von den Teilnehmern gezahlt werden.

Eigenverantwortliche Arbeit in Teams

Die Voraussetzungen, um an einem Workcamp teilnehmen zu können, sind meist vergleichbar. "Man sollte bereit sein, sich auf Neues und andere Leute einzulassen", sagt ijgd-Sprecherin Ullmann. Dazu gehöre das Interesse, fremde Kulturen kennenzulernen. Aber auch sich auf die anderen Gruppenmitglieder einzustellen. "Die Teams müssen immerhin miteinander arbeiten, sich überlegen, was sie wann und wie machen wollen und müssen nach der Arbeit klären, wer einkaufen geht, wer kocht und wer fürs Putzen zuständig ist." Das lohnt sich aber, wie Ullmann findet. "Workcamps sind eine tolle Möglichkeit, Neues kennenzulernen und sich selbst einen großen Schritt zu entwickeln."

Die meisten Projekte sind von Juni bis September

Die meisten Workcamps werden in den Sommermonaten von Mitte Juni bis Mitte September angeboten, wie Arno Thomas von der Trägerkonferenz der Internationalen Jugendgemeinschafts- und Jugendsozialdienste erläutert. Aber auch im Frühjahr und in den Herbstferien gibt es Projekte.

Bewerbung um das Lieblingsprojekt haben Voraussetzungen

Meist könne man sich bis kurz vor Beginn eines Camps anmelden. "Dazu informiert man sich am besten, welche Angebote es bei den verschiedenen Trägern gibt und informiert sich dann, was die genauen Voraussetzungen für eine Bewerbung beim Lieblingsprojekt sind." Manchmal gebe es Bewerbungsgespräche, manchmal könne alles schriftlich oder per Telefon geregelt werden.

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