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Aus Zeitvertreib in die Abofalle- wie Eltern auf ungewollte Rechnungen reagieren

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Aus Zeitvertreib in die Abofalle - wie Eltern auf ungewollte Rechnungen reagieren

12.08.2011, 14:50 Uhr | dapd

Aus Zeitvertreib in die Abofalle- wie Eltern auf ungewollte Rechnungen reagieren. Ein versehentlicher Klick auf den Seitenbanner könnte ein wöchentliches Abo auslösen. (Foto: imago)

Ein versehentlicher Klick auf den Seitenbanner könnte ein wöchentliches Abo auslösen. (Foto: imago)

Die 14-Jährige aus Göttingen wollte unbedingt wissen, wo ihre beste Freundin gerade steckt. Nach der Online-Anmeldung bei einem Ortungsprogramm für Handys war sie schlauer - hatte aber plötzlich ein Abo für 4,99 Euro am Hals. Pro Woche. Wie die Schülerin landen gerade in der Ferienzeit Zehntausende Teenager in versteckten Kostenfallen - entweder beim Surfen am Computer oder mit einem simplen Klick auf ein Werbebanner im Smartphone. Kurze Zeit später, wenn die Schule wieder beginnt, flattern dann die Rechnungen ins Haus.

Abzocke durch attraktive Angebote

Die "Massenplage" habe Hochkonjunktur, warnt Eckhard Benner, Sprecher der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Gauner versuchten, gezielt Minderjährige mit attraktiven Angeboten zu ködern, ihnen dann verschleiert teure Abonnement-Verträge anzudrehen und den Eltern Druck zu machen, dass sie zahlen.

Viele Jugendliche tappen in die Falle

In der schulfreien Zeit, wenn die Freunde im Urlaub sind und die Langeweile drückt, tappten in der Regel besonders viele Jugendliche in die Falle, sagt auch Kathrin Köster, Expertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Eltern sollten auf der Hut sein und in den nächsten Wochen verstärkt die Handyrechnungen checken.

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Gratis-Programme brauchen keine Anmeldung

Bei den Jüngeren ab zwölf Jahren sind vor allem kostenfreie Liedtexte, Software, Musikbörsen, Spiele, Frei-SMS, Ortungsprogramme, Intelligenztests oder Klingeltöne heiß begehrt, "Auch wenn die Schüler schon gut mit dem Internet umgehen können, sind sie oft noch unbedarft und wissen nicht, dass sie sich nirgends registrieren dürfen", erläutert Köster. Werden persönliche Daten zur Anmeldung für eine vermeintliche Gratisleistung abgefragt, handelt es sich so gut wie immer um eine Kostenfalle. Postwendend kommen dann Rechnungen über 96, manchmal auch über 160 Euro ins Haus.

Seitenbanner als Falle

Die Älteren ab circa 16 Jahren werden neuerdings in Scharen über den Tisch gezogen, weil sie nur auf ein Seitenbanner ihres Smartphones geklickt haben - und schon wird die Identifikationsnummer ihres Handys registriert. Was folgt, sind kleine, rätselhafte Posten auf der Handyrechnung über 2,99, 3,99 oder 4,99 Euro. Nicht pro Monat, sondern alle drei, fünf oder sieben Tage. Die Jugendlichen können sich gar nicht erinnern, ein so teures Abo über Spiele oder Bildchen fürs Handy abgeschlossen zu haben. Ganz schnell häufen sich die Einzelbeträge auf.

Was tun? Eltern sollten erst einmal die Ruhe bewahren - und keinesfalls zahlen. Im Fall der dreist untergeschobenen Smartphone-Abos sei "niemals ein gültiger Vertrag zustande gekommen", sagt Jutta Gurkmann vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Trotzdem müssen sich die Eltern die Mühe machen, sich schriftlich zu wehren und den Vertragsabschluss in einem Brief an den Telefonanbieter zu bestreiten.

Minderjährige dürfen keine Abos abschließen

Bereits abgebuchtes Geld sollte zurückverlangt werden. Ein zweiter Brief muss außerdem direkt an die Firma geschickt werden, die das Werbebanner geschaltet und das Geld letztlich verlangt hat. Der angebliche Abo-Vertrag muss darin zuerst bestritten und dann vorsorglich gekündigt werden. Die Verbraucherzentralen helfen mit Musterschreiben weiter.

Minderjährige und Eltern müssen nicht bezahlen

Und auch für alle anderen zweifelhaften Abo-Verträge gilt: Wer nichts bestellt hat, muss auch nicht zahlen - zumal Minderjährige Abonnements ohne Zustimmung der Eltern sowieso nicht abschließen dürfen. Die angeblichen Verträge sind also doppelt unwirksam.

Keine Angst vor Strafanzeige

Eltern müssen nicht immer Angst haben, dass sie für ihren Nachwuchs haften müssen, sagt Benner. Sie brauchten sich nicht ins Bockshorn jagen lassen, wenn schlimmstenfalls mit Strafanzeige wegen Betrugs gedroht wird, weil die Kinder vielleicht beim Alter geschummelt haben. Das ist nicht verboten.

Drohungen sollten ignoriert werden

Das Risiko falscher Angaben trägt der Anbieter. Oft ist eine korrekte Altersangabe auf deren Seiten technisch von vornherein gar nicht möglich. Auch Drohungen von Rechtsanwälten oder Inkassobüros mit einem Eintrag in das Erziehungsregister sollten getrost ignoriert werden.

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