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Panini-Sammelbilder: 50 Jahre Tauschgeschäfte auf dem Pausenhof

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Panini-Sticker: das Glück aus Tüten

26.09.2011, 08:13 Uhr | AFP

Panini-Sammelbilder: 50 Jahre Tauschgeschäfte auf dem Pausenhof. Sammelleidenschaft über Generationen hinweg.  (Quelle: imago)

Sammelleidenschaft über Generationen hinweg. (Quelle: imago)

Sammelleidenschaft und Tauschfieber: Ob Bundesliga oder Barbie - seit Jahrzehnten werden die Sammelbilder von Panini von Kindern in der ganzen Welt gehortet und getauscht. Auf den Markt brachten die Klebebildchen im Jahr 1961 die Panini-Brüder, die einen kleinen Kiosk im norditalienischen Modena führten. Die Tauschidee erfährt durch Internet-Tauschbörsen sogar noch neuen Schwung.

Panini-Bilder sofort ein Verkaufsschlager

Schon das erste Album mit italienischen Fußballspielern war ein Verkaufsschlager, so dass die Familie mit Zeichentrick- und Filmhelden sowie Comicfiguren in neue Märkte expandierte. Jetzt feiern die Könige des Pausenhofs mit einer Ausstellung in Rom ihren 50. Geburtstag.

Unbeschreibliches Glücksgefühl

"Die Panini-Brüder haben die Aufkleber nicht erfunden, aber sie hatten die glänzende Idee, sie in kleinen Tütchen zu verkaufen und damit das Überraschungselement mit hineinzubringen", sagt Antonio Allegra, Leiter der Panini-Unternehmensgruppe in Italien. "Wenn du das Tütchen aufmachst und den Sticker entdeckst, der dir noch gefehlt hat - das ist ein beispielloses Gefühl", schwärmt er.

Nachdem Panini im Lizenzbetrieb Italien erobert hatte, erschloss sich die Firma ab den 70er Jahren im Ausland neue Märkte. In Deutschland und Frankreich ist Panini seit 1974 vertreten. Heute sind nach Unternehmensangaben am Hauptsitz von Panini Deutschland in Stuttgart rund 70 Mitarbeiter beschäftigt. Weltweit werden die Klebebildchen in mehr als 100 Ländern vertrieben, mit einem Gewinn von 800 Millionen Euro im Jahr 2010.

Oft kopiert - nie erreicht

"Es gab weltweit einige Versuche, unsere Produkte zu kopieren, aber Panini ist dank der großen Auswahl und der Lizenzen der Firma führend auf diesem Gebiet geblieben", sagt Allegra. Das Unternehmen ließ sich einiges einfallen, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten: Neben den klassischen Sammelbildern gibt es inzwischen auch Glitzerbildchen oder personalisierte "Mein-Panini"-Alben mit Fotos von Freunden.

Abbilder der Frisur- und Bartmode

1988 verkaufte die Familie Panini das Unternehmen, doch es behielt seinen Hauptsitz in Italien und blieb seinem ursprünglichen Konzept treu. "Die Druck-, Verpackungs- und Vertriebsmethoden haben sich verändert, aber die Leidenschaft junger Leute für Fußball ist geblieben", sagt Antonio Panini, Sohn eines der Firmengründer, dessen Familie noch immer den historischen Kiosk in Modena besitzt. "Wenn man die Klebebilder über die Jahre betrachtet, kann man an den Fußballern, ihrem Outfit und ihrem Haarschnitt ablesen, wie viel Zeit vergangen ist und wie sich die Mode verändert hat." Tatsächlich sorgen die Schnauzbärte und Vokuhila-Frisuren der Fußballstars aus vergangenen Zeiten bei den Ausstellungsbesuchern für große Heiterkeit.

Sehnsucht über Generationen

Panini-Sticker zu sammeln ist hierzulande die am meisten verbreitete Sammelleidenschaft der Jungs zwischen acht und zwölf Jahren, fanden die Forscher der Trend Tracking Kids-Studie 2011. Die Sehnsucht nach dem in der Sammlung noch fehlenden Panini-Bildchen, die Qual beim Betrachten des leeren Platzes im Album - solche Gefühle haben sich über Generationen ins kollektive Gedächtnis der Sammelwütigen eingebrannt. Doch Antonio Panini zufolge sind sie Vergangenheit: "Durch die automatisierte Produktion wird von allen Klebebildern die gleiche Anzahl gedruckt und das Problem besteht nicht mehr." Gute Nachrichten für alle, die immer noch darauf hoffen, ihr Bundesliga-Album zu vervollständigen oder ihre Harry Potter-, Star Wars-, Action Man- oder Barbie-Sammlung.

Ausstellung: "Panini 1961-2001. Eine italienische Geschichte" (www. fandangoincontro.it) ist noch bis zum 23. Oktober im Palazzo Incontro in Rom zu sehen.

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