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Gender-Studie: Mädchen und Jungen nicht zukunftsfähig

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Sind unsere Kinder noch zukunftsfähig?

05.12.2011, 17:12 Uhr | iconkids & youth; rev, t-online.de

Gender-Studie: Mädchen und Jungen nicht zukunftsfähig. Mädchen und Jungs von heute: Sind wirklich beide Geschlechter zum Scheitern verurteilt? (Quelle: imago)

Mädchen und Jungs von heute: Sind wirklich beide Geschlechter zum Scheitern verurteilt? (Quelle: imago)

Weder Jungs noch Mädchen sind zukunftsfähig: Den einen fehlt die Fähigkeit zur Kooperation und den anderen die heute nötige Egozentrik und die Bereitschaft zur Individualität. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie "Rosa Ritter, schwarze Prinzessinen" des Forschungsinstituts iconkids & youth. Dazu wurden in einer bundesweiten Repräsentativbefragung 700 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren befragt.

Bei den Jungs dominiert der Wunsch nach Anerkennung

"Unsere Ergebnisse bestätigen, was sich so in allen Kulturen zeigt", erklärt Studienautor Axel Dammler. "Nur ungefähr die Hälfte des geschlechtsspezifischen Repertoires wird durch die Erziehung und Umwelt geprägt. Die andere Hälfte ist aber durch die Veranlagung vorgeprägt. Und dazu gehören die vor allem typisch männlichen beziehungsweise weiblichen Grundbedürfnisse."

Die Ergebnisse der Studie zeigen beispielsweise, wie tief das Bedürfnis nach persönlichem Status schon bei Jungs verwurzelt ist: 69 Prozent mögen es, wenn Dinge besonders cool und nach Kraft und Stärke aussehen (Mädchen: 31 Prozent) und 67 Prozent wollen gerne bei den Besten dabei sein (Mädchen: 51 Prozent). Dieser starker Wunsch nach persönlicher Anerkennung steht der heutzutage so notwendigen Fähigkeit zu Kooperation und Teamwork im Weg.

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"Wenn der Klügere immer nachgibt, dann regieren die Dummen"

Bei den Mädchen dominiert hingegen das Bedürfnis nach Harmonie, Konsens und intakten Beziehungen: 73 Prozent mögen es zum Beispiel, wenn Dinge besonders schön aussehen (Jungen: 47 Prozent) und 68 Prozent kümmern sich gerne um Tiere, Kinder oder Pflanzen (Jungen: 42 Prozent). Wer sich aber in einer heilen Welt am wohlsten fühlt und hauptsächlich das Wohl anderer im Blick hat, verzichtet allzu leicht auf die Erfüllung eigener, berechtigter Ansprüche. Dazu sagt Dammler: "Es gibt das schöne Sprichwort 'Der Klügere gibt nach', und es ist wie gemacht für Mädchen. Eigentlich müsste das Sprichwort aber richtig heißen: 'Wenn der Klügere immer nachgibt, dann wird die Welt von den Dummen regiert.' Leider hat man wohl vergessen, das den Mädchen zu sagen."

Woran die heutige Erziehung scheitert

Laut der Studie seien damit die Mädchen genauso wenig wie die Jungs auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft vorbereitet. Zukunftsfähigkeit heiße heute, die Balance zu finden zwischen Wettbewerbsfähigkeit, einem gesunden Egoismus und Mut zur Individualität einerseits sowie der Fähigkeit zu Integration und Zusammenarbeit andererseits.

Beides gelinge der heutigen Erziehung aber nicht, kritisiert Dammler: Mädchen steckten in einer Konsensfalle, weil ihr natürliches Bedürfnis nach Integration und Kooperation durch die Erziehung sogar noch verstärkt werde - doch so könne weder gesunde Egozentrik noch der wichtige Mut zur Individualität entstehen. Jungs seien, wie Dammler meint, dagegen noch immer Opfer ihres "Wettkampf-Gens", da es misslinge, ihr Drängen auf Status und Anerkennung in Motivation für die Dinge zu kanalisieren, die in unserer Gesellschaft wirklich wichtig seien.

Stereotypen hinter sich lassen

Die aktuelle Geschlechter-Diskussion zum Einfluss von Genen beziehungsweise der Umwelt führe nicht weiter, sondern blockiere eher die die notwendigen Veränderungen. Dammler meint: "Übertragen Sie das einmal auf die Pflanzenwelt: Derzeit ist es ungefähr so, als würde die eine Hälfte der Botaniker den Pflanzenwuchs nur auf die Bodenbeschaffenheit zurückführen und die andere nur das Klima berücksichtigen. Dabei spielt natürlich beides eine Rolle."

Dammler folgert aus diesen Überlegungen: "Die Grundbedürfnisse, die wir in uns tragen, sind festgelegt. Es kommt aber darauf an, was man daraus macht." Genauso, wie man auf viele Arten seinen Hunger oder Durst stillen kann, könne man auch auf viele verschiedene Arten die angeborenen geschlechtsspezifischen Grundbedürfnisse stillen - auch auf eine Weise, die den geschlechtsbedingten Stereotypen widerspricht.

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