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WDR "Menschen Hautnah": Meine Eltern sind lebisch

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"Menschen hautnah": Meine Eltern sind lesbisch

04.05.2012, 09:47 Uhr | rev, t-online.de

WDR "Menschen Hautnah": Meine Eltern sind lebisch. Das lesbische Paar Anne (r.) und Sabine (2.v.l.) mit den Kindern Felix und Antonia. (Quelle: WDR)

Das lesbische Paar Anne (r.) und Sabine (2.v.l.) mit den Kindern Felix und Antonia. (Quelle: WDR)

Familien mit Stiefmutter oder Stiefvater, das ist inzwischen Alltag, auch für die Kinder. Aber wie sieht es aus, wenn zwei Mütter die Kinder großziehen, weil die leibliche Mutter lesbisch geworden ist? Die WDR-Dokureihe "Menschen hautnah" hat in ihrer Ausgabe vom 3. Mai zwei Familien begleitet, in denen das der Fall ist.

"Wie ist das denn mit zwei Müttern?"

Anne ist Hebamme, Sabine Gynäkologin, mit eigener Praxis in einem kleinen Ort im Westerwald. Die Kinder Felix (19) und Antonia (16) besuchen dort das Gymnasium. Hin und wieder werden sie von Mitschülern gefragt: "Du hast doch zwei Mütter - wie ist das überhaupt?" Ansonsten: Mobbing Fehlanzeige! "Mir ist es egal, wie andere darüber denken. Ich weiß, dass es mir hier gut geht", sagt Antonia.

Auch weil es an den leiblichen Vater eher unangenehme Erinnerungen gibt, ist es den Kindern leicht gefallen, Sabine als zweite Mutter zu akzeptieren. Und auch Sabine selbst, die eigentlich nie Kinder wollte, fand sich schnell in ihrer neuen Rolle zurecht.

Anfeindungen im Job

Doch nicht jeder im Umfeld von Anne und Sabine zeigte so viel Verständnis wie der engste Familienkreis. Viele Bekannte gaben sich zwar tolerant, brachen trotzdem rasch nach dem offensiven Outing und der späteren Hochzeit der beiden den Kontakt ab. Bevor das lesbische Ehepaar eine gemeinsame Praxis eröffnete, hatten beide im gleichen Krankenhaus gearbeitet. Als man dort erfuhr, dass sie lesbisch und ein Paar seien, reagierten die Kollegen mit Anfeindungen und Ignoranz: "Man hat dann fast gar nicht mehr mit mir gesprochen, weil ich schließlich 'des Teufels' sei'", berichtet Anne.

Fehlt nicht das männliche Vorbild?

Antonia und Felix gehen souverän mit der inzwischen gewohnten Situation um. Zwar habe Felix sich beispielsweise bei seinen sportlichen Aktivitäten oft mehr Unterstützung durch seine Eltern gewünscht, einen Vater als Vorbild habe er aber nie vermisst. "Ich habe mir dann einfach andere Vorbilder - vor allem aus dem sportlichen Bereich - gesucht, wie zum Beispiel meinen Sportlehrer", erklärt der Abiturient. Dabei sei es aber nie ein Problem gewesen, dass beide seiner Eltern weiblich sind.

"Wenn ich lesbisch wäre, wäre das auch kein Problem"

Über ihre eigene Sexualität haben sich Antonia und Felix auch Gedanken gemacht. Da ihre Eltern lesbisch sind, denken gerade bei Antonia viele zwangsläufig, dass auch sie homosexuell sein müsste. "Ich denke, ich kann das für mich ausschließen. Aber wenn ich wirklich lesbisch wäre, wäre das auch kein Problem", erwidert Antonia auf die Mutmaßungen. Auch Felix, der eine Freundin hat, ist sich sicher, heterosexuell zu sein.

Die Kinder reagierten zunächst trotzig

Der zweite Fall, der in der Doku gezeigt wird, führt die Reporter von "Menschen hautnah" nach Köln: Margot wohnt dort mit ihren beiden Söhnen. Auch sie hat zunächst ganz traditionell geheiratet und mit Mann und Kindern in der Familie gelebt. Als die Kinder noch klein waren, hat sie sich in eine Frau verliebt. Die Trennung vom Ehemann und Scheidung folgten schnell, und die Kinder blieben zunächst fünf Jahre beim Vater. In dieser Zeit reagierten Daniel (16) und Tobias (14) trotzig auf ihre Mutter. Das hat sich allerdings inzwischen geändert.

Wenn Mama ihre Freundin küsst

Heute leben die beiden Jungs längst wieder bei der Mutter, haben aber noch guten Kontakt zum Vater. Beide gehen auch nach außen offen mit den Familienverhältnissen um, obwohl es Tobias noch immer ein wenig unangenehm ist, wenn sich seine Mutter offen mit ihrer Freundin zeigt, sie womöglich sogar in der Öffentlichkeit küsst.

"Wir sind beide heterosexuell"

In der Schule gab es anfangs zwar den einen oder anderen Spruch, den sich Daniel und Tobias gefallen lassen mussten, doch das hatte sich schnell erledigt. Mobbing-Opfer wurden sie beide nicht. Anders die Reaktionen in Margots Familie: Viele Verwandte akzeptieren ihre Homosexualität bis heute nicht und haben auch keinen Kontakt mehr zu Margot.

Auch eine andere wichtige Frage haben Daniel und Tobias für sich geklärt. Trotz der lesbischen Mütter sind Tobias und Daniel überzeugt: "Wir sind beide heterosexuell."

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