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Kinderschutzbund: "Bei DSDS Kids werden zu viele Verlierer produziert"

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Kinderschutzbund: "Bei DSDS Kids werden zu viele Verlierer produziert"

27.08.2012, 17:11 Uhr | dpa, t-online.de, dapd

Kinderschutzbund: "Bei DSDS Kids werden zu viele Verlierer produziert". "Zu viele Verlierer" - "DSDS Kids" steht weiter in der Kritik. (Quelle: dapd)

"Zu viele Verlierer" - "DSDS Kids" steht weiter in der Kritik. (Quelle: dapd)

Nach der Premiere von "DSDS Kids" am 5. Mai kritisiert der Kinderschutzbund die RTL-Casting-Show für Sechs- bis 14-Jährige. "Vom Konzept her werden hier einfach zu viele Verlierer produziert", sagte Kinderschutzpräsident Heinz Hilgers gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bei der Premiere sangen zehn Kinder vor Michelle Hunziker, Dieter Bohlen und Dana Schweiger, die gemeinsam die Jury bilden.

Bohlen zeigte sich von der freundlichen Seite

Immerhin scheint die Befürchtung unbegründet, dass Bohlen die Kinder mit ruppigen Kommentaren niedermachen könnte, so wie bei "DSDS" üblich. "Die Regie und die Beteiligten haben sich große Mühe gegeben, die Kinder zuvorkommend und freundlich zu behandeln", räumte Hilgers ein. Dennoch beurteilt der Kinderschutzbund das Konzept der Sendung skeptisch. Kindererziehung, Kinderbildung und Kinderförderung müssten in erster Linie so erfolgen, dass bei jedem Kind die Stärken gesehen werden sollten und nicht auf Schwächen herumgeritten werde.

Das ist das Konzept von "DSDS Kids"

Für "DSDS Kids" konnten sich Kinder zwischen sechs und 14 Jahren bewerben. Über 38.000 Bewerbungen gingen für die offenen Castings ein, mehr als jemals zuvor beim Original "DSDS". In der Sendung stellen sich 30 Kinder mit jeweils einem Lied in drei aufgezeichneten Shows auf großer Bühne dem Votum der Zuschauer, die darüber entscheiden, welche neun Kinder ins Finale am 25. Mai kommen. In der Jury sitzen Dieter Bohlen, Michelle Hunziker und Dana Schweiger, aber nur die Zuschauer bestimmen, welches Kind weiterkommt.

Der Gewinner wird vom TV-Publikum bestimmt: Er erhält ein Ausbildungs-Stipendium für die Zukunft und ein Preisgeld, mit dem laut Sender der Schule und den Mitschülern einen Wunsch erfüllt werden kann.

Mein Kind zu Bohlen? So haben unsere Leser abgestimmt

Die Eltern-Redaktion von www.t-online.de hatte die Leser vorab gefragt, ob sie ihr Kind an einer Casting-Show wie "DSDS Kids" teilnehmen lassen würden. 2803 Leser gaben ihre Stimme ab, und die vorherrschende Meinung war eindeutig: 83 Prozent stimmten mit "Nein". Nur zwölf Prozent würden ihr Kind mitmachen lassen. Zu unserem Artikel "Würden Sie Ihr Kind Dieter Bohlen anvertrauen", sind außerdem über 100 Kommentare eingegangen. Diese Auswahl davon steht stellvertretend für die häufigsten Argumente:

Leser-Kommentare zu "DSDS-Kids"

"Wer sein Kind da auftreten lässt, muss einen an der Waffel haben... Solche Shows dürften nicht ausgestrahlt werden." (Silke)

"Das ist die Spielwiese für die ehrgeizigen Mütter und Väter, die ihre Kinder gerne als 'Star' sehen möchten und mit dem verbundenen Geld, welches sie dann bekommen." (Ich)

"Ich denke, es gibt durchaus begabte Kinder, die aber sicher besser in einer Schulband oder einem Chor aufgehoben sind." (Saphira31)

"Wenn der erste Misserfolg die Kinder eingeholt hat, sei es nur, weil sie den Text vergessen, falsch gesungen haben oder gar ausgeschieden sind, werden die Kinder von ihren Kita- oder Schulfreunden auf Ärgste gemobbt. Ich verstehe die Eltern nicht, die ihre Kinder so einem Stress aussetzen." (nachgefragt)

"Es gab früher schon Kinderstars. Heintje war so ein kleines Stimmwunder. Aber das waren Ausnahmen. Ich glaube, die meisten sind damit nicht glücklich geworden. Sollte es wirklich so ein kindliches Supertalent geben, sollte man das woanders herausfinden und nicht im Fernsehen vor einem Millionenpublikum. Bohlen ist zu Kindern sehr nett aber das ändert nichts daran, dass das Ganze Schwachsinn ist." (christa1)

"Ich finde, es ist ein sehr heikles Thema. Als Mutter von vier Kindern gilt bei mir die Devise 'das Wohle des Kindes steht an erster Stelle'. Oftmals ist es der nicht erfüllte Kinder- oder Jugendtraum der Eltern, der über die Kinder erfüllt werden soll. Dann halte ich es für sehr gefährlich, wenn kleine Kinder geschminkt, gekleidet und herausgeputzt werden wie 16-jährige Kids. Es gibt genug Menschen, die das Äußere falsch verstehen." (Angelique)

"Was mich wütend macht, ist, dass so viele Eltern ihr Kinder dahingehen lassen und die Kinder erleben müssen, dass sie ausgesiebt werden, dass es viel bessere gibt, dass sie in so jungen Jahren so herbe Niederlagen einstecken müssen. Eltern, die glauben, dass ihr Spross das Zeug zum Star hat, stehlen ihm die Kindheit." (sybilla)

"Die Kinder werden von den Eltern vorgeführt und nicht von Bohlen." (Sylvia)

"Ich bin sicher, dass Dieter es schon richtig macht. Denn beim 'Supertalent' dürfen auch Kinder teilnehmen, haben dort aber keine Chance. Dieter ist schließlich Vater und er wird kein Kind mit bösen Worten beschimpfen. Eltern, die ihre Kinder dorthin schicken, würden ihre sie beim 'Supertalent' ohnehin anmelden. Wo ist da ein Unterschied? So hat ein Kind die Chance auf eine gute Zukunft." (Thalea)

"Ich sehe das nicht so eng. Erstens werden die Sendungen vorher aufgezeichnet, und zweitens sind die jüngsten schon sechs Jahre alt. Habe damals auch immer die 'Mini Playback Show' geguckt, die ist vom Format her ähnlich und da hat sich auch keiner aufgeregt. Die meisten kriegen halt schon einen Anfall, wenn sie das Wort DSDS oder Dieter Bohlen hören." (Klaus)

TV-Experte: Kinder nicht alleine schauen lassen

Fernsehexperten raten Eltern, ihren Nachwuchs nicht alleine "DSDS Kids" schauen zu lassen. "Denn wenn Gleichaltrige auf der Bühne stehen, fiebern Kinder noch mehr mit und es fällt ihnen schwer, sich zu distanzieren", erklärten Fachleute des Programmratgebers "Flimmo". "Flimmo" ist eine Programmzeitschrift für Eltern, in der das aktuelle Fernsehprogramm mit Blick auf die Eignung für Kinder von drei bis 13 Jahren vorgestellt wird. "Das Problematische an Castingshows ist, dass mit Träumen und Emotionen gespielt wird."


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