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Stephanie zu Guttenberg: Deutschland ist beim Thema Kindesmissbrauch Entwicklungsland

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Stephanie zu Guttenberg nennt Deutschland Entwicklungsland beim Thema Kindesmissbrauch

11.05.2012, 12:21 Uhr | dapd

Zu Guttenberg kämpft gegen Kindesmissbrauch

Als Präsidentin der Organisation „Innocence in Danger“ will sie Eltern für den richtigen Umgang ihrer Kinder mit dem Internet sensibilisieren.

Kinder für richtigen Umgang mit Internet sensibilisiert.


Stephanie zu Guttenberg findet keine guten Worte für ihr Heimatland: Deutschland sei, was den Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch angehe, ein Entwicklungsland, sagte die Frau des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Berlin anlässlich des zehnjährigen Bestehens der deutschen Sektion der Kinderschutzorganisation Innocence in Danger. Zu Guttenberg ist Präsidentin des Vereins, der 2010 unter anderem durch die Sendung Tatort Internet bei RTL 2 in die Kritik geraten war. Eine Fortsetzung der Sendung sei zwar wünschenswert, allerdings derzeit nicht geplant, sagte sie.

Kindesmissbrauch: Versagt die Bundesregierung?

Der Bundesregierung warf zu Guttenberg Versagen im Kampf gegen Kindesmissbrauch vor: "Es ist eine bittere Wahrheit, dass es sich der Staat bei diesem Thema recht bequem macht", betonte sie. Eine flächendeckende Struktur von Opferschutz-Einrichtungen werde nur durch kleine Organisationen gewährleistet, Therapiemöglichkeiten und Beratungsstellen seien nicht in ausreichender Zahl vorhanden und Personal in zuständigen Behörden nicht ausreichend geschult, bemängelte sie.

USA: Stars kämpfen in coolen Kampagnen

Sie verwies auf den Umgang mit dem Thema in den USA, wo ihre Familie lebt. Dort werde "sehr viel lauter gekämpft". "Das sind teils richtig coole Kampagnen mit Stars aus der Musikbranche." Solch präventive Maßnahmen wünsche sie sich auch hierzulande.

In den USA sei das Thema sexueller Kindesmissbrauch "sehr viel bewusster" als hierzulande, so zu Guttenberg. "Die Amerikaner haben unfassbar gute Aufklärungswebseiten." Ihre beiden neun und elf Jahre Töchter seien noch nicht bei Facebook. Das sei auch eine Altersfrage. Beeindruckt ist sie, wie viel Wert auf Medienerziehung in den USA gelegt wird.

Umstrittene Methoden der Sendung "Tatort Internet"

Die Kooperation mit dem Fernsehsender RTL 2 bei "Tatort Internet" rechtfertigte die Präsidentin als notwendigen Schritt: "Durch das Format haben wir sehr viele Menschen erreicht." Wenn es der Aufklärung diene, würde sie sich erneut daran beteiligen. In der Sendung sollten mutmaßliche Pädophile mithilfe von Lockvögeln und versteckter Kamera im Netz "entlarvt" werden. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hatte zwei Folgen der Sendung beanstandet, da die möglichen Täter zum Teil nicht ausreichend unkenntlich gemacht worden waren.

"Täter sind mitten unter uns"

Die Geschäftsführerin des vor zehn Jahren gegründeten deutschen Vereins, Julia von Weiler, erklärte, wie gefährlich das Internet für Kinder sein kann. Sie forderte im Kampf gegen Missbrauch eine Aufhebung von Verjährungsfristen, eine bessere Ausstattung der Beratungsstellen und mehr Ausbildung für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. "Die Täter sind mitten unter uns", warnte sie.

Thema Missbrauch gehört auf die Lehrpläne

Eine Hotline von "Innocence in Danger" hat nach Vereinsangaben in sieben Jahren 26 000 Anfragen bearbeitet. Zu Guttenberg plädierte dafür, das Thema in Schulen zu behandeln. Schauspieler Til Schweiger wurde vom Verein in einem schriftlichen Grußwort zitiert: "Innocence in Danger" traue sich, laut zu sein und die Aufmerksamkeit auf "eines der schlimmsten Verbrechen" zu lenken - "sexuellen Kindesmissbrauch in Familien, Institutionen, der Nachbarschaft und im Netz".

Innocence in Danger beschäftigt eigenen Angaben zufolge sieben hauptamtliche und acht ehrenamtliche Mitarbeiter. Das Spendenaufkommen des Vereins belief sich 2010 auf knapp 850.000 Euro. Die zum DuMont-Verlagshaus gehörenden Blätter Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau hatten dem Verein 2010 vorgeworfen, er arbeite intransparent. Er gebe unter anderem zu Fragen nach Höhe der Spendeneinnahmen, der Mittelverwendung und den Verwaltungskosten keine Auskunft, hieß es. Innocence in Danger reagierte daraufhin mit der Ankündigung einer Strafanzeige. Das Verfahren wurde einer Sprecherin der Organisation zufolge mit einem Vergleich beendet.


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