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Jugendschutz: Facebook & Co. höhlen Jugendschutz aus

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Facebook & Co.: 10.000 Verstöße gegen den Jugendschutz

01.06.2012, 16:04 Uhr | Stefan Säemann, dapd

Jugendschutz: Facebook & Co. höhlen Jugendschutz aus .  (Quelle: imago)

Jugendschutz bei Apps & Co: Bleiben die ethischen Standards auf der Strecke? (Quelle: imago)

Kinderpornografie, Gewaltvideos und Cybermobbing: Die länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet verzeichnet zunehmende Verstöße im Internet - allein 2011 waren es mehr als 10.000. Diese Zahlen gehen aus dem Jahresbericht des rheinland-pfälzischen Jugendministeriums hervor. Außerdem verharmlosen die Plattformen ernste Themen. Die einst strengen Standards würden ausgehöhlt, so die Kritik.

Kontrolliert wurden im Jahr 2011 den Angaben zufolge mehr als 40.000 Webseiten und Profile in sozialen Netzwerken. Dabei seien die Jugendschützer auf Inhalte sexuellen Missbrauchs, politischen Extremismus, Gewaltverherrlichung und öffentliche Bloßstellungen gestoßen. Aber auch verharmlosende Darstellungen etwa von Magersucht und Selbstmorden gehörten dazu.

Erfolgreich bei Providern interveniert

Bei den Kontrollen von jugenschutz.net fiel auf , dass drei Viertel aller schweren Verstöße auf Servern im Ausland zu finden. Die gute Nachricht: In vier von fünf Fällen konnten die Online-Jugendschützer die Löschung gefährlicher Inhalte erreichen - dank direkter Kontakte zu den Providern im In- und Ausland.

Die Autoren des Jahresberichts stellen fest, dass internationale Internet-Plattformen wie das soziale Netzwerk Facebook oder das Videoportal YouTube sich wenig um den Jugendschutz hierzulande scherten. Die in Deutschland im Laufe der vergangenen Jahre entwickelten Standards würden "zunehmend obsolet".

Apps sind neue Gefahr

Eine wachsende Gefahr sehen die Jugendschützer in der verbreiteten Nutzung mobiler Geräte mit Internetzugang, zum Beispiel Smartphones und Tablet-PCs. Dank deren einfacher Bedienung hätten inzwischen selbst kleine Kinder Zugang zum globalen Datennetz. Die Anwendungen für solche Geräte, sogenannte Apps, seien in ausländischen Online-Geschäften leicht erhältlich und für deutsche Jugendschützer schwer zu kontrollieren. Die Betreiber müssten daher Schutzmechanismen entwickeln, da "Kinder sich nicht selbst schützen können."

Debatte wird vernachlässigt

Die Mitarbeiter der Jugendschutzstelle kritisieren weiter, dass die Debatte über den "zukunftsfähigen Jugendschutz" momentan von Diskussionen über Datenschutz und Urheberrecht verdrängt wird. Mit der gescheiterten Gesetzesnovelle zum Jugendmedienschutz sei "die Schere zwischen gesetzlichen Regelungen und Entwicklungen im Internet noch weiter aufgegangen". Die netzpolitische Debatte über wirksamen Jugendschutz müsse intensiviert werden.

Apell an Unternehmen

Die rheinland-pfälzische Jugendministerin Irene Alt (Grüne) appellierte an die Betreiber von Internetseiten: "Rücksicht auf Kinder und Jugendliche muss Bestandteil der Unternehmensphilosophie sei." Sie müssten noch mehr für die technische Umsetzung des Jugendschutzes unternehmen. Besonders notwendig sei es aber, auf internationaler Ebene gemeinsame Schutzregelungen zu vereinbaren.

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