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Damit Spielen gefahrlos Spaß macht: Firma prüft Spielplätze

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Damit Spielen nur Spaß macht: Firma prüft Schaukeln und Gerüste auf Spielplätzen

14.01.2013, 14:41 Uhr | Jens Albes, dpa

Damit Spielen gefahrlos Spaß macht: Firma prüft Spielplätze. Der Spielplatzprüfer Mario Ladu misst mit Hilfe einer Passform die Abstands-Größe eines Kletter-Netzes aus. (Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen)

Der Spielplatzprüfer Mario Ladu misst mit Hilfe einer Passform die Abstands-Größe eines Kletter-Netzes aus. (Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa)

Der vierjährige Timo erklimmt einen Mastkorb. Der ist morsch, stürzt um und begräbt den Jungen unter sich. Er stirbt im Krankenhaus. Unfälle wie dieser 2002 im hessischen Obertshausen sind der Alptraum aller Eltern, aber auch jedes Bürgermeisters. Regelmäßige Kontrollen sollen sie verhindern. Eine der wenigen Firmen, die bundesweit Schaukeln und Klettergerüste unter die Lupe nehmen, ist die Spielplatzmobil GmbH in Ingelheim nahe Mainz.

"Rund 11.000 Spielplätze von Mittenwald bis Flensburg haben wir 2012 geprüft", sagt Geschäftsführer Mario Ladu. "Ich denke, wir haben TÜV und Dekra schon lange überholt." Insgesamt zähle seine besondere Branche rund 80 Firmen in Deutschland.

Es gibt bundesweit nur fünf Spielplatz-Sachverständige

Ladu steckt auf einem Ingelheimer Spielplatz einen Prüfkörper aus Holz durch die Maschen eines Klettergerüstes. Passt. "Wäre es zu eng, könnten sich Kinder strangulieren", erklärt der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Spielplatzgeräte. Ein Job, den es nach seinen Angaben bundesweit bloß fünfmal gibt.

In Deutschland toben Kinder auf etwa 800.000 Spielplätzen. Ihre genaue Zahl ist unbekannt, sie werden vom Statistischen Bundesamt nicht erfasst. Der Tod an Schaukel oder Klettergerüst ist laut dem kommunalen Haftpflichtversicherer GVV äußerst selten. "Der Unfall in Obertshausen hat die Spielplatz-Szene sensibilisiert", sagt der Wiesbadener GVV-Filialleiter Ralf Mandernach. "Die Gerätehersteller haben reagiert."

Jedes Jahr werden 16.000 Spielplatz-Unfälle gemeldet

Aber schon Verletzungen können schlimm sein. Spielplatzprüfer Ladu weiß: "Jedes Jahr werden bundesweit rund 16.000 Spielplatz-Unfälle gemeldet." Ein kleinerer Schmerz bei einem Fehltritt könne eine wichtige Lernhilfe für ein Kind sein. "Damit entwickelt es früh sein Selbstschutzverhalten", sagt Ladu. "Was anderes sind die verdeckten Schäden. Das sind Fallen", erklärt der gelernte Maschinenbauschlosser und gräbt an einem Pfeiler des Klettergerüstes. Alles in Ordnung. "Oft sehen Holzpfähle wegen ihrer Imprägnierung tipptopp aus, sind aber innen morsch."

Ladu findet immer wieder gefährliche Stellen

Auch "Hals- und Fingerfangstellen" bei Geländern, lose Seile mit Strangulationsgefahr, zu weit vorgeschobene Brüstungen, zu steile Rutschen, zu lange Fallhöhen, Sturzgefahr auf hervorstehende Balken, rostige Schaukelketten und zu geringe Geräteabstände registriert Ladu immer wieder. Auf seine Prüfberichte können die Betreiber von Spielplätzen reagieren und Gefahren entschärfen.

Kinder spielen oft anders als erwartet

"Kinder spielen oft anders, als die Gerätehersteller sich das vorstellen. Sie klettern zum Beispiel höher als erwartet oder schaukeln gegeneinander", erläutert Ladu. "Das Gesetz sagt aber, dass die Hersteller mit Fehlanwendungen rechnen müssen." Manche berücksichtigten auch nicht genügend die Körpermaße von Kindern.

Die sechs Mitarbeiter der Spielplatzmobil GmbH brauchen meist eine knappe halbe Stunde, um eine Anlage unter die Lupe zu nehmen. In weiteren fünf Minuten entsteht am Laptop flink mit Textbausteinen der Prüfbericht. "Am Tag schaffe ich rund zehn Spielplätze", erläutert Ladu und misst mit einem Winkelmesser, ob eine Rutsche zu steil ist. "75 Prozent meiner Arbeitszeit verbringe ich aber auf der Autobahn."

Seminare für Spielplatz-Planer

Zum Angebot der Firma gehören auch zehn bis 20 Seminare im Jahr etwa für Vertreter von Städten, Wohnungsbaugesellschaften und Kitas. Außerdem ist die Beratung schon während der Planung eines Spielplatzes wichtig. Der Jurist Mandernach sagt: "Da ist die Verkehrssicherungspflicht für eine Kommune wichtiger als die Ausbesserung jedes Schlaglochs einer Nebenstraße."

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