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Bildungsexperte Klaus Hurrelmann: Eltern mit Geld zur Förderung ihrer Kinder motivieren

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Experte fordert finanzielle Anreize für bessere Erziehung

18.01.2013, 11:44 Uhr | dapd

Bildungsexperte Klaus Hurrelmann: Eltern mit Geld zur Förderung ihrer Kinder motivieren. Eltern müssen in die Bildung mit einbezogen werden.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eltern müssen in die Bildung mit einbezogen werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Finanzielle Belohnung der Eltern für Erziehung? Ein interessanter Gedanke. Denn alle wissen: Ohne Eltern läuft nichts - unterstützen diese ihr Kind nicht ausreichend, ist die Gefahr groß, dass es in der Schule versagt. Deshalb müssen Eltern nach Ansicht des Sozialwissenschaftlers Klaus Hurrelmann stärker in den Bildungsprozess mit einbezogen werden, und zwar auch mithilfe finanzieller Anreize.

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Bildungserfolg gekoppelt an soziale Herkunft

"Man könnte den Eltern Geld zahlen, wenn sie etwas für die Bildung ihrer Kinder tun, warum eigentlich nicht?" sagte der Experte. Eine ausschließlich freiwillige Verpflichtung jedenfalls reiche nicht aus.

Bildungserfolg hänge - dies sei inzwischen ausreichend erforscht - mit der sozialen Herkunft eines Kindes zusammen, betonte Hurrelmann, der als Professor an der Hertie School of Governance in Berlin lehrt. Lange Zeit sei man davon ausgegangen, Ungleichheiten mit einem umfangreichen schulischen Angebot ausgleichen zu können. Dies sei aber nicht ausreichend. "Die beste Schule mit den besten Lehrkräften hilft nichts, wenn die Eltern nicht einbezogen werden", erklärte der Experte. Um die Beteiligung der Eltern zu erreichen, müssten symbolische Belohnungen wie ein Elternführerschein, aber auch handfeste finanzielle Anreize geschaffen werden. "Wir müssen die Eltern als Unterstützer und Partner für den Bildungsprozess der Kinder gewinnen."

Mehr als reine Freiwilligkeit

Ein freiwilliges Engagement der Eltern in Schule und Kindergarten beziehungsweise die Teilnahme an Elterntrainings sei schon lange möglich, werde aber nur von einer Minderheit angenommen. "Es muss also über die reine Freiwilligkeit hinausgehen", erklärte er. Zum Beispiel könnten besonders gute und attraktive Kindergärten oder Schulen die Vergabe eines freien Platzes daran koppeln, dass die Eltern an Elternabenden, an Gesprächen oder Erziehungsworkshops teilnehmen.

Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss senken

Es gebe auch bestimmte Zeitpunkte, zu denen Eltern besonders motiviert seien, sich für ihr Kind zu engagieren - unmittelbar nach der Geburt, beim Eintritt in Kinderkrippe oder Kindergarten, bei der Einschulung oder beim Übergang in weiterführende Schulen. Diese Momente könne man nutzen, um sie für die Förderung ihrer Kinder zu begeistern, schlug der Bildungsforscher vor. Wenn Mütter und Väter an den Elternabenden teilnehmen, könnte ihnen symbolisch ein Elternführerschein ausgehändigt werden.

Aber auch über finanzielle Belohnung müsse nachgedacht werden: "Geld ist das wirkungsvollste Instrument. Wir müssten dahin kommen, dass Eltern dann finanziell besser dastehen, wenn sie ihren Kindern Bildungsvorteile verschaffen." Das Bildungspaket der Bundesregierung mit finanziellen Zuwendungen an Eltern, um ihre Kinder zum Musikunterricht oder zur Nachhilfe zu schicken, gehe schon in diese Richtung.

"Keinen Abschluss zu haben - das ist heute ein soziales Stigma"

Dies werde immer wichtiger, denn Jugendlichen ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss gelinge heutzutage seltener als früher der Sprung in die Berufswelt. "Keinen Abschluss zu haben - das ist heute ein soziales Stigma", sagte Hurrelmann. Der Anteil Jugendlicher ohne Schul- und Berufsabschluss, darunter deutlich mehr Jungen als Mädchen, liege bei zehn Prozent, und Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern seien besonders häufig betroffen. "Es wäre ein wirklicher Gewinn, wenn diese Zahl innerhalb der nächsten fünf Jahre auf das absolute Minimum von drei bis fünf Prozent gesenkt werden könnte."

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