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Verbraucherbildung gehört auf den Lehrplan der Schulen

15.03.2013, 17:40 Uhr | t-online.de, AFP

Verbraucherbildung gehört auf den Lehrplan der Schulen. Verbraucherbildung in die Schule - ein neues Konzept startet.  (Quelle: dapd)

Ernährung, Medien, Geld - schon Kinder sind Verbraucher, aber haben sie die Alltagskompetenz dazu? (Quelle: dapd)

Schon Kinder sind Verbraucher, auch wenn ihnen das nicht bewusst ist. Viel Werbung zielt auf sie und ihr Geld ab und weckt Wünsche. Doch nicht selten landen Jugendliche später in der Schuldenfalle, ernähren sich falsch und ihr Medienkonsum nimmt ein bedenkliches Ausmaß an. Mündige Verbraucher sind gefordert. Doch wie wird man das? Familien schaffen es kaum, das komplexe Alltagswissen zu vermitteln. Hier setzt das neue Bündnis für Verbraucherbildung an, die dieses Wissen in die Schulen tragen will. Doch die Zusammensetzung des Bündnisses stößt auf Kritik, weil Unternehmen wie McDonald's und Supermarktketten beteiligt sind.

"Heute gehen wir auf den Wochenmarkt", erklärt die Lehrerin ihrer zweiten Klasse. Die Kinder schreiben Einkaufslisten und holen ihre Körbchen, um die Möhren, Tomaten und den Kopfsalat, das Vollkornbrot und die Butter für das gemeinsame Essen einzukaufen. Dann wird geschält, geraspelt, geschnippelt, geschmiert und gegessen. Sobald die Witterung es zulässt, werden sie im kleinen Schulgarten ein Gemüsebeet anlegen und Karotten und Radieschen säen. In der Grundschule ist die Welt der Ernährung noch in Ordnung, bestätigen Lehrer und Eltern gleichermaßen. Oft kommt in diesem Alter Gesundes von zuhause in die Pausenbox. Doch in den weiterführenden Schulen steigt die Zahl der Kinder, die ohne Frühstück kommen und sich am Kiosk Softdrinks und Snacks kaufen. Ungesunde Ernährung beginnt in der Pubertät, genauso wie die Anfälligkeit für Onlinesucht oder Schulden.

Aigner: Konsumkompetenz muss auf den Lehrplan der Schulen

"Verbraucherbildung muss möglichst einen festen Platz im Lehrplan erhalten", fordert deshalb Verbraucherministerin Ilse Aigner. Schleswig-Holstein hat bereits 2009 ein eigenes Fach Verbraucherbildung eingeführt. In anderen Ländern fehlt ein verbindliches Konzept. Ein Zusammenschluss von Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden will das jetzt ändern: Das Bündnis Verbraucherbildung setzt sich dafür ein, Konsumkompetenz in den Lehrplänen der Schulen zu verankern - bundesweit. Ins Leben gerufen hat das Bündnis die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz.

Ernährung ist eines der Hauptfelder, denen sich die neue Initiative widmet, daneben Medien und Internet und der Umgang mit Geld und Finanzfragen. Konkret geht es um Verschwendung von Lebensmitteln, Tricks der Werbebranche, nachhaltigen Konsum und Datenschutz in sozialen Netzwerken. "Verbraucherbildung ist das Fundament, um im Alltag die richtigen Entscheidungen treffen zu können - sei es beim Abschluss einer Versicherung oder beim Online-Shopping", sagt Aigner.

Studie: Praxisorientiertes Konzept für Schulen ratsam

Dem Konzept des Bündnisses für Verbraucherbildung liegt eine Studie des Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug) der Universität Hannover zugrunde. Dazu wurden Experten aus Wirtschaft, Politik, Verbraucherschutz und Bildung, sowie Lehrkräfte befragt. Das sind die Kern-Aussagen der imug-Studie zur Verbraucherbildung:

  • Die Verbraucherbildung in den Schulen bekommt schlechte Noten von Lehrern und Experten.
  • Die Mehrheit der Befragten sieht einen klaren Bildungsauftrag der Schule, junge Menschen auf ihre Rolle als Verbraucher vorzubereiten.
  • Die komplexer werdende Konsumwelt, das Internet und die globale Wirtschaft verstärken die Notwendigkeit einer systematischen Verbraucherbildung in der Schule.
  • Die These, dass Verbraucherthemen bei Schülern und Eltern nur auf geringes Interesse stoßen, ist falsch.
  • Zwar bieten die Lehrpläne in allen Bundesländern genug Raum und Anknüpfungspunkte für Verbraucher-Themen, doch genutzt werden sie kaum.
  • Verbraucherorganisationen, aber auch die Wirtschaft werden von Lehrern, die Verbraucherbildung unterrichten, als wichtige Partner gesehen.

Versagen Familien bei Vermittlung von Alltagskompetenz?

"Kinder und Jugendliche müssen sich in der heutigen Welt zurechtfinden. Dazu gehören Waren und Dienstleistungen aller Art. Die nötigen Kompetenzen dafür vermittelt die Schule. Sie legt den Grundstein für unsere Alltagskompetenz. Wir brauchen ein Schulfach, dass dieses Wissen vermittelt“, sagt Gerd Billen, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung und Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen.

Das Bündnis stellt allerdings zugleich auch ein Armutszeugnis für die Familien als Wissensvermittler aus. Sie schaffen es offensichtlich nicht mehr, die Kinder fit für den Alltag zu machen und Lebenskompetenz zu vermitteln.

Warum Foodwatch das Bündnis kritisiert

Unterstützt wird das Bündnis neben den Verbraucherzentralen von Organisationen wie der Caritas, dem Deutschen Mieterbund, aber auch von Unternehmen wie der Deutschen Bank, Rewe, Edeka, Tchibo und McDonald's. An deren Neutralität zweifelt die Verbraucherorganisation Foodwatch. Ernährungsbildung von Schülern dürfe "nicht der Lebensmittelwirtschaft überlassen werden", heißt es. Es sei "ein Trauerspiel, dass Frau Aigner die Türöffnerin gibt und diese Unternehmen in die Schulen schleust, anstatt ihnen Vorgaben für transparente Nährwertangaben oder ausgewogene Kinderprodukte zu machen", erklärte Foodwatch-Expertin Anne Markwardt.

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