Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Erziehung >

World Vision: So fühlen sich Kinder in Deutschland

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

World Vision Kinderstudie  

So fühlen sich Kinder in Deutschland

14.11.2013, 19:02 Uhr | AFP, dpa

World Vision: So fühlen sich Kinder in Deutschland. Ärmere Kinder fühlen sich häufig ausgegrenzt oder nicht ernst genommen. (Quelle: dpa)

Ärmere Kinder fühlen sich häufig ausgegrenzt oder nicht ernst genommen. (Quelle: dpa)

Jedes fünfte Kind in Deutschland fühlt sich ausgegrenzt und in der Schule ungerecht behandelt. Das geht aus einer neuen Studie der Kinderhilfsorgansiation World Vision hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Diese Kinder, die zumeist aus armen oder armutsgefährdeten Familien kommen, fühlen sich nicht ernst genommen und haben weniger positive Erwartungen an die Zukunft als andere Kinder. Vier Fünftel der Kinder sind hingegen zufrieden mit ihrem Leben.

Nach 2007 und 2010 befragte die Organisation in diesem Jahr erneut rund 2500 Kinder zwischen sechs und elf Jahren nach ihrer Lebenssituation und ihrem Wohlbefinden. Im Mittelpunkt der Studie stand diesmal das Thema Gerechtigkeit. Fazit: Nur jedes zweite Kind findet, dass es in Deutschland insgesamt gerecht zugeht.

Kinder haben einen starken Gerechtigkeitssinn

Die Studie zeigt World Vision zufolge, dass Kinder ein hohes Gerechtigkeitsempfinden haben, und zwar nicht nur auf sich selbst bezogen. Sie fordern auch Gerechtigkeit für andere. Was ist Gerechtigkeit? "Dass man miteinander teilt und nicht jemanden einfach so stehen lässt", antwortet eine Siebenjährige. Ein Zehnjähriger sagt: "Dass jeder gleich behandelt wird und die gleichen Möglichkeiten hat."

Rund zwei Drittel der Kinder meinen, dass die Gesellschaft arme Menschen ungerecht behandelt. Zugleich fühlt sich rund jedes dritte Kind manchmal wegen seines Alters benachteiligt und zwölf Prozent, weil die Eltern nicht so viel Geld haben. 18 Prozent der Befragten berichten von eigenen Armutserfahrungen im Alltag.

40 Prozent gaben an, dass auch Menschen ausländischer Herkunft ungerecht behandelt würden. In der Familie und unter Freunden fühlen sich hingegen 90 Prozent der Kinder grundsätzlich gerecht behandelt, in der Schule etwa 80 Prozent.

Kinder mit zwei berufstätigen Eltern sind zufrieden

Fast jedes dritte Kind (32 Prozent) wächst in Familien auf, in denen nur ein Elternteil arbeitet. Zwölf Prozent der Kinder wachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil auf, der auch in Vollzeit arbeitet. Sie und Kinder von arbeitslosen Eltern beklagen sich laut der Studie am häufigsten, dass ihre Eltern zu wenig Zeit hätten. Fast jedes dritte dieser Kinder vermisst Zuwendung. Am wenigsten beklagen sich Kinder, bei denen Mutter und Vater arbeiten, über den Zeitmangel ihrer Eltern (acht Prozent).

Jungen schauen viel mehr Fernsehen als Mädchen

Auch in Bezug auf das Freizeitverhalten zeigen sich teils gravierende Unterschiede, zum Beispiel beim Medienkonsum. So sitzen Jungen etwa dreimal so häufig wie Mädchen in ihrer Freizeit vor dem Computer oder Fernseher. In den vergangenen sechs Jahren ist der Fernsehkonsum bei den Sechs- bis Elfjährigen allerdings leicht gesunken: Während 2007 noch 56 Prozent angaben, sehr oft fern zu sehen, waren das im Jahr 2013 noch 49 Prozent.

Ärmere Kinder leben weniger selbstbestimmt

Weiter zeigt die Studie, dass Kinder aus benachteiligten sozialen Familien die geringsten Selbstbestimmungsmöglichkeiten im Alltag haben. Drei von vier Kindern - und damit deutlich weniger als der Durchschnitt - dürfen selbst entscheiden, mit welchen Freunden sie sich treffen. Und zwei von dreien dürfen bestimmen, was sie in der Freizeit unternehmen möchten.

Seit der ersten Kinderstudie im Jahr 2007 ist der Anteil der Kinder, die eine Ganztagsschule besuchen, deutlich angewachsen. Bei
den Acht- bis Elfjährigen hat er sich binnen sechs Jahren auf 23 Prozent fast verdoppelt.

Herkunft bestimmt Entwicklungsmöglichkeiten

"Es ist erstaunlich, mit welcher Klarheit Kinder ihre Umwelt und ihre Mitmenschen betrachten und bewerten", sagt die Kindheitsforscherin Professor Sabine Andresen, die die Studie zusammen mit dem Sozialwissenschaftler Professor Klaus Hurrelmann leitete. "Betrüblich ist, dass sich in Bezug auf benachteiligte Kinder wenig getan hat."

"Im Ergebnis muss davon ausgegangen werden, dass auch weiterhin etwa ein Fünftel der Kinder in ihren Entwicklungsmöglichkeiten maßgeblich aufgrund ihrer sozialen Herkunft eingeschränkt sind", schließen die Forscher.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE - KINDERFEINDLICHKEIT
Halten Sie Deutschland für kinderfeindlich?
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal