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Geschwister-Mythos: Geburtenfolge beeinflusst nicht den Charakter

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Streber und Rebell?  

Psychologen widerlegen Geschwister-Mythos

20.10.2015, 14:53 Uhr | Gisela Gross, dpa

Geschwister-Mythos: Geburtenfolge beeinflusst nicht den Charakter. Geschwister: Wie sehr beeinflusst die Geburtsposition den Charakter? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Erstgeborener, Sandwich-Kind und Nesthäkchen – lange wurden diesen Position bestimmte Charaktereigenschaften zugeschrieben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wie sehr prägt die Geschwisterposition den Charakter? Gibt es wirklich strebsame Erstgeborene, soziale Sandwich-Kinder und rebellische Nesthäkchen? Forscher haben untersucht, was an solchen Thesen dran ist.

Psychologen aus Leipzig und Mainz halten die Geschwistertheorie für einen Mythos. Die Persönlichkeit von Geschwistern werde nicht von der Reihenfolge ihrer Geburten bestimmt. Wie emotional, extrovertiert oder gewissenhaft ein Mensch ist, sei völlig unabhängig von der Position als erstes, zweites oder drittes Kind einer Familie. Lediglich "winzig kleine Unterschiede beim Intellekt" seinen feststellbar, sagt die Psychologin Julia Rohrer von der Universität Leipzig

Dass Erstgeborene im Durchschnitt ein klein wenig schlauer sind als ihre jüngeren Geschwister, gilt aber schon länger als erwiesen.

Sulloway prägte den Rebellen-Mythos

In der Laienpsychologie ist der Glaube verbreitet, dass die Reihenfolge der Geburten den Charakter forme. Dies gehe insbesondere auf den US-Psychologen Frank Sulloway zurück, weiß Rohrer. Er publizierte 1996 in seinem Buch "Born to Rebel" (deutscher Titel: "Der Rebell der Familie") eine Theorie, der zufolge Kinder in der Familie verschiedene Nischen besetzen.

Erstgeborene sah Sulloway zum Beispiel als perfektionistisch an, mittlere Kinder als sozial, Nesthäkchen als Rebellen. Wissenschaftlich sei die Theorie jedoch umstritten gewesen, erklärt Rohrer.

Wacklige Datengrundlage bei älteren Studien

Mit Kollegen aus Leipzig und Mainz wertete sie Daten dreier fundierter Untersuchungen mit insgesamt mehr als 20.000 Teilnehmern in den USA, Großbritannien und Deutschland aus. Die Forscher wollten prüfen, ob die Geschwisterposition das Leben dauerhaften beeinflusst. Diese Frage beschäftige Forscher schon seit dem 19. Jahrhundert, schreibt das Team in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Die Antworten waren jedoch oft widersprüchlich. Denn die Datenlage und Art der Auswertung hätten die Ergebnisse maßgeblich beeinflusst, berichtet das Forscherteam. Zum Beispiel seien Angaben über das Geschwistergefüge wenig belastbar, wenn sie nur von einem Kind pro Familie abgefragt wurden. Auch müsse man Familien mit gleich vielen Kindern vergleichen, beschreibt Julia Rohrer ihre Vorgehensweise.

Vier wesentliche Charaktereigenschaften verglichen

Die Forscher nahmen vier Eigenschaften ins Visier, denen sie eine zentrale Rolle beimessen: Extraversion, emotionale Stabilität, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Dabei zeigte sich bei der neuen Studie kein Zusammenhang mit der Reihenfolge der Geburt.

Beim Intellekt schnitten Erstgeborene sowohl in IQ-Tests als auch bei der Selbsteinschätzung etwas besser ab als die jüngeren Geschwister.

Die müssen sich allerdings deshalb keine Sorgen machen: Der Effekt lasse sich zwar in großen Stichproben finden. Aber: "Wenn man zwei Geschwister vergleicht, wird in über 40 Prozent der Fälle das später geborene den höheren IQ haben", so Rohrers Kollege Professor Stefan Schmukle. Zudem seien die Effekte so klein, dass es zweifelhaft sei, ob sie für den Lebensweg bedeutsam sind.

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