Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Erziehung >

Internet-Nanny: So surfen Kinder sicher

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sicher surfen  

Internet-Nanny: So surfen Kinder sicher

09.04.2013, 11:38 Uhr | dpa-tmn

Internet-Nanny: So surfen Kinder sicher. Kinder brauchen Hilfe beim Surfen im Internet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder brauchen Hilfe beim Surfen im Internet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jugendschutzprogramme versprechen, Kinder vor Gefahren im Netz zu schützen und gleichzeitig geeignete Inhalte zugänglich zu machen. Doch die Realität sieht anders aus. Seiten mit Pornos und Gewalt oder Mobbing im Chat - für Kinder lauern im Internet jede Menge Gefahren. Kleine Surfer brauchen Hilfe bei ihren ersten Schritten im Netz. Doch wer passt auf, wenn sie mal allein im Internet unterwegs sind?

Große Auswahl an Sicherheitsprogrammen erhältlich

Sicherheitsprogramme versprechen Schutz vor Schund und Schmuddel. Die Auswahl kostenpflichtiger Programme ist inzwischen groß. Es gibt aber auch Kindersicherungen in Betriebssystemen oder kostenlose Programme mit Filtersystemen wie "JuSProg" oder "KinderServer", die von staatlicher Seite unterstützt werden.

Eltern-Service 
Nützliche Tools für Eltern

Unsere kostenlosen Rechner, Kalender und Checklisten erleichtern Ihren... mehr

Prinzip Whitelist: bestimmte Seiten zulassen

Sogenannte Whitelist-Systeme lassen nur bestimmte von Fachleuten als kindgerecht eingestufte Seiten zu, alle anderen sind gesperrt. Das Kind bewegt sich also in einem geschützten Raum. Sucht es nach Begriffen wie "Sex" oder "Porno", landet es auf kindgerechten Seiten von Kindersuchmaschinen wie www.blindekuh.de oder www.fragfinn.de.

Oft können Eltern die Whitelist erweitern und ihren Schützlingen zusätzlich Zugriff auf ausgewählte Seiten - etwa Nachrichtenportale - erlauben. "Eine Whitelist bietet sich eher für jüngere Kinder bis zehn Jahre an", sagt Birgit Kimmel von der EU-Initiative Klicksafe. "Bei älteren Kindern kommt es schnell zu Diskussionen, weil sie bei jeder Seite wieder um Erlaubnis fragen müssen."

Prinzip Blacklist: bestimmte Seite sperren

Für ältere Kinder bieten sich eher Blacklist-Systeme an: Im Prinzip sind alle Seiten aufrufbar, nur einschlägige Porno-, Gewalt- oder Hetzseiten stehen auf der Liste und werden geblockt. "Angesichts der Masse an Websites können diese Filtersysteme keinen absoluten Schutz bieten", erklärt Axel Kossel von der Computerzeitschrift "c't", die 17 Filtersysteme getestet hat. "Außerdem kommen täglich Hunderte neue Seiten hinzu." Hier sollten Eltern zusätzlich - in Absprache mit den Kindern - auch die Internetchronik kontrollieren.

Filter suchen nach verbotenen Wörtern

Oft kombinieren Programme aber auch beide Filtersysteme oder lassen sich von White- auf Blacklist umstellen oder umgekehrt. Zusätzlich arbeiten sie meist mit automatischen Blockiersystemen, die auch Seiten mit sogenannten Forbidden Words sperren, die auf ungeeignete Inhalte hinweisen, aber nicht auf der Liste stehen. "Oft meinen es die Filter dabei aber zu gut", sagt Kossel. Denn auch das Wort "Rechtsexperte" enthalte das Wort "Sex". Einige Programme blockieren dann vielleicht Seiten, die durchaus kindgerecht sind.

Eigenes Benutzerkonto für das Kind

"Absolute Sicherheit bietet kein Programm", sagt Kossel. "Zu jedem Filter, gibt es einen Weg, um ihn auszutricksen." Damit der Nachwuchs das System nicht einfach ausschalten kann, sollte es mit einem Passwort geschützt werden. "Generell empfiehlt es sich, für das Kind am PC ein eigenes Benutzerkonto einzurichten", sagt Kimmel. "So kann man verhindern, dass Kinder Administratoren-Rechte haben, um Einstellungen am Computer zu ändern."

Filter können "ausgetrickst" werden

Findigere Nachwuchssurfer könnten den Computer theoretisch auch mit einem externen Betriebssystem von einem USB-Stick oder von einer DVD starten und so die Filter umgehen, erklärt Kossel. Das können Eltern in der Komponentenverwaltung des Rechners (BIOS oder UEFI) verhindern. Die Boot-Reihenfolge muss so geändert werden, dass die interne Festplatte an erster Stelle steht. Und als Zugangsschutz zum BIOS/UEFI muss ein Passwort gesetzt werden. In das Menü gelangt man, wenn man nach dem Start die F2- oder Entf-Taste gedrückt hält.

Mailprogramme für Kinder nutzen

Nichts ausrichten können Filter in der Regel gegen Chats und E-Mails, über die Kinder auch mit Schmuddel-Inhalten oder gefährlichen Unbekannten in Kontakt kommen können, sagt Kimmel. Kinder sollten moderierte Kinderchats wie den Seitenstark-Chat oder Mailprogramme wie Mail4Kidz oder Grundschulpost nutzen, bei denen die Eltern kontrollieren, mit wem die Kinder in Kontakt treten.

Auch bei mobilen Geräten auf Schutz achten

Auch für Smartphones und Tablet-Computer gibt es mittlerweile Filter-Apps. "Schutzprogramme auf mobilen Geräten stecken aber noch in den Kinderschuhen", sagt Kossel. Gerade bei mobilen Geräten sollten Eltern Kinder beim Surfen möglichst gut begleiten.

Medienerziehung nicht vernachlässigen

Generell sollten sich Eltern nicht nur auf Programme verlassen, sagt auch Kristin Langer von der Initiative "Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht". "Filterprogramme können Eltern zwar technisch unterstützen. Eine Medienerziehung ersetzen sie aber nicht." Wichtig sei es, Zusammenhänge zu erklären, vor Gefahren zu warnen und Hilfestellungen bei Problemen zu bieten.

Gemeinsam gute Seiten aussuchen

"Das Massenangebot im Internet überfordert Kinder leicht", weiß die Expertin. Gemeinsam sollten gute Kinderseiten ausgesucht werden - etwa bei den Kindersuchmaschinen oder auf Klick-Tipps bei kids.t-online.de

Auch das "Surfschein"-Angebot auf www.internet-abc.de könne helfen, Kindern den richtigen Umgang mit dem Netz beizubringen. Später könne man die Freiheiten schrittweise ausbauen und irgendwann nur noch mit Blacklists oder einer Zeitbegrenzung arbeiten, sagt Langer. "Nur gut vorbereitet können sie später auch alleine im Internet klarkommen."

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal