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Arbeitsmarkt  

Bildungsgrad prägt Familienplanung

19.01.2009, 16:05 Uhr | mmh, dpa

. Junge Frau schaut traurig aus dem Fenster.

Ausbildung beeinflusst die Familienplanung. (Bild: imago)

Selbst bei drohender Arbeitslosigkeit entscheiden sich Frauen mit niedrigem Bildungsgrad früher für ein erstes Kind als gut ausgebildete Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Joblosigkeit bedeutet finanzielle Engpässe

Die Studie geht der Frage nach, wie sich Arbeitslosigkeit in europäischen Wohlfahrtsstaaten auf Familiengründungen auswirkt. "Joblosigkeit geht einher mit drohenden finanziellen Engpässen, die eine Familiengründung auf unsichere Basis stellen", sagte DIW-Familienexperte Christian Schmitt. Besser ausgebildete Frauen würden sich in dieser Situation eher auf eine schnelle Rückkehr ins Berufsleben konzentrieren.

Endgültiger Ausstieg oder schnelle Rückkehr

"Ein Kind kann zu einem solchen Zeitpunkt den endgültigen Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt bedeuten", sagte Schmitt. Zudem seien viele davon abgeschreckt, mit einem Kind stärker finanziell und sozial vom Partner abhängig zu sein. Dieser Verzicht auf Nachwuchs ist jedoch in Deutschland nicht so verbreitet wie etwa in Frankreich, wo Frauen eine besonders enge Bindung zum Arbeitsmarkt aufwiesen. Umgekehrt bewirke das traditionellere Rollenverständnis in Deutschland oder Großbritannien, dass Frauen mit niedrigem Schulabschluss und langen Phasen ohne Job - also Faktoren, die eine Rückkehr in die Arbeit ohnehin erschwerten - besonders früh zu einem ersten Kind tendierten.

Arbeitslose Männer schrecken vor Elternschaft zurück

Arbeitslose Männer hingegen schrecken laut Studie in allen untersuchten Ländern - neben Deutschland, Frankreich und Großbritannien auch Finnland - vor einer Vaterschaft zurück. Schmitt führt das auf die Befürchtung zurück, die künftige Familie nicht ausreichend versorgen zu können.

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