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Steuererklärungen für Familien

20.03.2009, 14:32 Uhr | mmh, dpa

Steuererklärung: Steuertipps für Familien. Pauschale oder Freibetrag: Das können Familien bei der Steuer sparen.

Pauschale oder Freibetrag: Das können Familien bei der Steuer sparen. (Bild: Imago)

Singles haben es leicht - zumindest bei der Steuererklärung. Sie können meist nicht viel absetzen. Anders ist das bei Eltern und Eheleuten: Hier gibt es zahlreiche Freibeträge und Ausgaben, die in die Formulare eingetragen werden können. Aber der Aufwand lohnt sich oft. Viele Kosten etwa für die Betreuung oder Ausbildung der Kinder können geltend gemacht werden..

Von Au-Pair-Mädchen bis Privatschule

Verheiratete und zusammen veranlagte Eltern können für jedes gemeinsame Kind einen Kinderfreibetrag von 3864 Euro abziehen. Zusätzlich gibt es noch einen weiteren Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungsbedarf von 2160 Euro, wie Jörg Schwenker, Geschäftsführer der Bundessteuerberaterkammer in Berlin, erklärt. "Für Ledige und dauernd getrenntlebende Ehegatten halbieren sich diese Beiträge."

Kinderfreibetrag gegen Kindergeld

Der Anspruch auf Kinderfreibetrag wird gegen das Kindergeld abgewogen. So erhalten alle Eltern erst einmal für ihre minderjährigen Kinder monatlich das Kindergeld ausgezahlt. "Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer prüft das Finanzamt von Amts wegen, ob anstelle des Kindergeldanspruchs für das einzelne Kind die Freibeträge für Kinder abzuziehen sind", erklärt Schwenker. Ist die Steuerersparnis durch Abzug der Freibeträge höher als der Anspruch auf Kindergeld, werden diese Freibeträge vom Einkommen abgezogen: "Gleichzeitig wird dann die ermittelte Einkommensteuer um den Betrag des Kindergeldanspruchs erhöht."

Pauschale für Kinder in Ausbildung

Eine weitere Pauschale gibt es für alle Eltern, die ein volljähriges Kind in Ausbildung unterstützen, das auswärts untergebracht ist. "Dieser Freibetrag von 924 Euro vermindert sich aber um eigene Einkünfte und Bezüge des Kindes, soweit sie über 1848 Euro im Jahr liegen", erklärt Schwenker. Alleinerziehende Mütter oder Väter haben Anspruch auf einen zusätzlichen Freibetrag: Sie können den sogenannten Entlastungsbetrag von 1308 Euro ansetzen. Allerdings gibt es recht strenge Voraussetzungen dafür: "Der Entlastungsbetrag fällt schon dann weg, wenn nur ein weiteres Kind im Haushalt lebt, das bereits volljährig ist", sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin.

Tatsächliche Kosten

Zusätzlich zu diesen pauschalen Abzügen können Eltern noch verschiedene tatsächliche Kosten in die Einkommensteuererklärung eintragen. "Kinderbetreuungskosten, die wegen Erwerbs- oder Berufstätigkeit der Eltern oder Alleinerziehenden anfallen, sind wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzugsfähig", erläutert Anita Käding, Referentin für Steuerrecht beim Bund der Steuerzahler in Berlin. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Kinder jünger als 14 Jahre sind oder wegen einer Behinderung nicht in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen.

Sonderausgaben für Betreuung

Neben diesen erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten sind außerdem noch Kosten für die Betreuung als Sonderausgaben absetzbar. Dies kommt in zwei Fällen infrage: entweder als Betreuungskosten aufgrund von Krankheit, Behinderung oder Ausbildung der Eltern - oder als Betreuungskosten für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Dabei könnten die Betreuungskosten aber nicht in unbegrenzter Höhe angesetzt werden, erklärt Käding: "Bei allen Arten von Kinderbetreuungskosten sind jährlich zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens aber 4000 Euro pro Kind absetzbar." Abgesetzt werden können nicht nur die Gebühren für den Kindergarten, sondern beispielsweise auch die Ausgaben für Tagesmütter oder eine Nachbarin, die gegen Bezahlung auf die Kinder aufpasst, erklärt Rauhöft. Eltern, die Kinderbetreuungskosten bei ihrer Steuererklärung geltend gemacht haben, sollten den Bescheid vom Finanzamt genau prüfen, rät er: "Da werden oft Fehler gemacht."

Au-Pair und Haushaltshilfe

Auch Kosten für ein Au-Pair-Mädchen können beim Finanzamt geltend gemacht werden, sagt Käding: "Allerdings müssen die angefallenen Aufwendungen in Kinderbetreuungskosten und in Kosten, die auf die Arbeiten im Haushalt entfallen, aufgeteilt werden." Demnach gelten grundsätzlich 50 Prozent der gesamten Au-Pair-Kosten als Betreuungskosten, der Rest als Haushaltskosten. Die Ausgaben müssten durch einen Vertrag mit dem Au-Pair-Mädchen nachgewiesen werden, erklärt sie: "In dem Vertrag kann auch ein anderes Aufteilungsverhältnis von Kinderbetreuung und Haushaltshilfe festgeschrieben werden."

Privatschulen geltend machen

Wer sein Kind zu einer Privatschule in freier Trägerschaft schickt, kann das Schulgeld teilweise von der Steuer absetzen. Dabei können 30 Prozent dieser Ausgaben, höchstens jedoch 5000 Euro angesetzt werden: "Das gilt seit neuestem auch, wenn sich die Schule im europäischen Ausland befindet und zu einem allgemeinbildenden oder berufsbildenden Abschluss führt, der als mit einem Abschluss an einer deutschen öffentlichen Schule gleichgestellt anerkannt ist", erklärt Schwenker.

Gemeinsame Veranlagung

Ehepartner können dadurch sparen, dass sie bei der Einkommensteuer gemeinsam veranlagt werden und somit einen höheren Grundfreibetrag haben. In einigen Fällen könne es allerdings auch sinnvoll sein, sich zumindest für eine gewisse Zeit getrennt veranlagen zu lassen, erklärt NVL-Geschäftsführer Rauhöft: "Das kann etwa dann gelten, wenn ein Ehepartner hohe steuerfreie Lohnersatzleistungen, etwa durch im Ausland verdientes Geld, erhalten hat." Ob sich die getrennte Veranlagung lohnt, müsse sich der Steuerpflichtige selbst ausrechnen, erklärt Rauhöft: "Das prüft das Finanzamt nicht von selbst."

ratgeber.t-online.de: Einkommensteuererklärung: Warum sie sich fast immer lohnt

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