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Ausbildungsplätze: Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können

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Ausbildungsplätze  

Kinder bei der Bewerbung unterstützen

23.03.2009, 15:43 Uhr | sca, t-online.de, dpa

Ausbildungsplätze: Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können. Junge Leute helfen sich beim Binden der Krawatte.

Junge Leute helfen sich beim Binden der Krawatte. (Bild: Imago)

Schulabgänger müssen sich in diesem Jahr bei der Lehrstellensuche noch mehr anstrengen als sonst. Denn die Zahl der Ausbildungsplätze wird wegen des wirtschaftlichen Abschwungs aller Voraussicht nach abnehmen. Umso wichtiger sei es, sich intensiv mit der Berufswahl zu befassen, frühzeitig Bewerbungen zu schreiben und vor allem Durchhaltevermögen zu zeigen, sagte Thilo Pahl vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen.

Ausdauer ist wichtig

Angesichts der schlechten Geschäftslage erklärten 27 Prozent der deutschen Betriebe, weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Das ergab eine repräsentative Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), bei der mehr als 13 000 Unternehmen befragt wurden. Allerdings warteten viele kleine und mittlere Betriebe in diesem Jahr erst ab, wie sich die Auftragslage entwickelt, bis sie entscheiden, wie viele Ausbildungsplätze sie anbieten. "Man darf sich von den Nachrichten über die Wirtschaftskrise auf keinen Fall entmutigen lassen", sagte Pahl. Ausdauer sei deshalb wichtig. Jugendliche sollten nicht zu früh aufgeben und sich gegen eine betriebliche Ausbildung entscheiden, wenn sie zunächst einige Absagen erhalten. Auch der DIHK sieht die Zukunft der Schulabgänger positiv: Die sinkende Anzahl der Lehrstellen müsse nicht zwingend die Ausbildungschancen reduzieren. Die Studie stellte nämlich gleichzeitig einen Bewerberrückgang fest.

Nicht auf einen Beruf versteifen

Schulabgänger sollten sich keine Angst machen lassen und den Kopf nicht in den Sand stecken, sagte Pahl. Flexibilität auch bei der Berufswahl sei allerdings noch wichtiger als in den vergangenen Jahren: "Man sollte sich nicht auf einen Beruf versteifen, sondern möglichst früh überlegen, was möglicherweise sonst noch infrage kommt", empfahl der DIHK-Ausbildungsexperte. Eine Ausbildung sei in jedem Fall eine solide Grundlage für die berufliche Zukunft: Wenn das konjunkturelle Tief vorbei ist, würden viele Betriebe wieder Fachkräfte suchen. Wer in diesem Sommer als Azubi beginnt, habe anschließend als Berufseinsteiger voraussichtlich gute Chancen.

Jugendliche schätzen Rat der Eltern

Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Sie sind wichtige Partner ihres Kindes, denn bei der Berufswahl verlassen sich die meisten Jugendlichen auf das Urteil ihrer Eltern. Manche Jugendliche wissen bereits schon lange vor dem Schulabschluss, was sie gerne beruflich einmal machen wollen. Doch das sind sicher die Ausnahmen. Die meisten Jugendlichen sind bei der Berufsorientierung auf Unterstützung angewiesen - vor allem auf die von den Eltern. Drei Viertel der Mädchen bezeichnen ihre Mütter als sehr wichtig oder wichtig in diesem Prozess - 57 Prozent ihre Väter.

Rechtzeitig um Berufsorientierung kümmern

Besonders wichtig, ist es rechtzeitig gemeinsam mit den Kindern zu beginnen und nicht erst wenn die Schule abgeschlossen ist. Wenn ihre Kinder sich über ihr Berufsziel klar sind, können sie gezielte Bewerbungen schreiben. Und genau das sei der Schlüssel zum Erfolg: Die Bewerbung müsse immer auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten sein. "Wer hundert identische Bewerbungen abschickt, muss mit ebenso vielen Absagen rechnen", sagte von Wolfgang van Ooyen, Sprecher der Agentur für Arbeit in Köln. Der Personalverantwortliche merke sofort, ob sich jemand Mühe gegeben hat und die Firma kennt, oder nicht.

Stärken herausfinden

Weil es den einen "Beruf fürs Leben" nicht mehr gibt, ist es besonders wichtig, dass die Jugendlichen herausfinden, welche Stärken und Potenziale sie haben und welche Neigungen und Interessen Chancen für eine berufliche Entwicklung bieten. Ohne Unterstützung fällt es den Jugendlichen meist schwer, das herauszufinden. Als Eltern können Sie Ihrem Kind dabei helfen. Bedenken Sie nicht nur die schulischen Noten sondern auch andere Kompetenzen wie Organisationstalent, Verhandlungsgeschick, Umgang mit Menschen, technisches Interesse und überlegen Sie, welche Berufe zu diesen Fähigkeiten passen.

Praktika absolvieren

Ein weiterer Schritt: Ermutigen Sie Ihr Kind, Praktika zu absolvieren. Sie können die Chancen auf einen Ausbildungsplatz nach wie vor erhöhen. Darin bestehe besonderes Potenzial für Schüler mit schlechten Noten, die aber über gute handwerkliche Kenntnisse verfügen. "Besonders in kleinen Betrieben kann man sich durch gute Leistungen empfehlen und bereits den späteren Ausbildungsplatz sichern", so van Ooyen, Sprecher der Agentur für Arbeit in Köln. Dadurch könne die Hürde der Einstellungstests und Bewerbungsgespräche umgangen werden. Die persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers sollten ebenfalls auf den Betrieb abgestimmt sein. "Und sie sollten auch belegt werden", erklärte der Experte. Erfordert die Tätigkeit in der Firma soziale Kompetenz, könne der Bewerber das zum Beispiel anhand seiner Arbeit als Jugendbetreuer in einer Kirchengemeinde nachweisen.

Hitliste der Ausbildungsberufe

Die Hitliste der Ausbildungsberufe sieht bei Jungen und Mädchen allerdings ganz verschieden aus. "Mädchen bevorzugen fast ausschließlich Dienstleistungsberufe", sagte Gerhard Ulrich vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB). "Bei Jungen stehen auch einige gewerbliche Berufe weiter oben." Wer die Liste der bei Mädchen häufigsten Beruf durchgeht, finde in der Berufsbezeichnungen Wortbestandteile wie "Helferin", "Büro", "Mode" oder "Labor". Bei den Jungen sei das nicht so, dort tauchen dann eher "Industrie", "Metall", "Bau" oder "Informat" auf.

Schlechtere Chancen

Für die Mädchen ist die Festlegung auf Dienstleistungsberufe ein deutlicher Nachteil: "Sie sind mit Abstand besser in der Schule", sagte Ulrich, "aber sie haben die schlechteren Chancen bei der Ausbildungsplatzsuche." So sind drei Monate nach dem Schulabschluss bereits 58 Prozent der Jungen mit einer Lehrstelle versorgt. Bei den Mädchen sind es nur 42 Prozent. Das habe stark mit der Berufswahl zu tun. Schließlich entscheiden nicht nur die Noten, sondern auch die Konkurrenzsituation: In den von den Mädchen bevorzugten Berufsgruppen gebe es oft sehr viele Bewerberinnen. Der Girls' Day am 23. April 2009 bietet eine Möglichkeit, auch mal in andere, frauenuntypische Berufe reinzuschnuppern. Ermutigen Sie Ihre Tochter, an dem Tag teilzunehmen und bei der Bewerbung auch andere Berufe ins Auge zu fassen.

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