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Berufsausbildung: Tipps für junge Berufsanfänger

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Vorsicht Fettnäpfchen: Auszubildende in der Probezeit

15.04.2009, 11:39 Uhr | iri, dpa

Berufsausbildung: Tipps für junge Berufsanfänger. Handschlag zwischen Geschäftsleuten.

Aktiv auf Kollegen zugehen und sich vorstellen. (Bild: Imago)

Das teure Bewerbungsfoto im geliehenen Anzug und das endlose Praktikum in den Sommerferien haben sich gelohnt: Der Vertrag ist unterschrieben, der erste Ausbildungstag beginnt - und mit ihm die Probezeit. Der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg nennt sie die "Verlobungszeit" zwischen Unternehmen und neuem Mitarbeiter: Beide könnten sich nun kennenlernen und herausfinden, ob sie zusammenpassen.

Keine Mindestdauer für Kennenlernphase

Maximal sechs Monate darf diese Phase des gegenseitigen Beschnupperns Eckert zufolge dauern. Eine Mindestdauer gebe es aber nicht. Wer in dieser Zeit merkt, dass sich hier nicht zusammenfügt, was scheinbar zusammengehört, kann die Verbindung leicht wieder lösen: Die Kündigungsfrist ist während der Probezeit von vier auf zwei Wochen verkürzt, triftige Gründe zu nennen ist für die vorzeitige Beendigung sind nicht notwendig. Automatisch gelte diese Regelung aber nicht, erklärt Eckert: Die Probezeit müsse im Arbeitsvertrag festgeschrieben sein.

Persönliche Beziehung zu den Kollegen aufbauen

Ob sie vier Wochen oder vier Monate dauert, zu Beginn müssen Lehrlinge vor allem eines erreichen: eine persönliche Beziehung zu den Kollegen aufbauen. Das sei vielen Berufsanfängern nicht klar, sagt Business-Trainerin Carolin Lüdemann aus Stuttgart: "Die meisten gingen davon aus, dass sie sich durch ihr fachliches Können beweisen müssen. Tatsächlich könnten Auszubildende dieses aber überhaupt erst zeigen, wenn sie Zugang zu den Kollegen gefunden haben." Grundsätzlich sollte der oder die Neue deshalb aktiv auf die Kollegen zugehen und sich vorstellen. Wer dabei auch ein wenig Privates über seine Herkunft, seine Interessen und seinen Werdegang erzählt, zeige, dass er offen ist, und schaffe eine gemeinsame Gesprächsgrundlage. Bei den ersten Gesprächen sollte einer nicht vergessen werden: der Chef. Dieser freue sich oft besonders über eine nette Plauderei, sagt Lüdemann. Denn die meisten Arbeitnehmer reden im ganzen Jahr nur eine Stunde mit ihm.

"Lieber zu viel als zu wenig"

Für den ersten Eindruck spielen natürlich auch nonverbale Signale eine große Rolle: Lächeln, Blickkontakt und eine offene Körpersprache. Für den Kleidungsstil gilt laut Lüdemann die Faustregel: "Lieber zu viel als zu wenig, einen Gang zurückschalten kann man immer."

Umgang der Kollegen beobachten

Bei der Kontaktaufnahme lauern aber auch einige Fallen. So warnen die Arbeitsweltexperten Christian Püttjer und Uwe Schnierda in einem Ratgeberbuch zum Thema davor, sich früh von Unterstützern vereinnahmen zu lassen, die den Neuling mit offenen Armen empfangen. Ohne es zu bemerken, könne sich dieser einem Außenseiter anschließen und sich so isolieren - oder Teil einer Gruppe werden und so in Grabenkämpfe innerhalb der Abteilung hineingezogen werden. Um das zu vermeiden, sollten Auszubildende zu Beginn aufmerksam den Umgang der Kollegen beobachten, rät Lüdemann. Auf diese Weise lassen sich auch Abteilungsrituale erkennen, die sich über die Jahre entwickelt haben: Beispielsweise, ob es Firmenbrauch ist, dass der Neue Kuchen und Sekt mitbringt - oder ob Alkohol im Büro verpönt ist.

Oberstes Gebot: Aufgaben pünktlich erledigen

Wenn die erste Kennenlernphase vorüber ist, müssen Chef und Kollegen natürlich auch mit Leistung überzeugt werden. Dabei sei es oberstes Gebot, dass die zugewiesenen Aufgaben pünktlich erledigt werden, raten Püttjer und Schnierda. Um sich nicht zu verzetteln, sollten Berufsanfänger den Schwerpunkt auf Arbeiten legen, die die meiste Anerkennung bringen - und Kollegen und Chef bei Gelegenheit dafür danken, welche Anlaufschwierigkeiten mit ihrer Hilfe überwunden wurden.

Kritik als Anregung betrachten

Irgendwann aber macht fast jeder Anfänger Fehler. Dann gelte es, sportlich mit Kritik umzugehen, sagt Lüdemann: "Man sollte dankbar für Kritik sein, denn ohne sie lernt man nichts aus seinen Fehlern." Auch Püttjer und Schnierda raten, Kritik nicht als persönlichen Angriff, sondern als Anregung aufzufassen und den sachlichen Kern herauszuarbeiten. Selbst bei unsachlichen Vorwürfen sollten Azubis nicht Öl ins Feuer gießen, sondern das Gespräch auf eine sachliche Ebene lenken.

Trotz vorzeitiger Beendigung kein Versager

Wenn sich die persönlichen Attacken aber häufen oder der Neue gezielt gemobbt wird, könne eine Trennung manchmal unausweichlich sein. Wer nach reiflicher Überlegung hinschmeißt, muss sich aber nicht sorgen, als Versager abgestempelt zu werden. Schließlich schätzen Püttjer und Schnierda, dass jede vierte Probezeit mit der vorzeitigen Trennung endet. Und je früher der enttäuschte oder gedemütigte Auszubildende den Schrecken beendet, desto schneller kann er eine neue "Verlobung" anbahnen. Das frische Bewerbungsfoto liegt ja noch in der Schreibtischschublade.

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