Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Wohnen: Mit Kindern ändern sich die Ge-Wohnheiten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Wohnmodelle  

Mit Kindern ändern sich die Ge-Wohnheiten

04.05.2009, 16:38 Uhr | Robert Scholz

Wohnen ist Leben, sagt man. Wie und wo man wohnt, bestimmt entscheidend die Lebensqualität mit. Für Familien spielen die praktischen Erwägungen des Wohnortes eine große Rolle. Szeneviertel, Clubs, Restaurants und Cafés - all das muss hinter der Nähe und Erreichbarkeit potentieller Schulen, Kindergärten, Spielplätze und Supermärkte zurückstehen. Mit Kind verändern sich die Ge-Wohnheiten.

Kaum Entwicklungspotential bei Familien

Eine demografische Studie des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. sieht für die Familie wenig Entwicklungspotential, auch wenn sich die Geburtenzahlen in den letzten Jahren etwas stabilisiert haben. Die Wohnungsnachfrage der Zukunft wird vom Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. wie folgt prognostiziert: "Da sind einmal die größeren Familien (…). Sie drängen zumeist in die Umlandkreise von Großstädten und können dort durchaus 20 Prozent der privaten Haushalte ausmachen. Ihr Anteil wird aber tendenziell zurückgehen.“

"DINKS" und Senioren liegen vorn

Die Familie liegt ganz klar hinter den Doppelverdienenden-Zweipersonenhaushalten ohne Kinder und den Senioren. Deswegen werden die Angebote für die Familien in den nächsten Jahren schwieriger, sofern man kein Eigentum erwerben kann oder will. Die sogenannten "Speckgürtel" der Großstädte bleiben den Familien mit entsprechendem Einkommen vorbehalten. Wer mietet, wird sich in der Stadt gegen eine steigende Klientel von sogenannten "DINKS" (Double-Income-No-Kids: doppeltes Einkommen, keine Kinder) durchsetzen müssen. Freilich kollidieren diese Mietergruppen in ihren unterschiedlichen Ansprüchen und Interessen.

Suche nach Sicherheit, Natur und Ruhe

Die Mieter-Familie wird demnach in die städtischen Randlagen ausweichen müssen, wo Mieten noch bezahlbar sind und Kinder noch keine Minderung der hohen "…Ansprüche an die Wohnungen…“ darstellen. Aber viele Familien wollen ganz raus aus der Stadt. Sie suchen Sicherheit für ihre spielenden Kinder, Natur und Ruhe. Sie nehmen dafür weitere Wege in Kauf und ein Leben im und mit dem Auto. Finanziell gestützt wird dieses durch die Pendlerpauschale und die frühere Eigenheimzulage, bzw. die Förderung im Rahmen der Riester Rente, dem sogenannten "Wohn-Riester".

Stadt oder Land?

Die Entscheidung für Stadt oder Land, ist letztlich eine persönliche, ganz private. Sie wird zuerst einmal geprägt durch die beruflichen Umstände und Gegebenheiten, welche die finanziellen Grundlagen für ein Leben auf dem Lande bilden. Denn das Land ist nicht zwangsläufig billiger. Mal abgesehen von dem Erwerb von Wohneigentum, bringt das Leben auf dem Land zusätzliche Kosten in Form von zum Teil erheblich höheren Nebenkosten und, in den meisten Fällen, einem Zweitwagen mit sich.

Sind wir vorbereitet auf das Landleben?

Einige Fragen sollte man sich vorab innerhalb der Familie stellen. Nehmen wir eine durchschnittliche Beispielfamilie: Sabine, 31, beruflich erfolgreich, und ihr Mann, Karsten, 35, suchen nach der Geburt ihres zweiten Kindes die Idylle des Landes. Bisher blieben sie der Stadt aus Überzeugung treu. Genossen die kürzeren Wege, das Nachtleben nebst Babysitter, die Anonymität - kurz: die Annehmlichkeiten des aufregenden Stadtlebens. Nun also das Dorf: Die "Gegenwelt", die keine sein muss, aber für die meisten Städter am Anfang erstmal eine ist. Sabine und Karsten sollten sich ehrlich fragen:

- Sind wir darauf vorbereitet, uns in eine gewachsene, dörfliche Gemeinde zu integrieren?        

- Kann ich die engeren sozialen Kontakte wirklich aushalten?

- Werden die längeren Versorgungs- und Arbeitswege wirklich durch die Ruhe, die relative Sicherheit für die Kinder und die Natur aufgewogen?

- Ist mein Leben auf dem Land mit meiner Arbeitsbelastung vereinbar? Oder anders gefragt: Ist der längere Weg vereinbar mit meinen Überstunden und anderweitigen beruflichen Verpflichtungen?

- Sind Freunde und Verwandte kurzfristig erreichbar, wenn zum Beispiel Hilfe in der Kinderbetreuung benötigt wird?

- Kaufen oder mieten wir? Wie ist unsere finanzielle Basis ausgerichtet auf diesen Schritt?

- Welche Förderung können wir in Anspruch nehmen?
Sabine und Karsten könnten aber auch, statt dem Landleben neue städtische Wohnformen wählen, die eine Mischform aus den Vorzügen der Stadt und des Landes darstellen. Diese sind in vielen Städten Deutschlands auf dem Vormarsch. Viele haben nach Angaben des Deutschen Städtetages Programme entwickelt, die Familien in ihren speziellen Bedürfnissen besser zur Kenntnis nehmen.

Beispiel: Stadthäuser

Vor allem in den Städten der neuen Bundesländer werden die Stadthäuser wieder neu entdeckt. Dies ist kein Zufall. Stadthäuser bieten speziell dort die Möglichkeit, die Baulücken der vergangenen Jahre zu schließen und innovativen Wohnraum für Familien zu schaffen.

Stadthäuser verbinden Vorteile des Stadt- und Landlebens

Die Stadt Leipzig zum Beispiel begann 2003 damit, Brachflächen für Stadthäuser auszuweisen. Zielgruppe war die junge Familie. Bis heute sind 100 Häuser zu Quadratmeterpreisen von 1300 bis 1500 Euro, inklusive des Grundstücks, entstanden. Weitere 50 Bauanträge liegen der zuständigen Behörde für die nächsten Jahre vor. Alle Gebäude können individuell gestaltet werden und liegen in einem Radius von drei bis vier Kilometern vom Stadtkern. Hier werden die Vorteile beider Lebensformen integriert: Man ist im städtischen Umfeld, mit all seinen Infrastrukturvorteilen, kann aber das kleine, grüne Glück mit der Familie genießen.

Die Wiederkehr des Schrebergartens

Und, der Schrebergarten kommt zurück, gerade bei jungen Paaren mit Kind. Etwa 20 Prozent der 1,2 Millionen deutschen Kleingärten werden von Familien bewirtschaftet. Dieser Anteil hat sich zwar in den letzten Jahren kaum verändert, so die Kleingartenstudie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aus dem Jahre 2008, aber: "Unter den Neuverpachtungen der letzten fünf Jahre lag der Anteil von Familien mit Kindern allerdings bei fast 45 Prozent.“, so die Studie. Und weiter heißt es: „In den Großstädten ist die Nachfrage von Familien größer als im Durchschnitt.“ Schrebergärten bieten also die Möglichkeit, der Stadt mit ländlicher Idylle zu begegnen und den Kindern ein bisschen Natur zu schenken.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Was dieser Arzt gleich macht ist einfach unglaublich

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal