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Familie und Beruf: Junge Mütter sind ökonomisch sinnvoll

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Karriere  

Junge Mütter: Ökonomisch sinnvoll!

03.07.2009, 13:34 Uhr | mmh, t-online.de

Familie und Beruf: Junge Mütter sind ökonomisch sinnvoll. Junge Mutter hält ihr Kind auf dem Arm und schaut aus dem Fenster.

Gute Karriere-Aussichten für junge Mütter. (Bild: Imago)

Tick, tick, tick - die biologische Uhr tickt bei Frauen ständig. Und mit jedem süßen Baby, das aus einem Kinderwagen strahlt, mit jeder Freundin, die glücklich verkündet, dass sie schwanger ist, noch lauter. Was tun: Dem Wunsch nachgeben und sofort die Verhütung bleiben lassen oder vernünftig sein und das Ticken überhören? Aber: Ist das überhaupt vernünftig? Warum eigentlich immer erst Ausbildung, Karriere, Eigenheim und dann Kinder? Warum nicht einfach mal bewusst die Reihenfolge umdrehen? Es kann Spaß machen und wirtschaftlich sogar richtig vernünftig sein.

Gibt es das ideale Mama-Alter?

Was ist überhaupt das ideale Alter, die ideale Lebensphase, um schwanger zu werden? Biologen, Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler haben da ganz unterschiedliche Ansichten. In den 70er Jahren war es noch ganz normal, mit 20 Mutter zu werden, heute ist jede vierte schwangere Frau über 35, viele davon mit dem ersten Baby. Wir malen uns mal aus, wie es wäre, wenn man mit 20 schon Mama würde. Was macht den Reiz der jungen Mamis aus? Mal abgesehen davon, dass die Gefahr von Krampfadern, des Erschlaffens des Beckenbodens und der dauerhaften Gewichtszunahme nach der Geburt wesentlich kleiner ist.

Junge Väter sind gefragt

Wichtig ist vor allem: Der dazugehörige Vater muss stimmen, außer man sucht von vornherein nur einen "Erzeuger“ und will alleine erziehen. Die Garantie, dass es  eine lebenslange Partnerschaft wird, gibt es ohnehin nicht. Also: Je jünger man Kinder bekommt, desto länger ist man mit diesem zauberhaften Menschen als Familie zusammen und kann gemeinsam wieder jung sein, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind oder man ist im Falle einer Trennung noch jung genug für einen neuen Partner. Aber Achtung: "Ältere“ Herren sind hier nicht zu empfehlen. Mit 35 tickt auch bei Männern die biologische Uhr und die Qualität der Spermien nimmt ab. Die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung sinkt und die Gefahr eines Defektes beim Kind steigt.

Junge Großeltern sind der Geheimtipp!

Oma und Opa sind sicherlich zuerst schockiert und fürchten, dass die ganze Investition in die Ausbildung des Kindes, also der Jetzt-Mama völlig umsonst gewesen sei. Sie werden aber bald völlig vernarrt in das Kleine sein, und selbst noch so fit, dass sie unheimlich viele tolle Dinge mit dem Kind unternehmen. Die weitere Ausbildung und diverse Party-Besuche sind also gesichert.

Babywünsche wecken

Da man mit 20 Jahren vermutlich die erste im Freundeskreis mit Nachwuchs ist, werden die Herzen aller Freundinnen schmelzen. "Darf ich ihn mal halten?", werden junge Mütter oft hören und sie sollten jedes Angebot für Babysitter-Dienste annehmen. Schließlich wollen die Freundinnen ja üben.

Jung, lässig, cool

Je jünger man ist, desto weniger Gedanken macht man sich über die Gefahren einer Schwangerschaft. Diese Unbedarftheit, die nichts mit Verantwortungslosigkeit zu tun hat, kann oft hilfreich sein. Ältere Eltern haben einen Hang zur Perfektion, ihnen fehlt diese Lässigkeit, auch in Erziehungsfragen. Vermutlich sind die zukünftigen Teenager irgendwann ziemlich stolz auf ihre fitten jungen Eltern.

Super-Karriere-Start mit Kind

Nicht zuletzt ist es förderlich für die Karriere, mit Kind durchzustarten: Junge Mütter arbeiten effizient, beherrschen Zeitmanagement, haben sich in der Kinderkrippe engagiert, sind krisenerprobt und haben immer einen Plan B in der Schublade. Studentinnen mit Kindern können vielfache Betreuungsangebote wie Uni-Kinderkrippen und finanzielle Unterstützungen nutzen. Und wenn die wichtigen Weichen in der kritischen Karrierephase - zwischen 30 und 35 - gestellt werden, planen die anderen Frauen ihre Babypause. Also: Platz da für die jungen Mütter!

Altes DDR-Ideal

In den neuen Bundesländern entscheiden sich immer mehr Studentinnen und Studenten dafür, früh eine Familie zu gründen. Dahinter steckt wohl das alte DDR-Ideal, nämlich, dass Beruf und Familie vereinbar seien, so vermuten die Autoren der Studie: Nach der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes sind neun Prozent aller Hochschüler an den ostdeutschen Unis einschließlich Berlin Mutter oder Vater. Vor sechs Jahren waren es dagegen nur sechs Prozent. Bundesweit haben rund 120.000 Studenten mindestens ein Kind zu versorgen, das sind sieben Prozent aller Hochschüler, so berichtet "Der Westen". Allerdings habe sich auch im Osten der Mut zum Kind wieder neu entwickeln müssen, auch hier gab es einen Knick in der Geburtenentwicklung. Allerdings wünschen sich die Studenten-Mütter mehr Entlastung ind en Abendstunden, um dann die ruhige Zeit zum Lernen zu nutzen. An der Betreuungs-Infrastrultur hapere es noch.

Frauen an die Wirtschaftsmacht

Der Ingolstädter Wirtschafs- und Sozialwissenschaftler André Habisch sieht in der "Feminisierung des Führungsnachwuchses“ eine große Chance und nicht nur für Führungskräfte. "Frauen sind einem Unternehmen viel treuer als Männer, sie bleiben durchschnittlich zwölf Jahre, Männer viel kürzer“, erklärt er. Dadurch entstehe eine starke Betriebsbindung, gute Mitarbeiterkonditionen auch im Hinblick auf eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen also eine Investition in die Mitarbeiter-Bindung dar. Die Personalabteilungen berücksichtigen bei der Mitarbeiter-Rekrutierung zunehmend die hochqualifizierten Frauen. Und die können wählerisch sein. Nur die Unternehmen, in denen sich Familie und Karriere vereinen lassen, kommen als Arbeitgeber in Frage. Diese Unternehmenskultur kommt auch den weniger qualifizierten Arbeitnehmerinnen zugute.

Kundenorientierte Betreuung

Daraus entsteht eine neue "Kundenorientierung im Betreuungssektor“, schildert Habisch den Veränderungsprozess. Unternehmen organisieren oft eigene Betreuungseinrichtungen. "Wie konzipiere ich eine Betreuung so passgenau, dass sie den Notwendigkeiten der Nutzer entspricht?“ Die logische Konsequenz daraus: "Frauen können früher eine Familie planen, da sie dann genügend Zeit und Spielraum haben, um die Karriere anzugehen.

Theorie und Praxis im Unternehmen

Diese Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für die sich beispielsweise die Hertie-Stiftung stark macht, ist inzwischen eine gesellschaftspolitische Leitvorstellung. Ob sie gelingt, hängt davon ab, ob sie in den Betrieben abgefedert ist. Die Hertie-Stiftung zeichnet Unternehmen aus, denen dies vorbildlich gelingt, die Jury achtet dabei auf die Übereinstimmung zwischen dem rechtlichen, institutionellen Rahmen und der gelebten Kultur. Ob also den schönen Worten in Unternehmensleitbildern auch Taten folgen, ob eine Mutter oder ein Vater auf Verständnis stößt, wenn sich Termine für Meetings nach den Öffnungszeiten der Kita richten. "Es ist für Berufseinsteiger und Neubewerber schwer zu durchschauen“, gibt Habisch zu. "Es ist eine Frage der Führungskräfte, aber wenn mehr Frauen mit Kindern Führungskräfte sind, wird sich da auch einiges tun und verbessern.“


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