Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Familie und Beruf: Wie die Babypause nicht zum Karriereknick wird

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Wiedereinstieg  

Wie die Babypause nicht zum Karriereknick wird

28.05.2009, 14:01 Uhr | iri, dpa

Familie und Beruf: Wie die Babypause nicht zum Karriereknick wird. Während der Elternzeit darf den Müttern nicht gekündigt werden.

Während der Elternzeit darf den Müttern nicht gekündigt werden. (Bild: Imago)

In Sonntagsreden werden sie gelobt - die Qualitäten der Mütter für das Berufsleben. Belastbar sind sie, gut organisiert und meist bringen sie eine hohe soziale Kompetenz mit - ganz abgesehen von ihrem fachlichen Wissen. Doch wenn es darauf ankommt, schrecken Arbeitgeber immer noch vor Müttern zurück. Schließlich müssen sie meist pünktlich gehen, fallen wegen kranker Kinder aus und sind nicht mehr so flexibel wie früher. Das Gesetz steht auf der Seite der Mütter, denn Schwangere und Frauen in Elternzeit dürfen nicht gekündigt werden. Allein auf ihr Recht sollten sich die Frauen aber nicht verlassen, wenn sie nach der Babypause wieder erfolgreich in den Job einsteigen möchten.

Arbeitgeber frühzeitig über Rückkehr informieren

"Frauen sollten früh beim Arbeitgeber deutlich machen, dass sie wiederkommen wollen und möglichst auch schon sagen, wann", rät die Personalberaterin Petra Bonnet aus Stuttgart. "Man sollte dem Arbeitgeber auch die eigene Kompetenz klarmachen und Lösungsvorschläge parat haben, wenn man nicht mehr zu 100 Prozent einsatzfähig ist", sagt die zweifache Mutter. Gerade moderne Kommunikationsmittel böten da viele Möglichkeiten.

Selbstständigkeit als Alternative

Außerdem sei es ratsam, schon während der Babypause darüber nachzudenken, ob man tatsächlich in den alten Job zurück will oder ob es Alternativen gibt, rät Friedegard Baier, Beraterin bei der Kontaktstelle Frau & Beruf der Wirtschaftsstiftung Südwest in Karlsruhe. "Oft ist eine Selbstständigkeit eine gute Alternative, weil man flexibler ist", ergänzt Madeleine Leitner, Karriereberaterin aus München. Denn nicht immer läuft alles so glatt wie gewünscht. "Viele Arbeitgeber sagen, sie könnten keine Teilzeitstelle anbieten", erklärt Baier. Allerdings müssten das die Firmen genau nachweisen, was in vielen Fällen schwierig ist. "Ich bin aber auch oft erstaunt, wie schlecht die Frauen über ihre Rechte informiert sind."

Anspruch auf Teilzeittätigkeit

Arbeiteten Frauen in einem Betrieb mit mehr als 15 Beschäftigten, haben sie einen Anspruch auf eine Erwerbstätigkeit in Teilzeit zwischen 15 und 30 Wochenstunden, erläutert das Bundesfamilienministerium in Berlin. Voraussetzung sei, dass das Arbeitsverhältnis vorher bereits mindestens sechs Monate bestand und die Teilzeitarbeit sich über mindestens zwei Monate erstreckt. Die Arbeitnehmerin muss dem Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor Wiederaufnahme der Tätigkeit ihren Wunsch auf Teilzeitarbeit schriftlich mitteilen. Dieser darf laut Ministerium nur ablehnen, wenn dringende betriebliche Gründe dagegen sprechen.

Unflexible Firmen

Die Beraterin hört immer wieder von Maschen der Arbeitgeber, um Mütter loszuwerden: "Manche lassen die Frauen einsteigen und kündigen erst nach den regulären drei Monaten." Das allerdings sei gar nicht so einfach. Andere Firmen zeigten sich schlicht extrem unflexibel. "Eine Frau sollte eigentlich zum August wieder anfangen, hatte aber erst ab September einen Kita-Platz." Die Firma stellte sich quer, die Mutter hatte eine schlechte Verhandlungsposition.

Zur "freiwilligen" Kündigung treiben

Arbeitgeber müssen die Frauen zwar wieder einstellen, aber nicht im identischen Job wie vor der Babypause. Und genau das kann eine gute Möglichkeit sein, eine Frau loszuwerden. "Manche kündigen dann von selbst, weil sie so unglücklich sind", erzählt Baier aus ihrer Erfahrung. Das hält sie allerdings für eine schlechte Idee, wenn noch kein neuer Job gefunden ist. Sie warnt auch davor, sich auf eine Abfindung einzulassen. "Das Geld ist meist sehr schnell aufgebraucht, und dann steht man irgendwann ohne Geld und ohne Job da."

Nachteile in Kauf nehmen

Madeleine Leitner rät zu Pragmatismus und Realismus. "Ein wirklicher Karriereknick lässt sich nur mit einer sehr kurzen Babypause abwenden", sagt sie. Natürlich hätten Mütter Nachteile, wenn sie wieder einsteigen und dann nicht mehr so einsatzfähig seien wie vorher. Eine Mitarbeiterin in Teilzeit berate eben nicht mehr die Topkunden und bekomme auch nicht die ganz großen Projekte.

Doppelbelastung nicht unterschätzen

Viele Mütter unterschätzten auch die Doppelbelastung und glaubten, mit Kindern so arbeiten zu können wie ohne. "Das ist aber nur in den seltensten Fällen so, dabei sollten die Frauen stolz darauf sein, was sie leisten", sagt Leitner.

Arbeitgeber darf während Elternzeit nicht kündigen

Der Arbeitgeber darf während der Elternzeit nicht kündigen. Der besondere Kündigungsschutz nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz trete mit Anmeldung der Elternzeit in Kraft, frühestens jedoch acht Wochen vor deren Beginn, erläutert das Bundesfamilienministerium in Berlin. Kündigt der Arbeitgeber trotzdem während der Elternzeit, müsse die betroffene Frau innerhalb von drei Wochen nach Bekanntgabe vor dem zuständigen Arbeitsgericht dagegen klagen. Versäumt sie diese Frist, gelte die Kündigung als rechtswirksam.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal