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Kita-Streik: Eltern-Frust wächst in der dritten Streik-Woche

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Kita-Streik  

Dritte Woche Kita-Streiks - Eltern-Frust wächst

03.06.2009, 16:15 Uhr | rev, dpa

Kita-Streik: Eltern-Frust wächst in der dritten Streik-Woche.

Kita-Streik: Wohin mit dem Kind? (Bild: Imago)

Die Stimmung kippt. In der dritten Woche der bundesweiten Kita-Streiks schwindet bei vielen Eltern das Verständnis für den Arbeitskampf. "Unsere Solidarität mit den Erzieherinnen kostet unsere Arbeitsplätze", befürchtet Claudia Jansen. "Ich habe schon meinen Sommerurlaub gekürzt, weil ich jetzt kurzfristig wegen der Streiks den Urlaub brauche", klagt auch die Alleinerziehende Bettina Schmoll bei einer Protestaktion im Kölner Rathaus.

Widerstand gegen den Streik

"Alle Eltern, die ich spreche, sind total fertig, die wissen nicht mehr, wo sie ihre Kinder hinbringen sollen", sagt Schmoll. Auch in anderen Städten rege sich Widerstand, berichtet Heike Müller, die ihren Job in einer Bügel- und Mangelstube bei Fehlzeiten riskieren würde. Ihre Tochter Laura erzählt: "Gestern war ich bei der Irene, gleich passt die Oma auf mich auf, und morgen gehe ich zu Mamas Freundin." Am ersten Streiktag Mitte Mai hatten bundesweit 11.000 Erzieherin die Arbeit niedergelegt, an Spitzentagen wurden sogar bis zu 15.000 Streikende gezählt.

Streik-Strategie wird geändert

"Ver.di sagt immer: 'Die Eltern stehen 100 Prozent hinter uns', aber das stimmt nicht mehr", meint Jansen. "Wir Eltern und unsere Kinder leiden unter der Situation. Die nehmen unsere Kinder als Schutzschilde." Ver.di-Landessprecher Uwe Reepen sieht zwar noch die "überwiegende Mehrheit" hinter den Erzieherinnen, kündigt aber an: "Wir werden unsere Streik-Strategie in der nächsten Woche ändern und nicht mehr möglichst flächendeckend, sondern mit Schwerpunkten in einzelnen Regionen streiken, um Eltern zu entlasten."

Durchhalten "bis zur Sommerpause"

Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) appellierte, den Arbeitskampf zu beenden und wieder zu verhandeln. Am 27. Mai waren die Gespräche für einen Gesundheits-Tarifvertrag für die 220.000 bei den Kommunen angestellten Erzieherinnen und Sozialarbeiter gescheitert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber und die Gewerkschaften Ver.di und GEW machen jeweils die andere Seite für das Scheitern verantwortlich. Eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht. Ver.di-Sprecher Reepen versichert: "Wir können bis zur Sommerpause durchhalten."

Eltern am Stöhnen

Das lässt Eltern aufstöhnen, denn auch die Notplätze sind für viele keine Alternative: "Man kann die Kleinen nicht einfach so in fremde Hände geben, die weinen natürlich bei den vielen unbekannten Gesichtern", sagt eine 33-Jährige. Barbara Hillebrand hat "uneingeschränktes Verständnis" für die Forderungen der Erzieherinnen, aber: "Am Tag neun geht einem doch allmählich die Puste aus." Nach rund 70 Anrufen an zwei Tagen ergatterte sie über Umwege für ihre zwei Kinder einen Notplatz. "Meinen Kleinen muss ich aber doch wieder mittags holen, weil es zu wenig Betten gibt." Eine andere Mutter plädiert dafür, lieber die städtischen Verwaltungen statt die Kitas lahmzulegen. Oder: "Warum blockiert Ver.di nicht mal die Autobahn? Das trifft alle, und dann würde es auch klappen mit einer Einigung."

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