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Familienförderung: So greift Vater Staat Familien unter die Arme

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Staatliche Unterstützung  

So greift Vater Staat Familien unter die Arme

25.06.2009, 13:23 Uhr | iri, dpa

Familienförderung: So greift Vater Staat Familien unter die Arme. Eltern planschen und spielen mit ihren Kindern im Meer.

Endlich Zeit für den Nachwuchs: Für geringverdienende Eltern gibt der Staat einen Zuschuss, wenn sie sich keinen Urlaub leisten können. (Bild: Imago)

Auch wenn Kinder einem vielleicht nicht die sprichwörtlichen Haare vom Kopf fressen - ein deutlicher Kostenfaktor im Familienbudget sind sie allemal. Aber der Staat greift Familien teilweise kräftig finanziell unter die Arme: von Kindergeld über Elterngeld bis zum Zuschuss für den Familienurlaub. Es ist allerdings nicht leicht, sich einen Überblick über die zahlreichen Angebote zu verschaffen und die für die eigene Situation passende Förderung zu finden.

"Es gibt einen ungeheuren Dschungel an finanziellen Förderungen für Familien", kritisiert Siegfried Stresing, Geschäftsführer des Deutschen Familienverbandes in Berlin. Tatsächlich zählt das Bundesfamilienministerium in einer Übersicht insgesamt 156 verschiedene familienpolitische Leistungen auf, deren Umfang im Jahr 2007 etwa 183 Milliarden Euro ausmachte. Viele sind nur für spezielle Lebenssituationen gedacht, andere sollten dagegen alle Eltern kennen.

Das Kindergeld

Die bekannteste finanzielle Förderung für Familien ist das Kindergeld. Eltern von minderjährigen Kindern erhalten die Förderung in Höhe von jeweils 164 Euro für das erste und zweite Kind, 170 Euro für das dritte und 195 Euro für jedes weitere Kind grundsätzlich. "Für volljährige Kinder bis 25 Jahren gibt es das Kindergeld in der Regel nur unter der Voraussetzung, dass sich das Kind in Ausbildung befindet", erläutert Stresing.

Der Kinderzuschlag: Alternative zu Hartz IV

Eine relativ junge finanzielle Hilfe für Eltern ist der Kinderzuschlag. Es wurde im Jahr 2005 parallel zum Arbeitslosengeld II eingeführt. "Der Kinderzuschlag soll verhindern, dass Familien mit eigenem Einkommen Hartz IV beantragen müssen", erklärt Stresing. Dabei steht es Eltern grundsätzlich offen, ob sie Hartz IV oder den Kinderzuschlag beantragen, wie Stresing erklärt. Für die Eltern sei im Voraus zudem kaum abzuschätzen, welche der beiden Subventionen für sie finanziell günstiger ist, erklärt Marion von zur Gathen, Referentin für Familienpolitik beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband in Berlin: "Die Entscheidung ist für die Familien eine Blackbox." Trotzdem rät sie Familien mit eigenem Einkommen, auf jeden Fall den Kinderzuschlag statt Hartz IV zu beantragen. Denn wer Arbeitslosengeld II erhält, für den gelten sämtliche damit verbunden Auflagen, sagt von zur Gathen: "Man muss sich dann beispielsweise abmelden, wenn man in Urlaub fährt. Theoretisch kann es sogar passieren, dass man einen anderen von der Arbeitsagentur angebotenen Job annehmen muss." Zudem wird eventuell vorhandenes Vermögen angerechnet. Beim Kinderzuschlag gelten diese Auflagen nicht.

Das Elterngeld

Ebenfalls verhältnismäßig neu ist das Elterngeld. Es soll Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes unterstützen, die ihren Job unterbrechen, weil sie sich um das Kind kümmern. Es beträgt grundsätzlich 67 Prozent des letzten Nettoeinkommen, maximal jedoch 1800 Euro. Für Geringverdiener gibt es einen Sockelbetrag von 300 Euro. "Das Elterngeld sollte man möglichst schnell nach der Geburt des Kindes beantragen, da die Bearbeitungsdauer oft recht lang ist", empfiehlt von zur Gathen.

Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende

Eine wichtige Hilfe für Alleinerziehende ist der Unterhaltsvorschuss. "Diese Leistung wird gezahlt, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil seinen finanziellen Pflichten nicht nachkommen kann", erklärt von zur Gathen. Der Vorschuss beträgt 117 Euro pro Monat für Kinder bis unter sechs Jahren. Für ältere Kinder bis unter 12 Jahren werden 158 Euro gezahlt. Die Förderung wird jedoch lediglich für höchstens 72 Monate von der Kommune übernommen.

Zuschüsse zur Urlaubskasse

Hilfe des Staates gibt es auch für geringverdienende Eltern, die sich keinen Urlaub leisten können. Die Zuschüsse zu sogenannten Familienerholungsmaßnahmen sind Ländersache, wie Sabine Franzen vom Katholischen Arbeitskreis für Familienerholung in Köln erklärt: "Die Anspruchsvoraussetzungen sind in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt." Das gleiche gelte für die Höhe des Zuschusses. Den Zuschuss zur Urlaubskasse gibt es allerdings nur für Aufenthalte in speziellen Familienerholungseinrichtungen. Die Träger dieser Einrichtungen - die Kirchen und die Wohlfahrtsverbände - bieten nach Angaben von Franzen ein breites Spektrum an: Darunter sind eher einfache Angebote wie Ferien auf dem Bauernhof genauso wie Häuser, die durchaus Hotelstandard haben.

Gute Beratung ist Mangelware

Eine unabhängige und flächendeckende Beratung über die finanziellen Leistungen für Familien gibt es nach Angaben von Siegfried Stresing nicht. "Eltern sollten sich immer an die Kommune wenden", rät er. Viele Städte und Gemeinden haben inzwischen spezielle Familienbüros, die auch über die finanziellen Förderungen beraten. Doch auch sie haben nach Stresings Erfahrungen nicht immer den Überblick über alle Leistungen, die teilweise von anderen Behörden ausgezahlt werden. Am besten sei es daher, wenn Familien sich untereinander austauschen.

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