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Kinderreport Deutschland 2010: Drei Millionen Kinder in Armut

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Kinderreport Deutschland 2010  

Drei Millionen Kinder leben in Armut

25.11.2009, 15:05 Uhr | rev

Kinderreport Deutschland 2010: Drei Millionen Kinder in Armut . Kinderreport: Drei Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut.

Kinderreport: Drei Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut. (Bild: Imago)

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat heute in Berlin den „Kinderreport Deutschland 2010“ vorgestellt. Mit dem neuen Kinderreport zieht das Deutsche Kinderhilfswerk eine Bilanz zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. Den inhaltlichen Schwerpunkt stellt das Thema Bildung dar, wobei ein besonderes Augenmerk auf Schule und Familie gesetzt wird.

Kinderarmut: drei Millionen Kinder betroffen

Der "Kinderreport Deutschland 2010" zeigt deutlich auf, dass es dringenden Handlungsbedarf bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonventionen in Deutschland gibt: Die Kinderarmut hat sich bei rund drei Millionen betroffenen Kindern eingependelt. Der seit April 2009 fällige dritte und vierte Staatenbericht der Bundesregierung zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention liegt bis heute nicht vor. Die Kinderrechte sind immer noch nicht im Grundgesetz verankert. Und bei der frühzeitigen Vermittlung von Medienkompetenzen tun sich große Lücken auf. Kurzum: Die UN-Kinderrechtskonvention muss endlich mit Leben erfüllt werden.

Nachholbedarf in Sachen Bildung

Ein besonders großes Problem offenbart der Bericht beim Thema Bildung: Dazu erklärt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, heute in Berlin: „Aufgrund des in Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Rechtes auf Bildung muss das Schulsystem in Deutschland alle Kinder und Jugendliche entsprechend ihren Fähigkeiten fördern. Dazu ist ein nach oben durchlässiges Schulsystem notwendig, das ein längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderprogramme für benachteiligte Schüler ermöglicht. Zudem müssen die Bildungsausgaben endlich deutlich erhöht werden und der Aufbau und Ausbau von Ganztagsschulen dabei absolute Priorität in Deutschland haben.“

Ausbau von Ganztagsschulen gefordert

Gerade der Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen beeinflusst nachhaltig die weiteren persönlichen und ökonomischen Entwicklungschancen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert daher verstärkte Bemühungen hin zu einem gerechteren Bildungssystem in den Bundesländern. Dies impliziert Maßnahmen, die Kindern die Möglichkeit bieten, länger gemeinsam zu lernen und gleichzeitig durch Bildungseinrichtungen entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen gefördert zu werden. In diesem Sinn sind nicht nur der Ausbau von Ganztags- und Gemeinschaftsschulen, sondern auch die Erweitung der Lehrmittelfreiheit und Mitbestimmungsrechte der Schülerinnen und Schüler anzustreben.

Integration ausländischer Kinder

Ein besonderes Augenmerk muss die Bildungspolitik auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund legen. Hier fordert das Deutsche Kinderhilfswerk die gezielte Unterstützung durch Fördermaßnahmen, die um interkulturelle Inhalte ergänzt werden sowie eine gezielte Sprachförderung um die Beteiligung dieser Kinder in besonderer Weise zu berücksichtigen. „Das Deutsche Kinderhilfswerk muss insgesamt feststellen, dass von einer besonderen Förderung benachteiligter Kinder in der Schule keine Rede sein kann. Die Schule ist also im Sinne der Kinderrechte gefordert, einen Beitrag zu leisten, die Kinderrechte bekannt zu machen und sie auch umzusetzen. Dies gilt es in den nächsten Jahren zu verwirklichen - im Interesse aller Kinder und im Interesse der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft!“, betont Krüger.

Eltern mit der Verantwortung für Bildung nicht allein lassen

Die Erziehungswissenschaftlerin Professor Dr. Nadia Kutscher, eine der Autorinnen des Kinderreports, fordert: „Kinder, die in sozial benachteiligte Familien geboren werden, erfahren früh, dass sie wenig Chancen auf Bildungserfolg haben. Empirische Studien zeigen, dass viele Eltern im Rahmen ihrer finanziellen und sozialen Lebensbedingungen kaum in der Lage sind, ihren Kindern erfolgreiche Bildungsteilhabe zu ermöglichen. Bildungsrelevante Freizeitgestaltung oder auch das Fördern von Fähigkeiten, die in der Schule erwartet werden, ist für viele Familien nicht leistbar, zum Beispiel unter den finanziellen Bedingungen von Arbeitslosengeld II oder durch mangelnde eigene Bildungserfahrungen. Es darf aber nicht sein, dass Eltern nur immer mehr unter Druck geraten und mit der Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder weitestgehend allein gelassen werden. Daher ist materielle, strukturelle und personelle Unterstützung und Entlastung von Familien dringend notwendig. Wir brauchen gemeinsame Anstrengungen aller Akteure, auch und gerade im außerschulischen Bereich, um eine Bildungsförderung für Kinder zu ermöglichen, die herkunftsbedingte Ungleichheiten aufgreift und ausgleicht.“

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