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Risikoschüler: Bildungslücken schaden Wirtschaftswachstum

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Beruf & Geld: Risikoschüler  

Bildungslücken schaden Wirtschaftswachstum

26.11.2009, 11:29 Uhr | dpa

Risikoschüler: Bildungslücken schaden Wirtschaftswachstum. Investition in Bildung gefordert. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Investition in Bildung gefordert. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Die unzureichende Förderung von sogenannten Risikoschülern in Deutschland verursacht nach einer Studie des ifo- Instituts für Wirtschaftsforschung über Jahrzehnte hinweg einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden. Der Bildungsökonom Ludger Wößmann beziffert den durch mangelnde Schüler-Qualifikation ausgelösten Wachstumsverlust auf insgesamt 2,8 Billionen Euro - gerechnet auf einen Zeitraum von 80 Jahren, der Lebensspanne heute geborener Kinder. Die Studie wurde im Auftrag der Bertelsmann- Stiftung erstellt.

Risikoschüler schaden Volkswirtschaft enorm

Als Risikoschüler gelten 15-Jährige, die beim weltweiten PISA-Test höchstens auf Grundschulniveau lesen und rechnen können und deshalb bei der Suche nach einer Lehrstelle oder einer Arbeitsstelle erhebliche Probleme haben. Laut der verschiedenen PISA-Tests zählen in Deutschland rund 20 Prozent der 15-Jährigen zu dieser Risikogruppe. Wößmann und Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Stiftung und früherer Hamburger Wissenschaftssenator, plädieren für eine langfristige Bildungsreform. Dazu zählen sie unter anderem umfangreichere frühkindliche Bildung in Kindertageseinrichtungen, mehr individuelle Förderung von Leistungsschwachen wie Leistungsstarken in den Schulen, eine bessere Lehrerausbildung sowie Fortbildung und auch eine engere Kooperation von Kindergärten und Schulen mit den betroffenen Eltern. "Vor allem in die frühe Bildung muss in Deutschland mehr investiert werden", sagte Dräger.

Milliardenschäden vermeiden

Die Investitionen zahlten sich in jeder Hinsicht aus, rechnet Wößmann in seiner Studie vor. Sollte es gelingen, die Zahl der Risikoschüler durch eine bessere Bildung innerhalb der kommenden zehn Jahre deutlich zu senken, würden sich die volkswirtschaftlichen Wachstumserträge allein daraus bis 2030 auf knapp 70 Milliarden Euro summieren. Eine solche Summe würde die jährlichen Bildungsausgaben des Staates für den Elementar- und allgemeinbildenden Bereich nahezu übertreffen. Rechne man diese Summe weiter hoch, so erreiche man bereits 2074 ein zusätzliches Wachstum von 1,75 Billionen Euro - und damit in etwa den Betrag der heutigen Staatsverschuldung. Im Jahr 2090 - dem Endjahr der Wößmann-Rechnung - würden dann die 2,8 Billionen Euro erreicht. Dräger sagte, mit solchen "weit in die Zukunft blickenden Betrachtungen" betrete die Stiftung "bildungspolitisches Neuland". Aber ebenso wie in der internationalen Klimadebatte sei auch bei der Bildung ein langfristiger Betrachtungshorizont nötig. Dräger: "Eine Bildungsreform braucht mehrere Jahrzehnte, bis sie in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt vollständig angekommen ist."

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