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Was macht öffentliche Plätze kinderfreundlich?

17.10.2011, 15:53 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Was macht öffentliche Plätze kinderfreundlich?. Familienfreundlichkeit: schon kleine Gesten können eine freundliche Atmosphäre bewirken. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Familienfreundlichkeit: schon kleine Gesten können eine freundliche Atmosphäre bewirken. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Wenn man Kinder hat, dann kann der notwendige Gang ins Einkaufszentrum oder zu einer Behörde durchaus in Stress ausarten. Die größeren Kinder langweilen sich, der Zweijährige muss dringend mal gewickelt werden und das Kleinste schreit lautstark nach Muttermilch. Öffentliche Plätze und die Bedürfnisse von kleinen Kindern – etwas, das nicht unbedingt zusammenpasst. Doch die Zeiten haben sich ein wenig geändert und man geht heute mehr denn je auf die Bedürfnisse des Nachwuchses ein.

Mit Kindern shoppen gehen

Einige Unternehmen haben inzwischen erkannt, dass die Zufriedenheit der Kinder eng mit der Zufriedenheit der Eltern verknüpft ist. Und diese wiederum mit deren Kaufkraft. Da verwundert es nicht, dass ein Frühstück mit anschließendem Einkaufsbummel bei einem bekannten schwedischen Möbelhaus für manche Mutter bereits zum festen Wochenplan gehört. Kindgerechte Mahlzeiten, die auch noch erschwinglich sind, kostenlose Baby-Nahrung, Spielecken über das gesamte Einrichtungszentrum verteilt und Toiletten, bei denen sogar die Waschbecken auf Kinderhöhe sind, überzeugen schnell. Und während die Größeren unter Beaufsichtigung herumtoben, kann man selbst in Ruhe und ohne Genörgel einkaufen gehen. "Kinderfreundlichkeit ist eines unserer Grundprinzipien“, so Sabine Nold von Ikea. "Gerade als schwedisches Unternehmen ist uns das sehr wichtig. Denn bekanntermaßen sind die Schweden sehr kinderlieb. Die Kleinen sollen sich bei uns wohlfühlen.“ Eine Strategie, die aufgeht.

Familienfreundlichkeit liegt im Ermessen der Betreiber

Auch die großen Einkaufszentren, die es inzwischen in jeder größeren Stadt zu finden gibt, setzen in vielen Punkten auf Familienfreundlichkeit. Und das, obwohl der Gesetzgeber sich speziell in diesem Punkt mehr oder weniger heraus hält. Frauke Lemke, Münchner Architektin und Mutter zweier kleiner Kinder erklärt, dass es keine Vorschriften gibt, die regeln würden, wie viele Wickelmöglichkeiten oder Spielecken zur Verfügung gestellt werden müssen. "Es gibt gesetzliche Vorschriften zu den verschiedenen öffentlichen Bereichen, aber diese regeln Anforderungen an die Fluchtwege, den Brandschutz und andere Aspekte und nicht Lage und Anzahl von Wickelräumen, Still-Nischen oder Spielecken im Einkaufszentrum. Für die Bereithaltung von sogenannten Mutter-Kind-Bereichen ist allein der Betreiber zuständig, der diese vorwiegend an seinem Verkaufs- und Kundenkonzept ausrichtet.“

Einkaufszentren bieten mehr als sie müssten

Antje Katrin Piel vom LOOP5, einem neu eröffneten Einkaufszentrum zwischen Darmstadt und Frankfurt,  weist darauf hin, dass sehr oft die gesetzlichen Anforderungen und vor allem die branchenüblichen Standards sogar über die Richtlinien hinaus erfüllt werden. "Bei uns ist zum Beispiel die Parkhausbeleuchtung heller und die Deckenhöhen liegen über dem Soll. Auch bei den Mall-Breiten oder den Kindertoiletten wurden die Branchenstandards übertroffen.“ Doch darüber hinaus ist sie stolz darauf, sagen zu können, dass bei der Gestaltung des Einkaufszentrums darauf geachtet wurde, dass sich die ganze Familie wohl fühlt. "Dazu gehört es natürlich auch, Müttern die Möglichkeit zu geben, die Kleinen in angenehmer Atmosphäre stillen zu können.“ Neben komfortablen Wickelräumen und kleinen Rückzugnischen gibt es auch das Angebot, sich für einen entspannten Einkaufsbummel einen Buggy auszuleihen.

Auch Design spielt eine Rolle

"Ganz selbstverständlich ist es, dass wir unter den 3.000 kostenfreien Parkplätzen auch ausreichend Frauenparkplätze anbieten. Nicht zuletzt aber ist es die spannende Architektur unseres Hauses und die liebevolle Innengestaltung, die das Einkaufen zu einem Erlebnis für die ganze Familie machen.“ In vielen Einkaufszentren gibt es neben aufwändigen jahreszeitlichen Dekorationen auch immer wieder Neues zu bewundern. Mal ist es eine Reptilienausstellung, die kleine und große Kinder vom "langweiligen" Einkaufen ein bisschen ablenkt, mal ist es ein Clown, der Luftballonfiguren macht und verschenkt. Die Ideen der Betreiber sind vielfältig. "Wichtig ist mir persönlich als Mutter, dass ein Einkaufszentrum barrierefrei ist und die Wege zwischen den einzelnen Bereichen wie Parken und Einkaufen kurz sind“, so Frauke Lemke. "Außerdem sollte es klar, übersichtlich und großzügig organisiert sein, damit man sich schnell und unkompliziert als Kind orientieren und als Mutter mit Kinderwagen bewegen kann.“

Verständnis ist ein wichtiger Aspekt

Die Unterschiede sind da allerdings sehr groß. Während das eine Parkhaus noch nicht einmal über ein paar Frauenparkplätze verfügt, wartet das andere sogar mit extra-breiten Mutter-Kind-Parkplätzen auf, während der eine U-Bahnhof modern mit Rampen und großem Fahrstuhl ausgerüstet ist, muss man beim anderen mitsamt dem Kinderwagen die Treppen herunterhoppeln, weil der beispielsweise. für einen Geschwisterwagen viel zu kleine Aufzug sowieso mal wieder nicht funktioniert. Auch Wartezimmer, etwa beim Arzt, unterscheiden sich enorm. Der eine hat, obwohl selbst kein Kinderarzt, unterschiedlichste Spielsachen und zahlreiche Bücher zur Verfügung gestellt, der andere bietet nur kahle Wände mit ein paar stylischen Modezeitschriften. Auch bei Behörden kann man, zumindest was die Ausstattung der Räumlichkeiten angeht, selten von "kinderfreundlich" sprechen. Auch wenn hier und da mal ein Wickelraum zu finden ist. Was solche Orte aber oft kinderfreundlicher macht als andere, sind die Menschen, die dort arbeiten. Gerade mit Babys und Kleinkindern entstehen oft unvorhergesehene und vor allem ungeplante Situationen und dann freut man sich sehr, wenn man zum Stillen ein leer stehendes Büro oder ein Extrazimmerchen beim Arzt angeboten bekommt, wenn das Kleinkind ein Lächeln erhält und die Größeren ein paar freundliche Worte oder einen Lutscher. Denn letztendlich sind es die kleinen Gesten, die dafür sorgen, dass man sich mit seinen Kindern willkommen fühlt.

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