Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Wohnungssuche mit Kindern - so klappt's stressfrei

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Wohnen  

Auf Wohnungssuche mit Kindern

26.03.2012, 18:17 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Wohnungssuche mit Kindern - so klappt's stressfrei . Junges Paar schaut sich Anzeigen in der Zeitung an.

Für Familien, die umziehen wollen, ist natürlich der Blick in die Zeitung unumgänglich. (Bild: imago)

Wenn doch schon alles vorbei wäre… Ein Umzug zerrt an den Nerven von Groß und Klein. Doch nicht nur das Zusammenpacken, Verstauen, Helfer zusammentrommeln und Möbelschleppen macht das Umziehen zu einer anstrengenden und nervenaufreibenden Angelegenheit - auch die Wohnungssuche im Vorfeld kann ganz schön schlauchen. Vor allem für Familien ist es schwierig, das passende Heim zu finden. Viele Vermieter wollen keine (Klein)Kinder in ihren Wohnungen - zu laut und zu schmutzig. Außerdem müssen die Räumlichkeiten zu den Bedürfnissen der Familie passen, in der Nähe der Schule oder der Kita sein und zu viel kosten dürfen sie natürlich auch nicht. Doch wer im Vorfeld gut plant, beim Vermieter die richtigen Fragen stellt und früh genug auf Wohnungssuche geht, der hat auch in der Umzugszeit gut lachen.  

Warum umziehen?

Ein Umzug mit Familie ist meistens nötig, wenn Nachwuchs unterwegs oder geplant ist oder sich die Kinder bisher ein Zimmer teilen mussten und dies nun geändert werden soll. Doch es gibt auch andere Gründe, sein Zuhause zu wechseln: Schimmel, Ärger mit den Nachbarn, Trennung der Eltern, zu laute Umgebung oder Ortswechsel durch berufliche Veränderungen. Natürlich sollten Sie im Vorfeld überlegen, was Sie von der neuen Wohnung erwarten. Geht es nur um die Größe? Oder müssen Sie auch das Viertel wegen der Schule wechseln? Oder möchten sie vielleicht ganz aus der Stadt ziehen - aufs Land? Es klingt banal, doch diese Fragen sollten Sie zu allererst mit Ihrem Partner klären. Vielleicht hat er ja ganz andere Vorstellungen als Sie?

Wie kann ich suchen?

Natürlich ist der Blick in die Samstagszeitung oder ins Internet unumgänglich, doch gerade für Familien bietet es sich an, selbst einen Zettel im Lieblingsviertel auszuhängen und sich so auf Wohnungssuche zu begeben. Der potentielle Vermieter weiß von vornherein, worauf beziehungsweise auf wie viele Mieter (Familienmitglieder) er sich einlässt. Dadurch bleibt einem die Enttäuschung erspart, samstagmorgens gestriegelt und herausgeputzt in Wohnungen zu stehen, immer die Kinder im Blick, damit sie nichts anstellen und die restlichen Chancen auf die Wohnung zunichte machen. Und dann geht die Wohnung doch an die kinderlosen Paare mit doppeltem Einkommen. Auch eine Chiffreanzeige bietet sich aus diesem Grund an. Viele Vermieter haben selbst keine Lust auf die Massenabfertigung der Wohnungssuchenden und reagieren lieber, als dass sie agieren und eine Anzeige schalten. Melden sie sich dann bei Ihnen, ist die Chance recht hoch, dass Sie die Wohnung auch bekommen - vorausgesetzt sie passt zu Ihnen.

Checkliste für die Wohnungsbesichtigung

Haben Sie eine Wohnung gefunden, die Ihnen von den Angaben (Preis, Wohngegend, Quadratmeterzahl, Zimmeranzahl) zusagt und sind zur Wohnungsbesichtigung eingeladen, bietet es sich an, vorher eine Checkliste zu machen. Überlegen Sie sich, was Hauptkriterien für Sie sind, damit Sie sich für die Wohnung entscheiden, welche Extras „nice to have“ wären und welche Dinge für Sie überhaupt nicht in Frage kommen. Kriterien können sein: Passen alle vorhandenen Möbel rein (zum Beispiel auf Dachschrägen und Mauervorsprünge achten)? Passt die Raumaufteilung? Welcher Boden (haben Sie einen Allergiker in der Familie, sollten Sie nicht in eine Wohnung mit Teppichboden ziehen, Fliesen können hingegen für kleine Babys erstmal recht kalt sein)? Legen Sie Wert auf ein Tageslichtbad? Wie hell ist die Wohnung insgesamt - welche Zimmer gehen nach Norden, welche nach Süden? Wird es im Sommer sehr heiß oder im Winter sehr kalt? Zieht es in der Wohnung? Wie wird geheizt (das ist auch wichtig für die Höhe der Nebenkosten)? Muss eine neue Küche gekauft werden - passt die alte oder muss eine Ablösesumme an den Vormieter gezahlt werden? Hat die Wohnung einen Keller - brauche ich unbedingt einen oder gibt es in der Wohnung einen Abstellraum?

In der Wohnung - worauf muss ich achten?

Stehen Sie in der Wohnung ist es wichtig, dass Sie „die Nerven behalten“ und sich nicht vom ersten Schein blenden oder den Gesprächen mit dem Vermieter ablenken lassen. Manche Dinge können Sie nur bei dieser Wohnungsbegehung erfahren und erfragen. Vor allem mit Kindern ist es wichtig, auf möglichen Schimmelbefall zu achten. Stehen die Fenster sperrangelweit offen, wurden Räucherstäbchen oder Raumdüfte aufgestellt und ist just zu diesem Termin das Licht im Bad kaputt gegangen, können das Anzeichen für Schimmelbefall sein! Stimmt die Umgebung? Ist es laut bei geöffnetem Fenster? Können Sie die Zimmer so aufteilen, dass weder Ihre noch die Zimmer Ihrer Kinder zur Straße hin liegen? Schon im Hausflur können Sie darauf achten, welche Nachbarn Sie haben werden - sind sie kinderfreundlich? Erscheint Ihnen das Treppenhaus extrem ordentlich und sauber, kann das später zu Problemen führen, wenn Sie und Ihre Rasselbande mit Matschschuhen durch den Hausflur poltern. Stehen kleine Schuhe vor der Tür und hängen lustige Schildchen an den Türen, sind das Anzeichen dafür, dass Sie demnächst andere Kinder in der Nachbarschaft haben werden.

Wie kinderfreundlich ist das Haus?

Ein weiterer Aspekt: Weist die Hausordnung kinderfeindliche Passagen auf, etwa Ruhezeiten oder ein Verbot der Hofnutzung? Natürlich können Sie den Vermietern nach den anderen Hausbewohnern fragen - zumindest, ob Familien im Haus wohnen. Außerdem könnte relevant für Ihre Entscheidung sein, ob der Vermieter mit im Haus wohnt. Falls Sie das Gefühl haben, dass er Kindern gegenüber eher negativ eingestellt ist, wäre abzuraten, in sein Haus zu ziehen. Konflikte scheinen in diesem Fall vorprogrammiert. Ebenfalls wichtig mit Kindern ist die Akustik im Haus. Ist die Wohnung extrem hellhörig, kann das ein Kriterium sein, sich gegen die Wohnung zu entscheiden. Idealerweise sollten die Böden schallisoliert sein, doch das gibt es leider selten. Achten Sie darauf, wie gut die Fenster isoliert sind - falls nicht, zahlen Sie hohe Energiekosten. Sie können folgende weitere Punkte bedenken: Gibt es im Haus eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder, Kinderwagen oder Bobbycars? Sind Einkaufsmöglichkeiten und Möglichkeiten für den Öffentlichen Nahverkehr in der Umgebung? Ist der Arbeitsplatz, die Schule oder der Kindergarten schnell erreichbar?! Gibt es Erholungsgebiete in der Nähe (beispielsweise einen Park oder Spielplatz)? Hat das Haus Parkplätze oder eine Tiefgaragenstellplatz? Sind Haustiere erlaubt?

Kinderlärm - Kinder dürfen laut sein

Wenn Kinder in der Wohnung weinen, schreien, beim Spielen poltern oder hopsen, müssen die Mitmieter diese Störungen in der Regel hinnehmen. Solche Lärmbelästigungen berechtigen den Vermieter nicht zur Kündigung des Mietverhältnisses, entschied das Amtsgericht Celle. Nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes (DMB) ist vor allem bei kleinen Kindern und Säuglingen eine erhöhte Toleranz gefragt. Schreit ein Säugling in der Nacht, weil er nicht einschlafen oder durchschlafen kann, so ist das altersgerechtes Verhalten, das vom Nachbarn zu dulden ist. Andererseits müssen Vermieter und Nachbarn nicht sämtlichen von Kindern verursachten Lärm hinnehmen. Gehen die Störungen über das übliche Maß hinaus, kann der Vermieter einschreiten. Nach Informationen des Deutschen Mieterbundes entschied das Amtsgericht Celle, dass das Fahren mit Roller-Skates in der Wohnung von den Mitmietern nicht geduldet werden muss. Roller-Skates seien für den Gebrauch im Freien gedacht und würden beim Gebrauch in der Wohnung zu erheblichem Lärm führen, so das Gericht. Von älteren Kindern könne erwartet werden, dass sie beim Spielen in der Wohnung Rücksicht gegenüber den Nachbarn zeigten, so der Mieterbund. Die Eltern müssten außerdem darauf hinwirken, dass vor allem die Nachtruhe eingehalten wird. (Quelle: Deutscher Mieterbund)

Darf der Vermieter eine Familie ablehnen?

Wie gesagt, Familien mit Kindern sind meistens benachteiligt bei der Wohnungssuche. Der Vermieter darf sich seine Mieter aussuchen - das ist sein gutes Recht. Ist in einem Mietvertrag allerdings vereinbart, dass ein Mieter einen geeigneten Nachmieter stellen darf, so sind bloße Befürchtungen, persönliche Antipathien und unbegründete negative Einstellungen zu bestimmten Mieterkreisen kein Anlass, Familien mit Kindern als Nachmieter abzulehnen, entschied der Bundesgerichtshof in einem Urteil. Allerdings: Gibt es in einem Mietvertrag keine Nachmieter-Regelung, so muss der Vermieter in der Regel keinen vom Mieter vorgeschlagenen Nachmieter akzeptieren - er kann also entscheiden, ob er an eine Familie vermietet oder nicht.

Kinder brauchen Vertrautes

Für Kinder ist ein Umzug um einiges schwieriger als für Erwachsene - vor allem wenn sie sich im Grundschulalter befinden. Ein Umzug bedeutet große Veränderungen und den Verlust der vertrauten Umgebung - Kinder brauchen länger, um sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. Allerdings sind Kinder auch neugierig. Wenn Sie bei dem Umzug ein paar Dinge berücksichtigen, wird sich Ihr Kind schnell im neuen Zuhause wohl fühlen. Sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Kind über den Umzug. Erklären Sie, weshalb Sie umziehen möchten. Versuchen Sie Ihrem Kind klarzumachen, dass sich außer den Räumlichkeiten wenig ändern wird - die Puppe und das Puppenbett kommen genauso mit, wie der Lieblingsteddy. Sind die Kinder schon älter, zeigen Sie Ihnen Möglichkeiten, wie sie ihre Freunde trotz eines längeren Weges besuchen können. Vielleicht können Sie ihn oder sie in der ersten Zeit noch ab und zu in die alte Wohngegend fahren und abholen? Oftmals ist es für Teenager schwieriger einen Umzug zu akzeptieren, zu stark hängen sie an ihren Freunden. In diesen Fällen ist es wichtig, dass die Eltern die Trauer und den Unmut respektieren und versuchen, den Jugendlichen den Einstieg zu erleichtern. Sind Sie in eine andere Stadt gezogen, kann das auch heißen, dass Ihr Kind einmal im Monat eine Zugreise zu den alten Freunden macht. Für kleinere Kinder ist am wichtigsten, dass sie ihre Vertrauten Dinge um sich haben, wie Spielzeug und Möbel. Sind Mama und Papa nicht übermäßig gestresst und haben auch zwischen den all den Umzugskisten Zeit mit ihnen zu spielen, werden sie sich schnell im neuen Heim wohlfühlen.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal