19.01.2010, 14:42 Uhr | ots; rev
Deutschland liegt im Bereich Familienfreundlichkeit im Mittelfeld. (Bild: Archiv)
In Sachen Familienfreundlichkeit belegt Deutschland im europäischen Vergleich einen Mittelplatz. Die besten Bedingungen für Eltern und ihre Kinder bieten die skandinavischen Staaten. Dies zeigt der Familienfreundlichkeitsindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, der nun erstmals erstellt wurde.
Spitze ist im internationalen Vergleich bereits heute die finanzielle Unterstützung der Eltern - weiterer Handlungsbedarf wie etwa die Einführung eines Betreuungsgeldes besteht folglich nicht. Nachbessern muss die Bundesrepublik bei der Betreuungsinfrastruktur. So werden hierzulande gut 21 Prozent der unter Dreijährigen in Kitas oder von Tagesmüttern betreut, in Dänemark sind es dagegen über 70 Prozent.
Zudem mangelt es besonders jungen Akademikerfamilien in Deutschland oft an Zeit, weil die frischgebackenen Eltern Kinder und Karriere unter einen Hut bekommen möchten, der Berufseinstieg aber vergleichsweise spät erfolgt. Trotz des Nachholbedarfs in manchen Bereichen zeigt der Trend für Deutschland in die richtige Richtung: Die Bundesrepublik hat sich beim Thema Familienfreundlichkeit innerhalb von fünf Jahren am zweitstärksten von den untersuchten 19 Ländern verbessert.
Die Familienfreundlichkeit der Staaten wird beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln über zwei unterschiedliche Rankings abgebildet. Eine Tabelle bezieht sich auf die Ziele der Politik. Das Institut erklärt dazu: "Eine familienfreundliche Politik strebt nach hohen Geburtenraten, hoher Frauenbeschäftigung, einem hohen Bildungsstand der Kinder, geringer Familienarmut und der Gleichstellung von Mann und Frau." Insgesamt wurden dafür im Familienfreundlichkeitsindex 32 Indikatoren ausgewertet und mit einer Punktzahl zwischen 0 (schlechtestes Land) und 100 (bestes Land) bewertet:
Familienfreundlichkeit: Ziele
Familienfreundlichkeitsindex 2006/07 | Veränderung in Punkten gegenüber 2001/02 | |
Finnland | 73,7 | 2,1 |
Schweden | 73,6 | -1,5 |
Norwegen | 73,2 | 2,9 |
Dänemark | 71,8 | 0,6 |
Niederlande | 60,8 | 2,7 |
Frankreich | 57,8 | 1,3 |
Belgien | 56,6 | -1,9 |
Großbritannien | 53,6 | 2,2 |
Österreich | 51,3 | -1,8 |
Schweiz | 48,0 | 4,5 |
Irland | 47,3 | 4,3 |
Deutschland | 45,0 | 4,6 |
Portugal | 44,5 | -0,6 |
Tschechien | 40,4 | -4,1 |
Ungarn | 38,6 | -3,8 |
Polen | 38,5 | -6,2 |
Italien | 29,9 | -1,1 |
Spanien | 28,2 | 7,8 |
Griechenland | 28,1 | -1,7 |
In der zweiten Tabelle wurden die Rahmenbedingungen der jeweiligen Staaten bewertet. "Wie gut in einem Land die Rahmenbedingungen für Familien sind, zeigen die Kategorien Geld (zum Beispiel Kindergeld, Steuererleichterungen), Zeit (beispielsweise Elternzeitregelungen) und Infrastruktur (Kinderbetreuung)", so das Wirtschaftsinstitut. Zu diesem Thema wurden im Familienfreundlichkeitsindex 15 Indikatoren ausgewertet und mit einer Punktzahl zwischen 0 (schlechtestes Land) und 100 (bestes Land) bewertet:
Familienfreundlichkeit: Rahmenbedingungen
Familienfreundlichkeitsindex 2006/07 | Veränderung in Punkten gegenüber 2001/02 | |
Dänemark | 64,7 | 2,6 |
Norwegen | 64,2 | 0,2 |
Frankreich | 63,8 | -0,3 |
Schweden | 59,3 | 2,4 |
Ungarn | 58,9 | 2,6 |
Belgien | 56,6 | 1,4 |
Deutschland | 54,9 | 8,8 |
Finnland | 50,4 | 10,2 |
Großbritannien | 50,2 | 3,8 |
Niederlande | 49,6 | 2,5 |
Österreich | 48,7 | 0,9 |
Tschechien | 46,2 | -0,9 |
Portugal | 46,1 | 5,0 |
Spanien | 44,7 | 5,1 |
Italien | 40,3 | 5,9 |
Irland | 34,6 | 0,7 |
Griechenland | 29,6 | 4,3 |
Polen | 28,1 | 2,0 |
Schweiz | 26,8 | 4,4 |
Quelle: ots; rev
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