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Familienarbeit: Mütter beklagen zu wenig Hilfe vom Partner

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Familienarbeit  

Haushalt: Alle Arbeit bei den Müttern?

19.03.2010, 12:10 Uhr | ots; rev, ots

Familienarbeit: Mütter beklagen zu wenig Hilfe vom Partner. Hausarbeit Muttersache?

Hausarbeit Muttersache? (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Für viele Frauen mit kleinen Kindern ist der Partner daheim keine große Hilfe. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der "Apotheken Umschau". Jede zweite befragte Mutter (44,2 Prozent) sagt, es störe sie, dass die meiste Arbeit im Haushalt an ihr hängen bleibt. Gut jede vierte (26,7 Prozent) beklagt außerdem, dass ihre Anstrengungen für die Kinder von ihrem Partner kaum unterstützt und gewürdigt werden. Vielleicht empfindet deswegen ein Viertel der jungen Mütter (27,1 Prozent) die Beziehung nur noch als Eltern- und nicht mehr als Partnerschaft.

Frauen machen die Arbeit - Männer werden gelobt

Ähnliches ergab zuletzt die Vorwerk-Studie 2009 zum Thema "Familie und Familienarbeit", die vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde: Auch hier zeigte sich, dass Familienarbeit vor allem immer noch Frauensache ist. 77 Prozent der Mütter leisten den Löwenanteil oder übernehmen sogar die gesamte Arbeit. Die Mehrheit der befragten Väter bekennt, „nur den kleineren Teil“ oder „praktisch gar nichts“ beizutragen. Dafür bekommen sie jedoch deutlich mehr Lob: Nur 48 Prozent der Frauen, aber 72 Prozent der Männer meinen, dass ihr Beitrag zur Familien- und Hausarbeit vom Partner beziehungsweise von der Partnerin genügend anerkannt wird. Wir haben uns gefragt: Wie müsste eine angemessene Anerkennung aussehen, überträgt man die Arbeit einer Mutter und Hausfrau auf den Arbeitsmarkt?

Etwa 97 Milliarden Stunden Hausarbeit

In einer früheren Familienstudie von Vorwerk aus dem Jahr 2006 erklärten die befragten Frauen, dass monatlich 1580 Euro für den "Job" der Mutter angemessen wären. In der gleichen Untersuchung stand, dass in Deutschlands Privathaushalten jährlich durchschnittlich 97 Milliarden Stunden unbezahlter Arbeit geleistet werden und eine Hausfrau und Mutter von zwei kleinen Kindern im Schnitt zwölf Stunden pro Tag arbeitet. Angesichts dieser Arbeitszeiten und auch der Vielseitigkeit, die von einer Mutter abverlangt wird, erscheinen 1580 Euro eher gering.

Mütter "verdienen" Richter-Gehalt

Haushälterin, Nachhilfelehrerin, Köchin, Computerfachfrau, Gärtnerin, Wäscherei-Bedienstete, Hausmeisterin, Chauffeurin, Psychologin, Unternehmenschefin - diese beruflichen Tätigkeiten umfasse laut einer Studie der amerikanischen Internetseite Salary.com die Arbeit einer Hausfrau mit Kindern. Salary.com hatte 2006 anhand der Durchschnittslöhne für diese Berufsfelder und den durchschnittlichen Arbeitszeiten von Müttern festgestellt, dass eine "Vollzeitmutter" mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren, würde sie für ihre Arbeit entlohnt werden, ein Jahresgehalt von 134.121 Dollar beziehen müsste. Eine Mutter, die zudem noch einem regulären Job nachgeht, müsste zusätzlich zu ihrem tatsächlichen Gehalt noch 85.876 Dollar erhalten. Ein solcher Lohn entspricht in etwa dem Gehalt von Werbemanagern, Marketingchefs oder Richtern und fällt vor allem wegen hoher ebenfalls miteinbezogener Nacht- und Wochenendzuschläge so hoch aus.

Stundenlöhne einer Familienmanagerin

Wie flexibel eine Mutter im Alltag sein muss, zeigt unsere Tabelle. Die von Salary.com einbezogenen Tätigkeiten wurden hier noch ergänzt durch Krankenschwester, Event Managerin und Einkäuferin. Die Tätigkeit der Psychologin fällt hier nun neben anderen Tätigkeiten unter das Aufgabenfeld der Erzieherin. Mit Hilfe der durchschnittlichen Stundenlöhne ließe sich berechnen, wie viel die Arbeit einer Mutter auf dem deutschen Arbeitsmarkt wert wäre.

Ein Beispiel-Tag

Das Beispiel eines fiktiven, aber realistischen Wochentages einer Mutter mit zwei Kindern, ein neunjähriger Sohn, der in die dritte Klasse geht und ein vierjähriger Sohn, der den Kindergarten besucht, zeigt, dass Mütter zwischen vielen Tätigkeiten wechseln und einen langen Arbeitstag haben. Die Grundschule des ältesten Sohnes endet um 13:00 Uhr, der Kindergarten um 12:30 Uhr. Schwer darzustellen bleibt aber, dass Mütter oft vieles gleichzeitig tun.

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