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Bahnhofsmission "Couch for Kids" bietet Kindern und Jugendlichen Zuflucht

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Jugendhilfe  

Bahnhofsmissionen bieten Kindern und Jugendlichen Zuflucht

10.05.2010, 16:58 Uhr | ddp

Johannes ist Stammgast in der Heidelberger Bahnhofsmission. Nicht nur kommt der elf Jahre alte Schüler beinahe täglich nach Schulschluss vorbei, um auf den Zug in das heimische Rheinland-Pfalz zu warten, auch haben ihm die Mitarbeiter der Hilfsorganisation schon öfter aus der Patsche geholfen. Etwa nachdem der Junge seinen Ranzen im Zug vergessen hatte oder als er eingeschlafen war und an einem fremden Bahnhof aufwachte. "Ich fühle mich zwar nicht wie zuhause in der Bahnhofsmission, aber fast", sagt der Schüler, während er an seinem Tee nippt.

Ein sicherer Ort für Jugendliche: "Die "Couch for Kids"

Johannes ist nur eines von zahlreichen Kindern, die zunehmend in den deutschen Bahnhofsmissionen Schutz und Hilfe finden. Weil neben gestrandeten Geschäftsleuten, Obdachlosen oder verzweifelten Müttern in Not immer mehr Kinder und Jugendliche in die Bahnhofsmissionen kommen, haben die Heidelberger nun erstmals in Deutschland einen separaten Platz, eine "Couch for Kids", extra für die junge Klientel eingerichtet. Laut der Leiterin der Heidelberger Bahnhofsmission, Anneliese Haberacker, sollen Kinder und Jugendliche in dem geschützten Raum einen sicheren Ort und Beratung in konkreten Lebensfragen finden. "Wir arbeiten mit Beratungsstellen, Jugendherbergen, der Stadt und verschiedenen Hilfseinrichtungen zusammen, die im Notfall schnell helfen können", berichtet sie.

"Couch for Kids" auch in anderen Städten geplant

Jährlich kommen etwa 174.000 Kinder und Jugendliche in den Bahnhofsmissionen der Republik unter. 2008 kamen beispielsweise in Baden-Württemberg über 31.000 Besucher, die jünger als 18 Jahre waren, in die Einrichtungen. Von unkomplizierter Hilfe wie dem Aufladen von Handys über die Ausgabe einer Mahlzeit bis hin zur Vermittlung zur Drogenberatung oder in ein Frauenhaus übernehmen die Helfer zahlreiche Aufgaben. Die "Couch for Kids" soll noch in diesem Jahr auch in anderen baden-württembergischen Bahnhofsmissionen, etwa im benachbarten Mannheim, in Karlsruhe oder Freiburg eingerichtet werden.

Warum kommen immer mehr Teenager und junge Mütter in die Missionen?

Kinder kommen Haberacker zufolge, weil sie etwa Ärger daheim haben, auf der Reise ausgeraubt wurden oder den Anschlusszug verpasst haben und nicht wissen, was sie tun sollen. Im vergangenen Jahr nahmen 21.300 Menschen die Hilfe der Heidelberger Bahnhofsmission in Anspruch. 2400 von ihnen waren jünger als 18 Jahre. Die zunehmende Armut in den Familien sei einer der Gründe für den Andrang in den Bahnhofsmissionen, sagt die 63 Jahre alte Leiterin. So falle etwa auf, dass manche Kinder nicht genügend Geld haben, um sich die Fahrkarte oder ein Mittagessen zu leisten. Junge Mütter kämen immer wieder zur Bahnhofsmission, weil sie nicht genügend Geld für den Kauf von Windeln hätten, ergänzt Haberacker: "Das war früher eine Ausnahme, mittlerweile kommt es jede Woche vor." Ihrer Ansicht nach steigen solche Fälle seit der Einführung der "Hartz IV"-Gesetze. Neben sozialen Problemen sei auch die wachsende Mobilität ein Grund für den Anstieg. So pendelten immer mehr Kinder von getrennt lebenden Eltern zwischen Mutter und Vater per Bahn. Verfahren sie sich oder verpassen sie den Anschlusszug, ist die Bahnhofsmission Helfer in der Not.

Unkomplizierte und schnelle Hilfe

Pascal Barth lobt das neue Angebot. Der 22 Jahre alte Wohnsitzlose kommt seit seinem 16. Lebensjahr regelmäßig in die Bahnhofsmission am Heidelberger Hauptbahnhof. Als er sein Elternhaus verlassen hatte, war er ratlos und wusste nicht, wohin er sich wenden soll. "Die Bahnhofsmission war schon immer ein wichtiger Platz für mich, weil ich hier auf unkomplizierte Weise schnelle Hilfe erfahren habe", sagt er. Die neu eingerichtete Couch-Ecke ermögliche nun größere Diskretion im Gespräch mit den Mitarbeitern.

Bahnhöfe als kostenlose Alternative

Magdalena Moser von der Diakonie Baden, zuständig für die Bahnhofsmissionen, weist darauf hin, wie wichtig es sei, dass Kinder und Teenager nichts konsumieren müssen, nur weil sie Schutz suchen. Gerade Bahnhöfe müssten kostenlose Alternative zu den teuren Bistros und überfüllten Schnellrestaurants bieten. "Schließlich sind die Bahnhöfe nicht immer die friedlichsten Plätze", gibt sie zu bedenken. Insofern sei es richtig, dass die Bahnhofsmissionen sich künftig besser auf junge Hilfsbedürftige einstellten.

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