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Notfallplan für Eltern: Wenn mal wieder alles schief läuft

21.09.2011, 16:24 Uhr | Simone Blaß, mmh, t-online.de

Notfallplan für Eltern: Wenn mal wieder alles schief läuft. Humor und Improvisationstalent sind gefragt, um Job und Kind unter einen Hut zu bekommen. (Quelle: imago)

Humor und Improvisationstalent sind gefragt, um Job und Kind unter einen Hut zu bekommen. (Quelle: imago)

Chaos, das kennt man in einer Familie, die versucht Job, Erziehung, Schule, Familienleben irgendwie zu vereinbaren. Perfekt läuft es nie. Aber es gibt Tage, da läuft überhaupt nichts so, wie es soll. Alles was schief läuft, löst auch noch Kettenreaktionen aus. Da würde man am liebsten den Kopf unter die Bettdecke stecken und abwarten bis sich die tobenden Wogen glätten. Doch die Familie und der Job lassen das normalerweise nicht zu. Man muss sich aufrappeln, eine zündende Idee entwickeln, neue Pläne schmieden, umorganisieren. Nicht umsonst sagen viele Mütter schmunzelnd: "Ich leite ein kleines Familienunternehmen". Humor, Improvisationsgabe und Organisationstalent gehören zu den Schlüsselqualifikationen.

Nerven bewahren und improvisieren

"Das war der letzte saubere Blazer - so ein Mist! Musstest du dein Bäuerchen wirklich jetzt machen?" Und das vor der wichtigen Präsentation mit dem neuen Kunden, man sollte sich erst im Büro umziehen. "Jetzt auch noch das Telefon!!" Nur wo ist es? Das waren noch Zeiten, als die Telefone eine Schnur hatten, der man nur folgen musste ... Natürlich, im Kinderzimmer, es klingelt in der Lego-Kiste. Kaum hat man es von Protestgeschrei begleitet herausgewühlt - "Mama, das war eine Burg..." - stoppt das Klingeln. Rufnummer unterdrückt. - War das die Kinderfrau? Rückruf - Treffer. Eine krächzende Stimme erklärt, dass sie krank ist und heute keine Kinder betreuen kann. Das ist tatsächlich das erste Mal in den zwei Jahren, aber heute bedeutet es fast den Weltuntergang. Neue Idee: Die Mutter des anderen Kind anrufen. Gut, dass der technikaffine Partner eines Abends alle wichtigen Nummern gespeichert hat. "Ja, ich kann heute deine Lena holen, aber morgen auf keinen Fall - könntest du da vielleicht beide nehmen? Gerettet, zumindest für den Moment. Nächstes Problem: Outfit. Gelobt sei der "Boyfriend-Style" und die Hoffnung, der Geschäfts-Kunde kennt diesen Stil auch: also ran an "seinen" Kleiderschrank, rein in sein Jacket, Ärmel hochkrempeln, Tuch über den Kaffeefleck, durchatmen und los.

Alles kann schief gehen

Die Liste dessen, was alles schief gehen kann ist schier unendlich: Mama muss zur Arbeit und das Baby spuckt beim Abschied auf das letzte saubere Hemd, der Kindergarten ruft während des Meetings an und fordert, das Kind sofort wegen Lausbefalls abzuholen, die Jungs müssen zum Fußballturnier und die Bekannte, die sie hinbringen wollte, ist kurzfristig verhindert, man ist drei Kilometer von zu Hause entfernt und die Achse des Kinderwagens bricht, die Kinder verschütten einen Liter Milch in der frisch gewischten Küche und zwar so, dass sie in alle Schubladen läuft oder ein roter Strumpf verirrt sich in die weiße Wäsche und verwandelt die Unterhosen der männlichen Familienbelegschaft in Untragbares… Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, aus den meisten Situationen noch das Beste herauszuholen. Da freut man sich zum Beispiel seit Wochen auf den Theaterbesuch, hat sich schick gemacht und der Babysitter sagt in letzter Sekunde ab. Jetzt hat man zwei Alternativen: Entweder man schwingt sich schlecht gelaunt und frustriert in die Jogginghose und setzt sich vor den Fernseher oder man bestellt Sushi, öffnet eine gute Flasche Wein, zündet sich ein paar Kerzen an, verschenkt die Karten an das nette, spontane und vor allem kinderlose Pärchen von nebenan und genießt den Abend mit dem Partner trotzdem. Und fürs nächste Mal organisiert man sich neben dem Babysitter noch eine Oma, die notfalls einspringt.

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Neue Situationen schaffen Spielraum

Letztendlich geht es immer darum, aus einer Situation das Beste zu machen. Und das, was man nicht ändern kann, zu akzeptieren. Oder neue Verhandlungspositionen tun sich auf: Hatte sich bisher der Chef immer gegen Home-Office-Tage ausgesprochen, ist ihm das vielleicht nun lieber, als eine Läuse-Invasion oder Masern, Mumps, Magen-Darm-Viren und ähnliches im Büro. Denn oft müssen die Kinder zwar zu hause bleiben, können sich aber auch gut mal eine Weile alleine beschäftigen. Man könnte also gut ein bisschen arbeiten, aber eben zu Hause, sofern die Art der Berufstätigkeit dies zulässt. Vielleicht tauscht auch gerne mal ein Kollege die Schichten.

Positiv sehen

Hat man zum Beispiel einen der berüchtigten Läusebeseitigungstage, dann kann man sich nach getaner Arbeit darüber freuen, dass endlich mal wieder Ecken im Haus sauber sind, die schon lange auf einen Staublappen gewartet haben und dass man beim Nissen suchen so richtig Zeit zum Zuhören gehabt hat, ohne nebenbei Einkaufslisten aufzusetzen oder Kuchen zu backen. Auch wenn wichtige Küchen- und Haushaltsgeräte ihren Geist aufgeben, hat man zwei Möglichkeiten: Sich aufregen oder es positiv sehen. Oder geht gar das Auto kaputt, dann entschleunigt sich das Leben für ein paar Tage von alleine. Für manche "Rücksitz-Kinder" können Fahrten mit Straßenbahn, Bus oder Fahrrad als Transport zu Schule und Kita ein richtiges Abenteuer werden.

Mary Poppins zum Vorbild nehmen

Ein Löffelchen voll Zucker und was bitter ist, wird süß. "Es gibt Tage, da ist einfach der Wurm drin!", so Sabine Bohlmann, Autorin des gleichnamigen Buches, das zahlreiche Vorschläge aufweist, wie man sich und seiner Familie den schnöden Alltag mit seinen kleinen und großen Widrigkeiten etwas vereinfachen kann. „Ich versuche lediglich, festgefahrene Situationen manchmal etwas anders zu lösen.“ Wer nach diesem Prinzip handelt, macht sich selbst und seiner Familie das Leben leichter. Denn im Familienleben gibt es eine ganze Menge Situationen, die sich mit Humor und Verständnis um einiges einfacher ertragen lassen. Dazu braucht es nur ein wenig Fantasie und eine positive Grundeinstellung. „Also, erstens versüßt man nicht nur den Kindern, sondern gleichzeitig auch sich selbst ein wenig das Leben. Denn ich habe meistens die Wahl zwischen einer ernsten Auseinandersetzung (…) oder einer Variante, bei der auch ich vom Spaß meiner Kinder profitiere und mit der ich ohne Ärger mein Ziel erreiche. Zweitens bin ich der Meinung, dass die Kinder dadurch auch fürs spätere Leben lernen können, sich unangenehme Dinge zu versüßen, nicht alles ganz so ernst zu nehmen und vielleicht sogar durch Humor den eigenen Chef zu verblüffen.“

Delegieren und verschieben

Doch es gibt auch Situationen, in denen es einem nicht mehr möglich ist, die Sache mit Humor zu nehmen. In denen man in Zwickmühlen steckt, aus denen es keinen befriedigenden Ausweg gibt. Zum Beispiel dann, wenn ein äußerst wichtiges Meeting ansteht, der Partner auf Dienstreise und die Oma im Urlaub ist und sich das Kind ausgerechnet an diesem Morgen übergeben muss. Da hilft nur noch, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist und in aller Ruhe zu überlegen, wer für ein paar Stunden einspringen könnte. Und wenn man auf die Schnelle niemanden findet, dann heißt es, auch wenn es schwerfällt, persönliche Prioritäten zu setzen und das Meeting zu verschieben oder zu delegieren. Hier hilft es, einen Moment innezuhalten und den Stress damit auszubremsen.  In so einer Situation kann und darf einem auch schon mal ein lautstarkes "Verflixt und zugenäht" oder ähnliches herausrutschen. Kinder verzeihen so etwas, schließlich sind auch Eltern nicht perfekt. Und sollen es auch gar nicht sein.


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