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Ostdeutschland bei nichtehelichen Kindern in Europa weit vorn

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Ostdeutschlands nichteheliche Kinder  

Ostdeutschland bei nichtehelichen Kindern in Europa weit vorn

22.06.2010, 11:46 Uhr | apn, dapd

Ostdeutschland bei nichtehelichen Kindern in Europa weit vorn. Eine junge Frau hält ihr Baby auf dem Arm. (Bild: Imago)

Nichteheliche Elternschaft ist in den neuen Bundesländern zur sozialen Normalität geworden. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Weit mehr als die Hälfte aller Kinder aus Ostdeutschland haben eine unverheiratete Mutter. Mit einem Anteil von 57,8 Prozent nichtehelicher Kinder an allen Geborenen belegt damit Ostdeutschland einen Spitzenplatz in Europa, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) auf Basis eines europaweiten Vergleichs mitteilte. Lediglich Island (64,1 Prozent) und Estland (59,1 Prozent) weisen eine noch höhere Nichtehelichenquote auf. In Westdeutschland dagegen liegt die Quote den Angaben zufolge sogar unter dem europäischen Durchschnittswert von 31,2 Prozent. Hier wird nur jedes vierte Kind (25,8 Prozent) nichtehelich geboren, allerdings mit steigender Tendenz.

Begründung: Gesellschaftlichen Akzeptanz

Den Hauptgrund für die Ost-West-Unterschiede sieht Jürgen Dorbritz vom BiB in der gesellschaftlichen Akzeptanz: "Die nichteheliche Elternschaft ist in den neuen Bundesländern zur sozialen Normalität geworden." Weil das Zusammenleben ohne Trauschein als Lebensform anerkannt sei, hätten sich Eheschließungen und Geburten zunehmend entkoppelt. Mit der Häufigkeit nichtehelicher Geburten habe sich auch deren Charakter verändert, hob Dorbritz weiter hervor: Seien Schwangerschaften bei nichtverheirateten Frauen früher meist ungeplant gewesen, so würden sich heute viele ganz bewusst für den Nachwuchs außerhalb der Ehe entscheiden.

Weitere regionale Differenzen

Im europäischen Kontext offenbaren sich laut BiB weitere regionale Differenzen: So haben die Staaten in Nord- und Westeuropa tendenziell hohe Nichtehelichenquoten, während in Süd- und Osteuropa die niedrigsten Werte auftreten. Als Gründe für diese Entwicklung nannte das Institut die Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie religiöse und gesellschaftliche Normen.

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