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Martina H., Informatikerin: "Für mich blieb als Konsequenz nur die Kündigung"

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Martina H., Informatikerin: "Für mich blieb als Konsequenz nur die Kündigung"

| Spiegel Online

"Unser erstes Kind wurde 2004 geboren. Bis dahin leitete ich dreieinhalb Jahre internationale Softwareprojekte, mit entsprechender Budget- und Personalverantwortung. Das Verhältnis zur Geschäftsführung, zu der auch der damalige direkte Vorgesetzte gehörte, war sehr freundschaftlich, geprägt von Respekt und Anerkennung.

Daran änderte sich zunächst auch nichts, als ich schwanger wurde. Wir beschlossen, dass ich nach einem halben Jahr zurückkomme, zunächst für 24 Wochenstunden und nach einem Jahr für 32. Beiden Seiten war klar, dass ich keine Projekte mit Auslandsaufenthalten mehr leiten konnte, stattdessen durfte ich den Bereich Marketing eigenverantwortlich aufbauen und mit Leben füllen. Ich war zufrieden mit meinen Aufgaben und konnte Familie und Beruf recht gut vereinbaren. Das Feedback von meinen Vorgesetzten war ebenfalls sehr gut.

Im Herbst 2006 kam dann unser zweites Kind zur Welt. Jetzt wurde es deutlich kritischer. Mehrfach habe ich Aussagen gehört wie: 'Na, mit zwei Kindern wirst Du ja wohl nicht mehr arbeiten, oder?' Und: 'Das wird ja jetzt viel komplizierter für dich zu koordinieren. Geht das überhaupt?' Da in der Firma eine größere Umstrukturierung anstand, habe ich sehr schnell signalisiert, dass ich 'dran bleiben' möchte und bin nach vier Monaten zurückgekehrt. Auch diesmal habe ich die Arbeitszeit schnell auf 80 Prozent hochgefahren, weil ich gerne die Marketing-Abteilung leiten wollte, die nun offiziell im Organigramm abgebildet werden sollte. Von der Geschäftsleitung kamen zunächst positive Signale. Doch nach meinem Wiedereinstieg hatte sich die Stimmung geändert. Man teilte mir kurz mit, dass ein Kollege den Posten des Abteilungsleiters übernimmt und ich ihm zuarbeiten sollte. Meinen neuen Schreibtisch musste ich mit einer freien Mitarbeiterin teilen, die oft gleichzeitig mit mir in der Firma war.

Für mich blieb als einzige Konsequenz nur die Kündigung. Der Abschied aus der Firma war sehr unschön: Mehr als 100 Überstunden wurden nicht ausgeglichen, ein Gespräch über die Gründe meiner Kündigung gab es nicht. Ich habe mich dann 2008 als Unternehmensberaterin selbständig gemacht. Im Rückblick bin ich froh, dass mich mein Arbeitgeber dazu gebracht hat, diesen Schritt zu wagen."

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