Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Telefonkosten: Kinder wählen 0900-Nummer, müssen Eltern zahlen?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Telefonkosten  

0900-Nummer gewählt: Müssen die Eltern zahlen?

28.07.2010, 11:32 Uhr | rev, t-online.de

Telefonkosten: Kinder wählen 0900-Nummer, müssen Eltern zahlen?. Junge telefoniert.

Nicht selten treiben Kinder die Telefonrechnung ihrer Eltern in die Höhe. (Bild: Archiv)

"Die Kinder waren es!" Mit diesem Hinweis haben sich Eltern in der Vergangenheit immer wieder geweigert, jene Kosten zu zahlen, die durch Anrufe bei 0900-Nummern entstanden sind. Aus den zahlreichen Fällen hat sich zwangsläufig die Frage ergeben, ob Eltern für ihre Kinder einstehen müssen, wenn diese 0900-Servicenummern angerufen haben. Eine Frage, mit der sich kürzlich auch das Landgericht Darmstadt befasst hat.

Wenn Kinder die Telefonrechnung explodieren lassen

"Der minderjährige Sohn eines Bekannten vertelefonierte über 500 Euro bei Anrufen auf eine kostenpflichtige Hotline. Der Bekannte weigerte sich, zu zahlen, der Anbieter will jetzt Klage erheben. Wird er damit durchkommen?", so die Frage von daisyduck im Diskussionsforum einer Finanz-Internetseite. In vielen anderen Internetforen werden ähnliche Probleme geschildert. Dass Kinder und Jugendliche mit Anrufen bei 0900-Servicenummern die Telefonrechnung der Eltern in die Höhe treiben, ist alles andere als selten.

Eltern müssen zahlen

Mit einem solchen Fall musste sich erst kürzlich auch das Landgericht Darmstadt auseinandersetzen: Ein Telekommunikationsunternehmen klagte, weil eine Mutter sich geweigert hatte, die Kosten zu begleichen, die ihr Sohn bei einem Online-Spiel verursacht hatte. Der Junge hatte über eine 0900-Nummer in erheblicher Menge sogenannte Drachenmünzen erworben, die in einem Internetspiel als Währung dienen. Das Gericht gab im Juli 2010 letztendlich der Telekommunikationsfirma recht und bestätigte somit die Entscheidung der Erstinstanz vom 25.11.2009. Die Richter waren der Auffassung, dass die Mutter für das Handeln ihres Sohnes verantwortlich sei, da sie schließlich der Vertragspartner des Telekommunikationsunternehmens ist.

Sie erklärten außerdem, dass der Kunde verpflichtet sei, alle ihm zumutbaren und geeigneten Maßnahmen zu treffen, um die von ihm nicht gewünschte Nutzung des Telefons zu verhindern. Für zumutbar erachteten die Richter alle Vorkehrungen, die einem gewissenhaften durchschnittlichen Telefonkunden bekannt sein sollten und deren Ausführung mit vertretbarem Aufwand zu bewältigen seien. In dem konkreten Fall wäre es beispielsweise für die beklagte Mutter ohne Weiteres möglich gewesen, die Nutzung des Telefonanschlusses für bestimmte Mehrwertdienste zu sperren, was die kostspieligen Anrufe des Sohnes verhindert hätte.

Wie aus vielen früheren Entscheidungen geht auch aus diesem Fall hervor, dass Eltern für den Missbrauch von 0900-Nummern durch ihre minderjährigen Kinder haften müssen.

Welche wichtigen Servicenummern gibt es?

Speziell in Haushalten mit Kindern und Teenagern ist es eine sinnvolle Option bestimmte Servicenummern zu sperren. Wer also nicht möchte, dass von seinem Anschluss aus 0900-, 0180- oder 0137-Nummern angerufen werden, kann diese bei seinem Netzbetreiber abschalten lassen. Will man allerdings die Möglichkeit, eine solche Nummer anzurufen, nicht ganz ausschließen, ließe sich die Sperre auch gezielt für bestimmte Dienste einrichten. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Rufnummern und die zugehörigen Dienste:

  • 0900-1 Informationsdienste: Über diese Rufnummerngasse werden Mehrwertdienste angeboten, bei denen ein Informationsangebot und nicht die Unterhaltung des Anrufenden im Vordergrund steht. Das Angebot darf keinen sexuellen oder erotischen Inhalt oder Bezug haben und darf Kinder und Jugendliche nicht sittlich gefährden oder in ihrem Wohl beeinträchtigen.
  • 0900-3 Unterhaltungsdienste: Hier werden Mehrwertdienste angeboten, bei denen ein Unterhaltungsangebot im Vordergrund steht. Das Angebot darf keinen sexuellen oder erotischen Inhalt oder Bezug haben und darf Kinder und Jugendliche nicht sittlich gefährden oder in ihrem Wohl beeinträchtigen.
  • 0900-5 Übrige Dienste: Über diese Rufnummerngasse werden Mehrwertdienste mit beliebigem Inhalt oder Bezug angeboten. Dazu gehören auch Erotikdienste.
  • 0900-9 Dialer: Dialer – das sind Einwahlprogramme für den Computer – dürfen seit dem 14.12.2004 nur noch über diese Rufnummerngasse verwendet werden.

  • 0180-Nummern: 0180-Nummern sind für viele Anbieter, die ein Service- oder Auskunftstelefon einrichten wollen, insbesondere deshalb attraktiv, weil für alle Anrufer, unabhängig von welchem Ort sie anrufen, gleiche Verbindungskosten entstehen. Für viele Verbraucher, die eine Telefon-Flatrate oder das Call-by-Call-Verfahren nutzen, ist allerdings ärgerlich, dass sie damit die Verbindungskosten zu einer 0180-Nummer nicht senken können.
    Die Kosten der 0180-Nummern im Einzelnen: Anders als bei den 0900-Nummern kann man bei den 0180-Nummern an der nächstfolgenden Ziffer Rückschlüsse auf den Tarif ziehen, den der Anrufer zu zahlen hat:
    - 0180-1, 0180-3- und 0180-5 stehen jeweils für einen zeitabhängigen Tarif. Das Entgelt richtet sich also nach der Gesprächsdauer.
    - 0180-2 und 0180-4 stehen für Festtarife. Die Kosten fallen also pro Anruf an.

  • 0137-Nummern: Mit den 0137-Nummern können in wenigen Minuten Hunderte Anrufe für Stimmabgaben (Votum, z. B: TED-Umfragen) gezählt oder für Sprachkommunikation (Teledialog) zu einem Anschluss durchgeschaltet werden. Daher heißen die 0137-Nummern auch Rufnummern für Massenverkehr zu bestimmten Zielen (MABEZ). Die 0137-Rufnummern bestehen aus einer bundeseinheitlichen Zugangskennzahl (0137). Die fünfte Ziffer legt dann das vom Anrufer zu zahlende Entgelt fest; die nachfolgenden Ziffern bestimmen die Kundenkennung (Anschluss-Nummer).
    Die Kosten für einen Anruf zu einer solchen Rufnummer sind ebenfalls vom Tarif des Netzbetreibers, über den der Anruf erfolgt, abhängig. In der Werbung werden zumeist die Kosten angegeben, die bei Anrufen aus dem Festnetz der DTAG entstehen. Viele Verbraucher, die zum Beispiel ihr Glück bei einer Fernsehverlosung probieren, ärgern sich später über ihre hohe Telefonrechnung. Ihnen ist - dank zeitsparender Wahlwiederholungstaste - oft gar nicht bewusst, wie oft sie die 0137-Nummer angerufen haben. Wer also kein Geld zu verschenken hat, sollte diese Rufnummern - gerade, wenn sie bei Gewinnspielen eingesetzt werden - meiden.

    (Quelle: Verbraucherzentrale Hessen)

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal