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Bildungspolitik: Bildungs-Chipkarte für Kinder

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Bildungspolitik  

Bildungs-Chips für alle Kinder

16.08.2010, 09:05 Uhr | dpa

Bildungspolitik: Bildungs-Chipkarte für Kinder. Ursula von der Leyen, 15.08.2010.

Ursula von der Leyen fordert "Bildungsguthaben" für alle Kinder. (Bild: dpa) (Quelle: dpa)

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die geplante elektronische Bildungs-Chipkarte auf lange Sicht allen Kindern zur Verfügung stellen. Damit sollen sie Zugang zu Förderkursen oder Musikunterricht bekommen. Unterstützt wird von der Leyen dabei von der FDP, kritisiert von Unionsmitgliedern.

Umfassendes Bildungsguthaben

Von der Leyen will mit der Bildungs-Chipkarte ein Bildungspaket aus vier Komponenten schnüren. Es umfasst die Lernförderung für bedürftige Kinder, freies Schulmaterial und Mittagessen sowie die Möglichkeit, kostenfrei Musikschulen oder Sportvereine besuchen zu können. Die Jobcenter sollen diese Hilfen sicherstellen.

"Wir wollen mittelfristig bedürftigen Kindern eine elektronische Bildungs-Card mit einem persönlichen Bildungsguthaben geben!", sagte die CDU-Politikerin dem "Spiegel". In weiteren Schritten sollten auch Kinder von Eltern mit niedrigen Einkommen von der Karte profitieren, die von Stiftungen, der Wirtschaft und privaten Spendern mitfinanziert werden soll. "Am Ende könnte im Prinzip jedes Kind die Bildungs-Card nutzen", so von der Leyen.

Harte Kritik aus den eigenen Reihen

Die FDP begrüßt die Ideen von der Leyens. FDP-Chef Guido Westerwelle sagte der "Bild am Sonntag", er unterstütze "die Überlegungen von Bundesarbeitsministerin von der Leyen, mit Gutscheinen und gezielten Programmen zu arbeiten."

Kritik kommt hingegen von CDU und CSU. Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe in der Bundestagsfraktion, Peter Weiß (CDU), sagte: "Ich halte Bildungsgutscheine für diskriminierend." Auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sieht sie skeptisch. Die CSU wolle "Zielvereinbarungen mit den Eltern", sagte er dem "Spiegel". Der Sprecher der CSU-Mittelstandsvereinigung, Hans Michelbach, forderte die Ministerin auf, die Pläne schnellstens einzustampfen. "Wir brauchen keinen Super-Nanny-Staat", sagte er.

Das Vorbild: Die Stuttgarter Familien-Card

Vorbild für den Bildungschip ist die Familien-Card der Stadt Stuttgart. Bislang ist die baden-württembergische Landeshauptstadt die einzige Stadt in Deutschland, die Familien eine solche elektronische Geldbörse für Kultur, Sport und Bildung bietet. Es gibt sie nicht nur für Eltern mit Hartz-IV-Bezügen, sondern für alle Familien mit Kindern unter 16 Jahren, deren Einkommen 60.000 Euro im Jahr nicht übersteigt.

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