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Haustiere: Das passt zu Ihrem Kind

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Haustier  

Meerschwein oder Hamster: Die passenden Haustiere für Kinder

04.11.2010, 10:39 Uhr | dpa

Haustiere: Das passt zu Ihrem Kind. Ein heißgeliebtes Haustier.  Das ist der Herzenswunsch vieler Kinder. (Bild: imago)

Meerschweinchen, Hamster oder Hund. Welches ist das passende Haustier für mein Kind? (Bild: imago) (Quelle: imago)

Haustiere stehen bei Kindern regelmäßig ganz oben auf dem Wunschzettel. Doch nicht alle Arten sind geeignet. Bei der Wahl sollten Zeitaufwand, Kosten und die Bedürfnisse der Vierbeiner bedacht werden. Nicht jedes Tier ist ein "Kuscheltier" und lässt sich gerne knuddeln.

Wunsch nach lebendigen Kuscheltieren

"Mama, ich will ein Haustier!". Der Weg an einer Zoohandlung vorbei kann Eltern ganz schön nerven. Weckt doch der Anblick von Kätzchen, Zwergkaninchen oder Hamstern bei vielen Kindern den Wunsch, ein eigenes Exemplar zu besitzen. Zwar kann ein Haustier die Entwicklung von Kindern sehr fördern. Eltern sollten ihnen aber nur eines schenken, wenn dafür die Rahmenbedingungen stimmen. Und nicht jede Tierart ist für Kinder gleich gut geeignet.

"Grundvoraussetzung ist, dass alle in der Familie diese Anschaffung mittragen", betont Ingrid Stephan, Leiterin des Instituts für soziales Lernen mit Tieren im niedersächsischen Lindwedel. Alle Familienmitglieder sollten das Tier mögen, da sie sich später ebenfalls mit darum kümmern müssen. Das könne nie allein Aufgabe des Kindes sein - denn das wäre damit überfordert. Ohnehin findet sie Haustiere für Kinder erst ab einem bestimmten Alter sinnvoll. "Im Vorschulalter halte ich das noch für problematisch", sagt Stephan. Kinder besäßen da noch nicht die Einsicht, dass Haustiere Lebewesen sind, die eigene Bedürfnisse haben. "Ab acht Jahren kann ein Kind aber schon mit Unterstützung der Eltern Verantwortung für ein Tier übernehmen."

Zeitaufwand einplanen

Aber auch die zeitlichen und örtlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen. So weist die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" in Hamburg darauf hin, dass auch Kleintiere "Zeit und Zuwendung" benötigen. Sie müssen versorgt werden, die Käfige sind zu reinigen, manche Tiere benötigen täglich Auslauf, und auch während des Urlaubs muss sich jemand um sie kümmern. Auch aus dem Tierheim sollte man nur ein Tier holen, wenn die Versorgung gesichert ist. "Manchmal geht es Kaninchen und Mäusen im Tierheim besser als bei Privatpersonen zu Hause", so die Tierschützer.

Artgerechte Haltung wichtig

Ingrid Stephan empfiehlt, sich über die Bedürfnisse der Tiere zu informieren, denn sie sollten zu Hause artgerecht nach den Maßgaben des Tierschutzes gehalten werden. Zu beachten sei etwa, dass Tiere soziale Wesen sind - viele wollen Artgenossen haben und sollten daher nicht alleine sein. Und es sollte geklärt werden, ob überhaupt genug Platz vorhanden ist, um zum Beispiel im Garten ein Kaninchengehege anzulegen. Auch das finanzielle Budget spielt eine Rolle. Bei der Frage, welches Tier angeschafft wird, komme es natürlich auf die Vorlieben des Kindes an, sagt Stephan. "Die Tierauswahl ist etwas ganz Wichtiges. Kinder fühlen sich zu bestimmten Tieren hingezogen." Aber auch andere Punkte spielen eine Rolle.

Keine nachtaktiven Tiere

Grundsätzlich keine gute Wahl sind zum Beispiel nachtaktive Tiere wie Hamster. Wenn ein Hamster tagsüber nur schläft, sagen Kinder laut Stephan schnell: "Der ist aber langweilig". Sie verlieren dann schnell das Interesse. Auch aus Tierschutzgründen hält Ursula Bauer von der Tierschutzorganisation "Aktion Tier" in Berlin Hamster für ungeeignet. "Kinder zerren die tagsüber aus dem Käfig. Das verkürzt die Lebenszeit der nachtaktiven Tiere enorm." Vögel würde Ingrid Stephan ebenfalls nicht empfehlen, auch keine zahmen Mäuse. Sie werden laut Bauer auch nur bedingt zahm - und nicht älter als zwei Jahre.

Jungtiere weniger geeignet

Kaninchen findet Bauer dagegen okay. Allerdings ist bei ihnen zu beachten, dass sie Gruppentiere sind und daher immer einen Artgenossen haben sollten. Weiterer Vorteil: Sie werden mit bis zu zehn Jahren relativ alt. Eltern sollten ihren Kindern aber beibringen, dass auch kuschelige Kaninchen keine Schmusetiere sind. Kaninchen benötigen laut Stephan außerdem ein großes Gehege, in dem sie viel Auslauf haben und buddeln können.

Gut eignen sich ebenfalls Meerschweinchen, erzählt Stephan. Allerdings empfiehlt sie, für Kinder keine jungen Tiere zu nehmen, sondern besser etwas ältere, die schon den Umgang mit Menschen gewöhnt sind. "Man muss Geduld haben, ein Tier zu zähmen", erläutert Stephan den Nachteil von Jungtieren. Diese hätten Kinder oft nicht.

Auf Bedürfnisse der Tiere achten

Kuschelbedürftig sind beispielsweise Katzen: "Aber eine Katze ist ein eigenständiges Tier, das man sich nicht einfach zum Streicheln nehmen kann", sagt Stephan. Wenn sie gerade nicht schmusen möchte, fährt sie auch schon mal die Krallen aus. Ohnehin sollten Kinder lernen, die Bedürfnisse des Tieres zu beachten.

Ähnlich gesellig sind Hunde - bei ihnen ist ein Nachteil, dass sie viel Auslauf benötigen und auch bei schlechtem Wetter raus müssen. Kommt ein Hund aus dem Tierheim infrage, könnten Eltern ihn dort mit ihrem Kind zunächst zum Kennenlernen regelmäßig besuchen, schlägt Stephan vor. Dabei lässt sich herausfinden, ob das Kind den Hund mag und auch nichts gegen regelmäßiges Gassigehen hat.

Tiere ohne "Knuddelfaktor"

Vielleicht wären auch alternative Haustiere eine Überlegung, sagt Ursula Bauer. Gespenstheuschrecken zum Beispiel ließen sich einfach in einem Terrarium halten, und Kinder könnten die Versorgung selbst
übernehmen: Da sich die Tiere von Brombeerblättern ernähren, könnten sie die Nahrung ihrer Heuschrecken im Park suchen. "Die Tiere sind interessant zu beobachten", erzählt Bauer. "Das kann unheimlich spannend sein."

Wichtig ist laut Stephan, dass Eltern die Anschaffung eines Haustieres nicht als Kopfentscheidung treffen, "nur weil sie meinen, es fördert ihr Kind". Das Drumherum müsse ebenfalls stimmen. Dann bringe ein Haustier der Entwicklung des Kindes viel Gutes, wie Untersuchungen zeigten: So entwickelten Kinder deutlich mehr soziale Kompetenz, wenn sie sich um ein Tier kümmern. Sie lernten früh, Verantwortung zu übernehmen und mit anderen mitzufühlen.

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