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Väter: Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Männer wichtig

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Familie und Beruf  

Väter im Dilemma zwischen Familie und Karriere

05.11.2010, 15:46 Uhr | rw, t-online.de, Pressetext

Väter: Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Männer wichtig. Auch für Väter ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein schwieriger Spagat. (Quelle: t-online.de)

Auch für Väter ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein schwieriger Spagat. (Quelle: t-online.de)

Familienplanung gilt noch immer überwiegend als Frauensache. Ob in Medien, Wissenschaft oder in der Politik: Fast immer stehen Frauen im Mittelpunkt der Diskussion, wenn es darum geht, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen, und wie es gelingen kann, dass sich wieder mehr Paare für Kinder entscheiden. Dabei gehört zur Familiengründung nicht nur aus biologischer Sicht auch der Mann. Dessen Entscheidung für oder gegen Kinder und seine Motive sind bislang kaum untersucht worden. Forscher der Universität Basel haben diese Lücke nun geschlossen.

Väter zwischen altem und neuem Rollenbild

Das Bild des Mannes ist derzeit im Wandel - auch sein Selbstbild. Als Vater ist er heute nicht mehr nur Ernährer, sondern soll und will sich auch den Kindern widmen. Das bringt die modernen Väter ganz schön unter Druck, wie die Schweizer Wissenschaftler herausfanden. Sie müssen einen schwierigen Spagat schaffen. Noch immer würden sie ganz überwiegend in der Rolle des Hauptverdieners der Familie gesehen. "Das Bild des Ernährers ist noch immer ein wichtiger Anhaltspunkt sowohl der Männer als auch der Gesellschaft insgesamt. Wer anders handelt, muss seinen Standpunkt verteidigen", erklärt Diana Baumgarten, eine der Autorinnen der Studie. Zugleich habe sich aber die Einstellung zur Familie geändert. "Die meisten Männer wollen sich anders als ihre eigenen Väter verhalten. Viele möchten zeitlich mehr oder zumindest deutlicher spürbar für die eigenen Kindern anwesend sein." Diesen Anspruch an die Männer stellen auch die Partnerinnen.

Teilzeit für Väter die Ausnahme

Wer beide Rollen unter einen Hut bringen will, stößt oft an Grenzen. So ist Teilzeitarbeit für Männern oft kaum möglich. "Teilzeit-Stellen oder eine Reduzierung der Arbeitszeit um zehn oder 20 Prozent sind in vielen Berufen noch ein Novum und erfordern viele Verhandlungen", erläutert die Forscherin das väterliche Dilemma. Die Autoren der Studie, für die je 30 Väter und kinderlose Männer interviewt wurden, gelangen daher zu der Forderung nach einem politischen und gesellschaftlichen Wandel im Denken. Neben flexibleren Arbeitszeiten, Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit und mehr Krippenplätzen gehöre dazu auch ein Umdenken in den Unternehmen: Für Männer solle es zum Beispiel normal werden, in ihrer Karriere ein paar Jahre lang reduziert arbeiten zu können, ohne damit gleich die ganze Karriere aufs Spiel zu setzen.

Umdenken bei Politik und Wirtschaft nötig

Damit treffen die Schweizer Wissenschaftler auch in Deutschland den Nerv der Zeit. Das bestätigen Ergebnisse einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), derzufolge die Mehrheit bei Frauen und Männern Teilzeit für beide Elternteile befürworten. Die gängige Praxis allerdings bleibt bis auf weiteres ernüchternd. "Das Umdenken ist noch nicht geschehen. Nach wie vor werden Überstunden und Vollzeitkarriere glorifiziert", so Baumgarten. Vor diesen Rahmenbedingungen kapitulieren nicht wenige Männer und entscheiden sich gegen Kinder und Familie. "Das geschieht meist nicht aus eigennützigen Karrieregedanken, sondern weil solche Männer glauben, die Vereinbarkeit nicht bewerkstelligen zu können", berichtet die Schweizer Wissenschaftlerin.

"Gedöns" war gestern

Allerdings liegt in den diagnostizierten Problemen auch eine große Chance: Wenn sichtbar wird, dass auch Väter Schwierigkeiten haben, ihre Familie und ihr berufliches Fortkommen unter einen Hut zu kriegen, erhalten diesbezügliche politische Diskussionen, zum Beispiel die um mehr Krippenplätze, endlich auch eine männlich Note. Damit könnte das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf der politischen Agenda weiter an Gewicht gewinnen. Ein entsprechender Trend ist in Deutschland bereits seit geraumer Zeit zu beobachten. Noch vor wenigen Jahren hat Bundeskanzler Gerhard Schröder alle familienpolitischen Themen demonstrativ mit Missachtung gestraft: "Frauen und so'n Gedöns", so die Einordnung des damaligen Regierungschefs. Zumindest im Denken hat sich an dieser Stelle schon einiges getan. Nun muss die neue geistige Haltung nur noch in der gesellschaftlichen und politischen Praxis stärker sichtbar werden.

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