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Muttertag: Mama steht hoch im Kurs

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Muttertag: Mama steht hoch im Kurs

07.05.2012, 09:34 Uhr | dpa

Ist Mama "die beste Freundin"? Sind Deutschlands Kinder brav und beschenken Mutti zum Muttertag? Und war der Muttertag im Mai nicht eine Nazi-Erfindung? Hier gibt es die Antworten auf all diese Fragen. Der Muttertag ist in Deutschland eine feste Größe.

Nur wenige wollen ihn abschaffen. Die meisten Kinder und Erwachsenen sind mit ihren Müttern heute sehr zufrieden und schenken als Dank und Anerkennung eine Kleinigkeit - zur Freude der Floristen, die den Tag 1923 in Deutschland etabliert haben.

Wie werden Mütter heute gesehen?

Nach Umfragen stehen Mütter hoch im Kurs. Nach der jüngsten Shell-Jugendstudie sind 90 Prozent der Mädchen und Jungen vollauf zufrieden mit Mama und bleiben gern lange bei ihr wohnen.

Frauenzeitschriften schreiben, dass auch Erwachsene große Stücke auf ihre Mütter halten: 62 Prozent der Frauen und sogar 72 Prozent der Männer seien überzeugt davon, dass ihre Mütter gute Menschen aus ihnen gemacht hätten. Für fast die Hälfte der erwachsenen Töchter und ein gutes Drittel der erwachsenen Söhne sei Mutter noch immer "die beste Freundin". Nur 16 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer hofften dagegen, nie so zu werden wie ihre Mutter.

Wie viele Mütter gibt es in Deutschland?

Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes leben in Deutschland insgesamt 11,5 Millionen Frauen mit Kindern. Dazu zählen sowohl junge Mütter als auch Seniorinnen mit erwachsenen Kindern. 1991 errechneten die Statistiker noch 13,2 Millionen Mütter - ein Anzeichen für die negative demografische Entwicklung in Deutschland.

Wie viele Kinder bekommen Frauen heute?

Seit fast 40 Jahren reichen die Geburten in Deutschland nicht mehr aus, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Bekamen Frauen in den 60er Jahren durchschnittlich 2,5 Kinder, sind es heute statistisch gesehen nur noch 1,35 in Westdeutschland und 1,4 in Ostdeutschland.

Viele Frauen lassen sich heute wegen Ausbildung, Studium und Jobsuche mit dem ersten Baby Zeit. Waren Mütter in den 60er Jahren bei der ersten Geburt im Schnitt 23 Jahre alt, sind sie heute 28,8 Jahre.

Was halten die Deutschen vom Muttertag?

Blumen, Pralinen, Kosmetik und eine Einladung zum Essen sind nach Umfragen bei erwachsenen Kindern sehr beliebt, um ihren Müttern an diesem Tag eine Freude zu machen. Nur ein gutes Zehntel der Erwachsenen war vor wenigen Jahren der Ansicht, dass der Muttertag abgeschafft gehöre. Verweigerer gibt es trotzdem: Ein gutes Viertel schenkt zum Muttertag nichts. Manchmal auch, weil die Mütter das gar nicht wollen. Psychologen glauben, dass Männer mit Frau und Kindern am Muttertag auch ein wenig ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen - weil sie wissen, dass ihre Frauen nach wie vor den Löwenanteil bei Hausarbeit und Kindererziehung stemmen.

Was wünschen sich Mütter?

Nach der Analyse von Elternzeitschriften wünschen sich Mütter, von kleinen Aufmerksamkeiten abgesehen, selten etwas Materielles. Die Gesundheit ihrer Kinder und finanzielle Entlastung für Familien stehen dafür ganz oben auf der Wunschliste. Zu den Wünschen zählen darüber hinaus ein besserer Schutz für Kinder gegen Gewalt und eine Kita- und Schulbetreuung, die auch Kinder aus sozial schwachen Familien ausreichend unterstützt.

Wie viele Mütter gehen arbeiten?

In den vergangenen Jahren waren in Deutschland rund sechs von zehn Frauen mit Kindern unter 15 Jahren erwerbstätig. Allerdings übt nur ein Drittel der Mütter mit Kleinkindern einen Job aus, erst bei Kindern im Grundschulalter nimmt die Berufstätigkeit auf zwei Drittel zu und steigt mit weiterführenden Schulen noch einmal leicht an. Die meisten Frauen arbeiten in Teilzeit. Nur in Ostdeutschland entscheiden sich deutlich mehr Frauen für einen Vollzeitjob. Als Hauptgrund dafür gilt dort die traditionell gut ausgebaute Kinderbetreuung. Die meisten Kinder finden es trotz Hektik und Zeitnot in Ordnung, wenn ihre Mütter arbeiten gehen, heißt es in einer Unicef-Umfrage vom Dezember 2010. Sie begrüßen dabei vor allem ganz pragmatisch die größere finanzielle Sicherheit.

Ist der Muttertag eine Nazi-Erfindung?

Nein. Die Nationalsozialisten nutzten den Tag jedoch, um ihr Mutterideal zu propagieren. Die heutige Tradition in der westlichen Welt geht auf eine Initiative der US-Frauenrechtlerin Anna Jarvis zurück. Sie wollte ihre eigene Mutter ehren und zugleich auf die Probleme vieler Frauen aufmerksam machen. Am 8. Mai 1914 erließ der US-Kongress eine Resolution: Der zweite Sonntag im Mai soll als Muttertag gefeiert werden. Die Idee wurde bald darauf in England, in der Schweiz und in Skandinavien aufgegriffen. Schnell flammte aber auch Kritik an der wachsenden Kommerzialisierung des Festtags auf. In Deutschland gab es den ersten Muttertag 1923, initiiert nicht mehr von Frauenrechtlerinnen, sondern vom "Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber". In der DDR wurde der Frauentag am 8. März dagegen ähnlich gefeiert.

Auch Anna Jarvis sah die Wandlung zum reinen Geschenktag kritisch und versuchte, den Muttertag wieder abzuschaffen - vergebens.

Ein Festtag auch für Floristen?

Für Blumengeschäfte gehört die Muttertagswoche bis heute zu den umsatzstärksten des Jahres: Hochgerechnet belief sich im Jahr 2010 der Umsatz mit Schnittblumen in Deutschland auf rund 125 Millionen Euro, hinzu kamen noch rund 50 Millionen Euro für blühende Topfpflanzen. Menschenrechtsorganisationen haben in diesem Jahr dazu aufgerufen, fair gehandelte Blumen zu kaufen. Sie tragen zum Beispiel das Gütesiegel Fairtrade oder FLP (Flower Label Program).

Damit soll verhindert werden, dass Frauen - und Mütter - auf den Blumenfeldern der Dritten Welt zu Hungerlöhnen arbeiten.

Lesen Sie hier weitere interessante Fakten rund um den Muttertag.

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