Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Sorgerecht: Bei 12700 Kindern wurde Eltern das Sorgerecht entzogen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Kinder in Gefahr: Immer häufiger bekommen Eltern Sorgerecht entzogen

18.07.2012, 14:28 Uhr | dpa-tmn, dpa

Sorgerecht: Bei 12700 Kindern wurde Eltern das Sorgerecht entzogen. Wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist, kann den Eltern das Sorgerecht entzogen werden. (Quelle: imago)

Kalt und kinderfeindlich: So empfinden viele Deutsche ihr Land. (Quelle: imago)

Eltern können das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren, wenn deren körperliches oder seelische Wohl extrem gefährdet ist. Das war 2011 bei 12.700 Kindern der Fall. Deutsche Familiengerichte haben Eltern im vergangenen Jahr nahezu doppelt so oft das Sorgerecht entzogen wie vor zwanzig Jahren. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 18. Juli mitgeteilt.

Gründe für die Aberkennung des Sorgerechts

Zum Sorgerecht gehört das Wohlergehen des Kindes und die Verwaltung seines Vermögens. Rechtsgrundlage ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Recht kann ganz oder teilweise entzogen werden. Die Familiengerichte können zudem beiden Eltern oder nur einem Elternteil das Sorgerecht aberkennen. Das Sorgerecht wird entzogen, wenn die Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes anders nicht abzuwenden ist. Gründe dafür können beispielsweise Missbrauch oder Misshandlung sein.

Bettnässen-Special 
Das hilft gegen Bettnässen

Fakten, Therapien und Interviews mit Betroffenen. mehr

Sorgerecht kann nicht nur auf Verwandte übertragen werden

"Entscheidend ist, dass das Kind in Gefahr ist", erklärt Eva Becker, Fachanwältin für Familienrecht in Berlin. Gibt es Personen, die dem Kind nahestehen, kann das Gericht ihnen das Sorgerecht übertragen. Meist kommen zuerst Angehörige in Betracht, etwa Oma, Tante oder Onkel. "Es können aber auch andere Personen sein", erklärt Becker. Gebe es eine Freundin der Mutter, zu der das Kind eine enge Bindung habe, könne sie genauso gut das Sorgerecht übernehmen. Damit kann diese Person zum Beispiel bestimmen, wo das Kind wohnt oder in welche Schule es geht.

Wann Familienhelfer oder Amtsvormund zum Einsatz kommen

Weiß das Jugendamt aber nichts über die Familienverhältnisse oder hat nur wenig Zeit zur Entscheidung, wird die elterliche Sorge zunächst einem Amtsvormund übertragen. Er entscheidet dann, ob das Kind in ein Pflegeheim kommt oder von Pflegeeltern betreut wird.

In der Regel ist der Entzug der elterlichen Sorge laut Becker aber der letzte Schritt. Im Vorfeld versuche das Jugendamt, eine andere Lösung zu finden. Hat etwa ein Elternteil Alkoholprobleme, versuche die Behörde, ihn zu einer Therapie zu bewegen. Damit das Kind in diesem Zeitraum weiter betreut wird, kann ein Familienhelfer dem anderen Elternteil unter die Arme greifen. Erst wenn so ein Versuch scheitert, etwa weil sich Mutter oder Vater weigern, wird die elterliche Sorge entzogen.

Zehn von 10.000 Kindern sind betroffen

Im Vergleich zum Rekordjahr 2010 waren es zwar 48 Kinder weniger, deren Eltern das Sorgerecht ganz oder teilweise verloren haben. Die Quote stieg aber 2011 erstmals auf zehn von 10.000 Kindern. Im Vorjahr hatte sie noch neun betragen. In den Jahren 1991 bis einschließlich 2004 waren fünf von 10.000 Kindern und Jugendlichen betroffen.

Rund 9600 Kinder in Obhut der Jugendämter

Für etwa 9600 Mädchen und Jungen übertrugen die Gerichte im vergangenen Jahr das Sorgerecht auf die Jugendämter. Bei jedem fünften von ihnen wurde den Ämtern nur das Recht zugesprochen, über den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen. Bei den übrigen 3100 Kindern übernahmen andere Erwachsene oder ein Verein das Sorgerecht.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal