Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Viele Studenten wohnen noch bei den Eltern

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Studenten im Hotel Mama - ohne Regeln geht es nicht

13.07.2011, 12:27 Uhr | Özlem Yilmazer, dpa, dpa-tmn, dpa

Viele Studenten wohnen noch bei den Eltern. Während des Studiums bei den Eltern zu wohnen ist bequem, hat aber auch viele Nachteile. (Foto: imago)

Während des Studiums bei den Eltern zu wohnen ist bequem, hat aber auch viele Nachteile. (Foto: imago)

Ob aus finanziellen Gründen oder Bequemlichkeit: Wenn Studenten noch bei den Eltern wohnen, muss ein gemeinsamer Schlachtplan für das Zusammenleben her. Der sollte vor allem festlegen, welche Freiheiten Kinder in der Eltern-WG haben.

Konflikte sind unvermeidbar

Das Zusammenleben mit den Eltern während des Studiums kann zu einem richtigen Abenteuer werden. Dauerzoff, Einmischung oder Verhätschelung sind dabei nicht selten. Das kann das Leben unter einem Dach über kurz oder lang erschweren. Ob freiwillig oder gezwungenermaßen zu Hause geblieben - damit aus dem heimischen Nest eine möglichst erwachsene Wohngemeinschaft mit den Eltern wird, ist viel Diplomatie und ein guter Plan nötig. Nach Ansicht von Experten überwiegen aber die Nachteile, da der Auszug aus dem Elternhaus als wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit gilt.

Fast jeder vierte Student wohnt bei den Eltern

Von den bundesweit mehr als zwei Millionen Studenten lebt nach der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) fast ein Viertel bei den Eltern. "Das sind meist Studierende, die zu Hause einen Studienplatz gefunden haben, oder Studierende, die eher aus bildungsfernen Elternhäusern kommen und deren Eltern weniger Geld zur Verfügung haben", sagt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. Acht von zehn Studenten würden jedoch am liebsten in einer Mietwohnung leben.

Jungen bleiben eher zuhause wohnen

26 Prozent der Studenten leben in einer WG, 20 Prozent wohnen mit dem Partner oder der Partnerin zusammen, 17 Prozent haben eine Mietwohnung für sich alleine und nur zwölf Prozent haben sich in einem Studentenwohnheim einquartiert. Im Elternhaus bleiben deutlich mehr junge Männer als junge Frauen.

Bequemlichkeit oder Geldmangel?

Nach den Worten des DSW-Generalsekretärs hat sich die Zahl der Studenten, die bei ihren Eltern wohnen, in den vergangenen Jahren erhöht. Der finanzielle Zuschuss der Eltern sei hingegen gesunken. Lag der Elternanteil am Gesamteinkommen der Studis 2006 noch bei 53 Prozent, sank er 2009 auf 48 Prozent. Dass für viele Studenten Bequemlichkeit der Hauptgrund für das Wohnen bei den Eltern ist, lässt Meyer auf der Heyde nicht gelten: "Ich glaube nicht, dass Studierende unbedingt freiwillig zu Hause wohnen bleiben. Der Großteil würde gerne ausziehen, das scheitert natürlich an den ökonomischen Barrieren." Eine zusätzliche Belastung seien die Studiengebühren in einigen Bundesländern.

Entwöhnungsprozess auf beiden Seiten

Klar ist aber, dass ein gemeinsamer Schlachtplan mit den Eltern her muss, wenn der Student bei den Eltern wohnt. Denn mit dem Übergang von der Schule zur Uni verändert sich von den Essens- bis zu den Schlafzeiten viel - das muss beiden Seiten klar sein. "Ich spreche nicht mehr alles bis ins Detail mit meinen Eltern ab wie in der Schulzeit", erzählt Kerstin Wolf aus München. "Ich mache mehr mein Ding als noch vor einem Jahr nach dem Abi." Die 19-Jährige hat mehrere Gründe, warum sie bei den Eltern wohnt: "Ich wollte keine krasse Umstellung, sondern alles Schritt für Schritt im eigenen Tempo machen und nicht ins kalte Wasser geworfen werden."

Selbstständigkeit ist nur begrenzt möglich

Die Studentin hat keine Geschwister, das Zusammenleben mit ihren Eltern klappe ganz gut. Neben dem Komfort-Faktor - beispielsweise eine Spülmaschine zu haben - seien auch die hohen Mietpreise in München ein Grund, noch zu Hause zu wohnen. "Es wäre schön, wenn man noch selbstständiger wäre, aber dafür ist mir im wahrsten Sinne des Wortes der Preis zu hoch." Den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit will Kerstin Wolf aber spätestens zum Master-Beginn gehen und am liebsten in eine WG ziehen.

Die häufigsten Streitpunkte

Für Studenten, die Konflikte im Zusammenleben mit den Eltern erleben, bieten Hochschulen und Studentenwerke Hilfe an. Ein Beispiel ist die psychologische Beratung der Freien Universität Berlin. "Meistens wird beklagt, dass sich die Eltern zu sehr einmischen", sagt Hans-Werner Rückert, der Leiter der Beratungsstelle. Dabei gehe es etwa um die Lautstärke der Musik, das Nacht- und Liebesleben, die häuslichen Pflichten oder um unentwegt blockierte Telefonleitungen.

Lebensbereich der Eltern respektieren

Damit Probleme nicht überraschend auftauchen, sollten Abmachungen getroffen werden. "Man muss sich darüber abstimmen, was sich jetzt ändert", sagt Rückert. "Kann man mal eine Arbeitsgruppe in den Garten der Eltern einladen?" Fragen wie diese sollten früh geklärt werden. Die Studenten dürften nicht außer Acht lassen, dass die Wohnung immer noch der Lebensmittelpunkt der Eltern sei. Spontan Leute mitzubringen, sei nicht so einfach: "Eltern legen da meist keinen großen Wert darauf, dass drei Fremde plötzlich mit am Abendtisch sitzen - was in der WG ganz anders sein kann."

Plötzlich ändern sich die Rollen

Die Grundlage für ein harmonisches Zusammenleben sei der respektvolle Umgang und die gegenseitige Rücksichtnahme, sagt die Berliner Psychologin und Konfliktberaterin Birgit Weisswange-Lehmann. "In der Regel ist das Auskommen mit den Eltern auch ein gutes Kommunikationstraining." Die Herausforderung für beide Seiten: "Kinder müssen sich wie Erwachsene verhalten und Eltern müssen akzeptieren, dass ihre Kinder erwachsen werden."

Die Eltern-WG sollte nur eine Zwischenlösung sein

Die Psychologin empfiehlt, die "Eltern-WG" als Zwischenstadium zu betrachten und möglichst schnell einen Job zu finden, um in eine Wohngemeinschaft oder in ein Studentenwohnheim zu ziehen. "Das Wohnen bei den Eltern nimmt den Jugendlichen die Pflichten ab, auf eigenen Füßen zu stehen", sagt Weisswange-Lehmann.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal