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UNICEF: Hier sind Kinder in Deutschland am glücklichsten

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Hier sind Kinder in Deutschland am glücklichsten

16.12.2011, 13:30 Uhr | Spiegel Online

UNICEF: Hier sind Kinder in Deutschland am glücklichsten. Im Süden Deutschlands sind die Lebensbedingungen für Kinder besser. (Quelle: imago)

Im Süden Deutschlands sind die Lebensbedingungen für Kinder besser. (Quelle: imago)

Auf dem Land leben sie besser als in der Stadt, im Süden besser als im Rest der Republik: UNICEF hat die Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland untersucht - und erhebliche regionale Unterschiede festgestellt.

Lebensbedingungen von Kindern: deutliche Unterschiede in Deutschland

Deutschland belegt in internationalen Vergleichsstudien regelmäßig einen Mittelfeldplatz unter den Industrieländern, wenn es um gute Lebensumstände für Kinder und Jugendliche geht. Der aktuelle Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) zur Lage in der Bundesrepublik zeigt allerdings, dass sich hinter diesen Durchschnittswerten große Unterschiede verbergen. "Die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen, ihre Schulleistungen, Hoffnungen und Ängste unterscheiden sich gravierend - je nachdem, wo in Deutschland sie aufwachsen, wovon ihre Familie lebt und welche Unterstützung sie in ihrem konkreten Lebensumfeld, durch die Politik und ihre Gemeinden erfahren", heißt es in der am Freitag vorgestellten Studie.

Diese Kriterien wurden ausgewertet

Forscher der Berliner Humboldt-Universität haben dazu alle aktuell verfügbaren empirischen Daten zum Wohlbefinden von Kindern für die einzelnen Bundesländer ausgewertet. Ihr Fazit: Die Lebenssituation der Kinder unterscheidet sich innerhalb Deutschlands stark. Die Wissenschaftler legten bei ihrer Untersuchung die von UNICEF definierten sechs Dimensionen zugrunde: die materielle Situation, Gesundheit und Sicherheit, Verhalten und Risiken, Bildung und Ausbildung, Beziehungen zu Familie und Gleichaltrigen sowie subjektives Wohlbefinden.

Von zentraler Bedeutung für dieses Wohlbefinden sei die aktive Teilhabe der Eltern am Arbeitsleben, so die Studie. Für Jugendliche seien zudem die Perspektiven, einen Ausbildungsplatz in ihrer Region zu finden, von großer Bedeutung.

Ergebnisse der UNICEF-Studie

Die wichtigsten Ergebnisse des UNICEF-Berichts im Überblick:

  • Grundsätzlich ist das Wohlbefinden von Kindern in großen urbanen Zentren tendenziell schlechter als in Flächenländern. Die vier südwestdeutschen Länder Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland scheinen aus Kindersicht besonders lebenswerte Länder zu sein.
  • Demgegenüber liegen Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen nicht nur beim materiellen Wohlbefinden, sondern auch bei der Bildung und - mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern - auch bei den Beziehungen zur Familie und zu Gleichaltrigen im unteren Drittel.
  • Die Platzierungen ergeben aber insgesamt kein Ost-West-Gefälle. Brandenburg liegt beispielsweise im Gesamt-Ranking auf Platz sechs - vor Nordrhein-Westfalen oder Hessen. Auch sind die Platzierungen in einzelnen Dimensionen sehr unterschiedlich - so liegt Thüringen im Vergleich der Schulleistungen auf Platz fünf und Brandenburg bei der Gesundheit und Sicherheit sogar auf Platz eins.
  • Die Stadtstaaten schneiden auch nicht in allen Dimensionen ungünstig ab. Bremen und Berlin liegen zum Beispiel bei den Beziehungen zu Gleichaltrigen und zur Familie auf den letzten Plätzen, während in dieser Dimension ein anderer Stadtstaat - Hamburg - vorn liegt.
  • In Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verlassen doppelt so viele Schüler die Schule ohne Abschluss wie in Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland. Die gemessenen Schulleistungen sind insgesamt aber gestiegen. Gleichzeitig dokumentiert die Studie jedoch einen starken negativen Einfluss von Arbeitslosigkeit der Eltern, mangelnden Ausbildungsplätzen sowie relativer Armut auf den Schulerfolg. In Bundesländern mit einem hohen Anteil von arbeitslosen Eltern und Alleinerziehenden sind auch die Schulleistungen der Kinder eher schlecht.
  • Legt man die regionalen Einkommensunterschiede und Lebenshaltungskosten zugrunde, wird die Kinderarmut in den westdeutschen Bundesländern unterschätzt und in den ostdeutschen überschätzt.
  • Alleinerziehende Frauen mit kleinen Kindern sind wirtschaftlich trotz leichter Verbesserungen weiter stark benachteiligt. Ihr Einkommen liegt rund 40 Prozent niedriger als das aller anderen Familien.

Nationale Unterschiede zum Teil größer als internationale

Im Vergleich zu früheren Studien kommen die Forscher zu einem erstaunlichen Schluss: "Die Unterschiede sind in einzelnen Dimensionen zwischen den Bundesländern sogar größer als die zwischen einzelnen OECD-Staaten." Nationale Durchschnittswerte - etwa zu Kinderarmut - seien daher nur begrenzt aussagekräftig. "Für eine wirksame Kinder- und Jugendpolitik müssen diese um regionale und kommunale Analysen ergänzt werden", fordern die Autoren der Studie. Laut UNICEF wachsen 14 Prozent der Kinder in Deutschland in "relativer Armut" auf.


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