Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Soziologin: Kinder bringen Arbeitsteilung durcheinander

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Soziologin: Kinder bringen Arbeitsteilung durcheinander

09.05.2012, 07:57 Uhr | dpa

Soziologin: Kinder bringen Arbeitsteilung durcheinander. Geld verdienen und Haushalt - wie kann man die Arbeit gerecht verteilen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geld verdienen und Haushalt - wie kann man die Arbeit gerecht verteilen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kind oder Karriere? Wenn Paare Nachwuchs bekommen, müssen sie meist zum ersten Mal entscheiden, wer sich um den Haushalt kümmert und wer das Geld verdient. Tomke König, Soziologin an der Universität Bielefeld, hat in ihrem Buch "Familie heißt Arbeit teilen" untersucht, wie Paare damit umgehen. Die "Hausfrau und Mutter" gibt es ihr zufolge zwar noch. Oft versuchten Paare aber auch, es anders zu machen, sagt König in einem Interview.

Sie haben Paare aus unterschiedlichen sozialen Milieus interviewt. Bei manchen blieb nach der Geburt eines Kindes die Frau zu Hause und der Mann ging arbeiten. Wie fühlten sich diese Paare?

König: "Viele der nicht-erwerbstätigen Hausfrauen sind mit ihrer Situation sehr unzufrieden und wollen die Hausarbeit nicht mehr alleine erledigen. Das ist im Vergleich zu früheren Zeiten ein interessantes Ergebnis, weil Untersuchungen in den 1970er-Jahren gezeigt haben, dass die Frauen die Hausarbeit unsichtbar erledigen mussten und der Mann damit nicht in Berührung kam. Und die Alleinernährer merken auch, dass sie einen hohen Preis zahlen, dass sie nämlich keine Zeit für ihre Kinder haben. Das heißt, bei den traditionellen Paaren tritt Unzufriedenheit auf."

Geburtsterminrechner 
Wann kommt mein Kind auf die Welt?

Rechnen Sie hier ganz einfach den ungefähren Termin der Geburt aus. mehr

Was passiert bei den Paaren, bei denen beide berufstätig sind und zu gleichen Teilen im Haushalt arbeiten?

König: "Früher wurde angenommen, dass die Doppelbelastung für die Frauen weniger wird, wenn die Männer sich auch am Haushalt beteiligen. Man kann aber sagen, dass die Doppelbelastung sich auf beide Partner ausweitet. Die Zeiten, in denen man nichts tut und sich von allen Arbeiten ausruht, sind für beide knapp bemessen. Positiv ist aber sicherlich, wenn alle alles machen, dass die Anerkennung für die geleistete Arbeit zunimmt."

Hat sich die Aufteilung erst durch das Kind verändert?

König: "Für viele Paare ist es vor der Familiengründung selbstverständlich, dass beide alles machen. Mit der Geburt eines Kindes ist das nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen. Paare müssen in diesem Moment nicht nur herausfinden, wer was machen möchte, sondern auch, was überhaupt möglich ist. Die Paare, die dies nicht explizit klären, merken häufig nach einer gewissen Zeit, dass sie in in einem Modell leben, welches sie gar nicht eingehen wollten. Ich haben den Satz 'Es hat sich so ergeben' häufig gehört."

Inwieweit unterscheidet sich das bei gleichgeschlechtlichen Paaren?

König: "Wenn sie zwei Frauen nehmen, die müssen von Anfang an darüber reden, welche die leibliche Mutter werden soll. Die müssen von Anfang an mehr verhandeln, weil die Geschlechterordnung ihnen keine komplementären Rollen zuordnet. Sie haben keine Möglichkeit, da hineinzustolpern."

Versuchen einige Paare denn nach einiger Zeit, ihr Modell wieder zu ändern?

König: "Wenn die Unzufriedenheit groß genug ist und es Vorstellungen darüber gibt, was sich ändern soll, dann schauen die Paare: Kann der Mann seine Arbeit reduzieren? Findet die Frau eine Teilzeitstelle? Gibt es für die Kinder in einem Kindergarten einen Ganztagsplatz? Das machen auch Paare, die mit 'alle machen alles' starten und dann an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen. Da sie auf die Anforderungen der Erwerbsarbeit wenig Einfluss nehmen können und der Spielraum für Erholung in der Familie einfach nicht ausreicht, müssen sie ihr Arrangement aufgeben."

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal