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UNICEF-Studie: Deutschland enttäuscht bei Kinderarmut

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Kinderarmut  

Studie: Enttäuschendes Ergebnis für Deutschland

29.05.2012, 11:45 Uhr | t-online.de

UNICEF-Studie: Deutschland enttäuscht bei Kinderarmut. In den letzten Jahren ist die Kinderarmut in Deutschland nur wenig gesunken. (Quelle: dpa)

In den letzten Jahren ist die Kinderarmut in Deutschland nur wenig gesunken. (Quelle: dpa)

Rund 30 Millionen Kinder wachsen in den 35 reichsten Staaten der Welt in relativer Armut auf, fast 1,2 Millionen davon leben in Deutschland. Ungefähr genauso viele Kinder in Deutschland entbehren notwendige Dinge wie regelmäßige Mahlzeiten oder Bücher. Dies sind die Ergebnisse der neuen UNICEF-Studie "Kinderarmut messen - Neue Ranglisten der Kinderarmut in den reichen Ländern der Welt".

Wo die Kinderarmut am höchsten ist

In der Studie wird unter anderem die Rate der Kinder im Alter von null bis 17 Jahren abgebildet, die in Haushalten mit einem Einkommen unterhalb der Hälfte des jeweiligen nationalen Mittelwerts leben. In der Tabelle wird die Kinderarmut jeweils in Klammern angegeben:

1. Island (4,7 Prozent)

13. Deutschland (8,5 Prozent)

25. Polen (14,5 Prozent)

2. Finnland (5,3 Prozent)

14. Frankreich (8,8 Prozent)

26. Portugal (14,7 Prozent)

3. Zypern (6,1 Prozent)

15. Malta (8,9 Prozent)

27. Japan (14,9 Prozent)

4. Niederlande (6,1 Prozent)

16. Belgien (10,2 Prozent)

28. Litauen (15,4 Prozent)

5. Norwegen (6,1 Prozent)

17. Ungarn (10,3 Prozent)

29. Italien (15,9 Prozent)

6. Slowenien (6,3 Prozent)

18. Australien (10,9 Prozent)

30. Griechenland (16 Prozent)

7. Dänemark (6,5 Prozent)

19. Slowakei (11,2 Prozent)

31. Spanien (17,1 Prozent)

8. Schweden ( 7,3 Prozent)

20. Neuseeland (11,7 Prozent)

32. Bulgarien (17,8 Prozent)

9. Österreich (7,3 Prozent)

21. Estland (11,9 Prozent)

33. Lettland (18,8 Prozent)

10. Tschechien (7,4 Prozent)

22. Großbritannien (12,1 Prozent)

34. USA (23,1 Prozent)

11. Schweiz (8,1 Prozent)

23. Luxemburg (12,3 Prozent)

35. Rumänien (25,5 Prozent)

12. Irland (8,4 Prozent)

24. Kanada (13,3 Prozent)

Kinderarmut geht in Deutschland leicht zurück

Das UNICEF-Forschungsinstitut in Florenz hat für die vorliegende Untersuchung die neuesten erhältlichen Daten ausgewertet - die meisten davon stammen allerdings aus dem Jahr 2009. Für den Vergleich der Einkommensarmut von Familien mit Kindern lagen Daten aus den EU-Staaten und sechs weiteren OECD-Ländern vor. Seit der Vergleichsuntersuchung von 2005 hat sich Deutschland leicht verbessert. Anders als in den meisten Staaten sank hier der Anteil von Kindern, die in einkommensschwachen Haushalten aufwachsen, von 10,2 Prozent (2005) auf 8,5 Prozent (2009).

Ohne Kindergeld, Steuererleichterungen und Sozialleistungen hätte die Armutsrate in Deutschland unter Familien mit Kindern 2009 bei 17 Prozent gelegen - doppelt so viel wie die gemessenen 8,5 Prozent. Deutschland gehört so zu den zehn Staaten, in denen Kinderarmut seltener vorkommt als Armut unter Erwachsenen. Doch andere Länder tun deutlich mehr, um die materielle Situation von Kindern zu verbessern. Vergleicht man die Rate der Kinderarmut vor und nach staatlichen Maßnahmen, so verringern Irland, Ungarn und Großbritannien den Anteil von Kindern in Armut am deutlichsten.

"Es ist enttäuschend"

Neben der relativen Einkommensarmut dokumentiert UNICEF mit Hilfe eines so genannten Deprivationsindex erstmals auch umfassend absolute Mangelsituationen von Kindern. Insgesamt schneidet Deutschland bei diesem Vergleich - wie schon in früheren Studien - nur mittelmäßig ab.

"Es ist enttäuschend, dass Deutschland es nicht schafft, die materiellen Lebensbedingungen für Kinder entscheidend zu verbessern", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. "In Zeiten der Haushaltskonsolidierung tut es besonders Not, gezielt die am meisten benachteiligten Kinder zu unterstützen. Bund, Länder und Kommunen müssen sich gemeinsam klare Ziele mit Zeitangaben setzen, um Armut und Ausgrenzung Schritt für Schritt abzubauen. In reichen Industrieländern sollte kein Kind notwendige Dinge entbehren müssen."

Deutschland deutlich hinter wirtschaftlich ähnlich starken Nationen

Der Deprivationsindex erfasst insgesamt 14 verschiedene Güter oder Angebote wie ein Platz für Hausaufgaben, Internetanschluss oder Freizeitaktivitäten zum Beispiel in einem Sportverein und soll so die Lebenswirklichkeit armer Kinder in reichen Ländern konkreter abbilden. Grundlage ist eine repräsentative Erhebung der Europäischen Union, für die 125.000 Haushalte erstmals nach Daten zu Kindern befragt wurden. Rund 13 Millionen Kinder in 29 Industrieländern entbehren mehr als zwei dieser grundlegenden Dinge. Dies wird als Hinweis auf eine besondere Mangelsituation bewertet. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 8,8 Prozent.

Beim Ländervergleich der Mangelsituationen belegt Deutschland Platz 15 von 29 Ländern und schneidet deutlich schlechter ab als Dänemark (2,6 Prozent) oder Schweden (1,3 Prozent), obwohl die Länder hinsichtlich des Pro-Kopf-Einkommens und der wirtschaftlichen Entwicklung auf einem ähnlichen Niveau liegen. Im Vergleich zu Schweden, das nach Island auf Platz zwei dieser Rangliste liegt, ist die Deprivationsrate hierzulande sogar fast sieben Mal höher. Besser als in Deutschland geht es auch Kindern in Großbritannien, obwohl dort die Pro-Kopf-Einkommen im Schnitt niedriger liegen als bei uns. Die höchsten Deprivationsraten finden sich in den ärmeren Staaten Europas wie Rumänien, Bulgarien und Ungarn.

Eins von 20 Kindern erhält keine tägliche warme Mahlzeit

Am häufigsten mangelt es Kindern in Deutschland an regelmäßigen Freizeitaktivitäten (6,7 Prozent). Nahezu eins von 20 Kindern muss auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten (4,9 Prozent). 4,4 Prozent der Mädchen und Jungen haben keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen können. 3,7 Prozent der Kinder besitzen höchstens ein einziges Paar Schuhe. 3,1 Prozent der unter 16-Jährigen erhalten nie neue Kleider und drei Prozent leben in einem Haushalt ohne Internetanschluss. Besonders häufig entbehren Kinder in Deutschland wichtige Dinge, wenn die Eltern arbeitslos sind (42,2 Prozent) oder wenn sie einen niedrigen Bildungsabschluss haben (35,6 Prozent).

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