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Tipps gegen Chaos in der Familie

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Stressbewältigung  

So übersteht man Chaoszeiten in der Familie am besten

29.08.2012, 17:32 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Tipps gegen Chaos in der Familie. Totales Chaos in der Familie: Verlieren Sie sich nicht selbst aus den Augen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Totales Chaos in der Familie: Verlieren Sie sich nicht selbst aus den Augen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Täglich grüßt das Murmeltier. So fühlen sich Familien, wenn sie wieder in der Falle der Chaoszeiten gefangen sind: morgens, wenn alle wegmüssen, mittags, wenn die Kinder heimkommen und abends, wenn sie ins Bett gehen (sollen). Plötzlich bricht das totale Chaos aus, jeder will zuerst und die Nerven liegen blank. Ganz vermeiden lässt sich das nicht. Doch es gibt ein paar Tricks, mit denen Eltern Ordnung ins Chaos bringen.  

"Manchmal, wenn die Tür hinter allen zu ist, muss ich mich erst mal setzen. Da ist man gerade mal eine Stunde wach und schon völlig am Ende", beklagt sich Johanna. "Und mittags geht’s dann gleich wieder weiter. Ich bin grad erst von der Arbeit zurück, zaubere irgendein schnelles Mittagessen und bräuchte selbst mal fünf Minuten für mich." Doch ihre zwei Schulkinder stürmen ins Haus, wollen sofort, aber wirklich sofort ihre ganzen Erlebnisse loswerden und manchmal auch ihren Frust. "Da brauch' ich schon viel Geduld. Ich versuch mir dann immer zu sagen: Jetzt erst mal die Kinder und dann du. Denn wenn sie dann Hausaufgaben machen, dann kann ich ja in Ruhe mal einen Tee trinken und durchschnaufen."

Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, in dieser Form Prioritäten zu setzen, um dem Chaos Herr zu werden. "Allerdings", so Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), "darf man dabei sich selbst nicht aus den Augen verlieren. Nicht immer sollten Kinder an erster Stelle stehen."

Gelegentlich versteckt sich hinter dem Chaos ein Paarproblem

Mütter neigen dazu, sich selbst zurückzustellen, den Kindern zuliebe. "Statt nach einem nicht umzusetzenden Perfektionismus zu streben, käme es vielmehr auf den Mut zur Unvollkommenheit an, denn Unvollkommenheit ist menschlich", beruhigt der Bestsellerautor Jan-Uwe Rogge in seinem Buch "Ohne Chaos geht es nicht". Wenn zu dem Wunsch nach Perfektion auch noch Probleme mit dem Partner oder im Beruf dazukommen, wird aus dieser Mischung das reinste Pulverfass. "Manchmal liegt hinter dem täglichen Chaos nämlich ein ganz anderes Problem, das dem Elternteam die Ressourcen entzieht."

Das heißt nicht, dass jede Familie, in der täglich zu den Stoßzeiten das Chaos ausbricht, problembeladen sein muss. "Es gibt ganz unterschiedliche Familientypen. Wer selbst ein ganz ruhiger Typ ist, der wird sich in diesen Momenten auch ruhiger verhalten als jemand, der mehr Temperament hat," sagt Gerth. Aber auch wenn man zu dieser Elterngruppe gehört, muss man nicht in Selbstvorwürfen baden. Erstens schadet den Kindern das gelegentliche Chaos nicht und zweitens gibt es Strategien, es zu entschärfen.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Manchmal genügt es schon, eine halbe Stunde früher aufzustehen. Auch wenn es schwerfällt, der Erfolg ist durchschlagend. "Seit ich das mache, läuft bei uns morgens alles runder", berichtet die Dreifachmama Ute. "Bevor der erste seine Augen überhaupt aufschlägt, bin ich schon geduscht, habe meinen Kaffee getrunken und die Pausenbrote vorbereitet. Wenn jetzt noch was dazwischenkommt, habe ich immer noch genügend Zeitpuffer." Ein Tipp, den auch Gerth für wichtig hält. Zusätzlich rät er dazu, Prioritäten zu setzen und zum Beispiel das Aufräumen der Küche notfalls auf später zu verschieben. "Oft kann man den Zeitdruck nicht ganz rausnehmen, aber man kann viele Situationen entschärfen und für alle Familienmitglieder erträglicher gestalten."

Mangelndes Verständnis des Partners kann zum Minenfeld werden

Abends wird das meist noch schwieriger. Man ist müde und sehnt sich nach Ruhe. Es gibt wohl kaum eine Familie, die sich dem komplett entziehen kann. Es wird geknatscht, das Baby ist hungrig, die Englischvokabeln sitzen noch nicht und die Zahnbürste weigert sich angeblich hartnäckig, ihren abendlichen Dienst zu tun. Die häufige Folge: Das Geschrei ist groß und man selbst ist frustriert. Die Küche sieht - zum gefühlt zehnten Mal an diesem Tag - aus wie ein Schlachtfeld, im Wohnzimmer wartet noch ein Wäscheberg und man weiß jetzt schon, dass das mit dem "Tatort" auch heute wieder nicht klappen wird, weil in den Kinderzimmern immer noch keine Ruhe herrscht.

"Wenn dann auch noch mein Mann von der Arbeit kommt und fragt, was hier denn 'schon wieder' los sei und ob 'eine Bombe eingeschlagen' hätte, dann kann er froh sein, dass nicht zufällig ein Scheidungsanwalt in unserem Wohnzimmer steht", schmunzelt Johanna.

Sich gegenseitig unterstützen

"Das ist tatsächlich ein heißer Punkt in Beziehungen, denn hier treffen in diesem Moment Welten aufeinander", bestätigt auch der Diplompsychologe. "Hier ist der Respekt gefordert. Der Respekt des einen vor der Leistung des anderen." Der Tipp des Fachmanns: "Manchmal hilft es, wenn derjenige, der von der Arbeit kommt, erst einmal einen Spaziergang macht oder auch in Ruhe einen Kaffee trinken geht, sich so entspannt und dann zuhause dem anderen den nötigen Freiraum zum Durchschnaufen geben kann. Denn oft ist das Chaos einfacher zu bewältigen, wenn man sich die Aufgaben teilt und zum Beispiel da einspringt, wo der andere gerade mit seinen Möglichkeiten - für den Moment - am Ende ist."

Gemeinsam ist das Chaos leichter zu ertragen

"Das Leben mit Kindern ist voll von Spontaneität, die Intuition erfordert", betont Rogge. So manches Mal helfen ein bisschen frischer Wind und ein wenig Humor schon, um Chaos-Situationen zu entschärfen. Hier allerdings muss man aufpassen, dass der Humor nicht als Spott verstanden wird. Schließlich sind stressanfällige Zeiten im Familienleben immer auch hochexplosive Situationen.

"Finden Sie sich damit ab, dass Sie je nach Temperament, Verfassung und Lebensumständen immer wieder das Gefühl haben werden, alles sei zu viel, und Sie sich wie ein Häufchen Elend führen", tröstet Andrea Fischer Schulthess in ihrem Buch "Das ganz normale Familienchaos". Sie empfiehlt die Selbstironie. Am besten gemeinsam mit Freunden, von denen man weiß, dass sie gelegentlich ebenfalls in der Chaosfalle feststecken. Fehlt es im Moment an einem aufrichtigen Gesprächspartner mit ähnlichem Erfahrungshorizont, dann hilft auch mal ein Chatroom oder ein entsprechendes Forum im Netz, um sich selbst wieder zu erden und zu wissen, dass man mit dem Problem nicht allein ist. Und wer das Gefühl hat, sein Familienchaos so gar nicht mehr in den Griff zu bekommen, kann sich ganz unkompliziert und online an die Experten der bke (www.bke-elternberatung.de) wenden und sich weitere Tipps für den individuellen Einzelfall holen.

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