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Ende der klassischen Familie? Immer mehr Eltern unverheiratet

30.08.2012, 15:37 Uhr | dapd, dpa

Familie: Ende der klassischen Familie? Immer mehr Eltern unverheiratet. Familie: Steht die klassische Familie vor dem Aus? (Quelle: dpa)

Steht die klassische Familie vor dem Aus? (Quelle: dpa)

Ist die klassische Familie mit einem verheirateten Elternpaar ein Auslaufmodell? Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen bei Alleinerziehenden oder bei Paaren ohne Trauschein auf. Bei den Familienmodellen brechen die Unterschiede zwischen Ost und West immer weiter auf.

Zahl unverheirateter Eltern in 15 Jahren verdoppelt

Noch sind verheiratete Paare in der Mehrheit - insbesondere im Westen. Aber die Unterschiede der Familienformen in Ost und West sind auch mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung groß und in den vergangenen 15 Jahren sogar noch gewachsen. Das berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand von Zahlen aus dem Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa.

2011 waren die Eltern in 71 Prozent der Familien verheiratet. 15 Jahre zuvor waren es allerdings noch 81 Prozent. In jeder fünften Familie erzieht ein Elternteil den Nachwuchs allein (plus sechs Prozentpunkte). Und in fast jeder zehnten Familie leben die Eltern ohne Trauschein zusammen. 1996 war das nur in jeder 20. Familie so.

Heiratsmuffel und viele Alleinerziehende im Osten

Im Osten sind die Eltern deutlich seltener verheiratet als im Westen - und der Rückgang ist stärker. Nur noch in gut jeder zweiten Familie (54 Prozent) in den neuen Bundesländern leben die Eltern mit Trauschein zusammen. Viel weniger als in den alten Bundesländern, wo die Eltern in drei Vierteln der Familien Eheleute sind. Der Rückgang zwischen 1996 und 2011 war dabei im Osten mit 18 Prozentpunkten zugleich doppelt so stark wie im Westen mit neun Prozentpunkten.

Gestiegen ist im Osten des Landes die Zahl der Alleinerziehenden. In rund einem Viertel der ostdeutschen Familien kümmerten sich Vater oder Mutter alleine um die Kinder. 1996 waren es noch 18 Prozent. Auch im Westen gab es mehr Alleinerziehende. 2011 betrug ihr Anteil 18 Prozent im Vergleich zu 13 Prozent vor 15 Jahren.

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