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Elternzeit: Für Mütter kann sich Jobausstieg rächen

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Muffins statt Meetings - wie sich ein Jobausstieg für Mütter rächt

10.10.2012, 14:03 Uhr | Carina Frey, dpa, dpa

Elternzeit: Für Mütter kann sich Jobausstieg rächen. Babypause als Karrierekiller? Oft rächt sich ein langer Ausstieg aus dem Job.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Babypause als Karrierekiller? Oft rächt sich ein langer Ausstieg aus dem Job. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder oder Karriere? Elternzeit statt Vollzeitjob? Eigentlich sollte diese Fragestellung überholt sein, aber noch immer müssen berufstätige Frauen erhebliche Nachteile fürchten, wenn sie Mütter werden und länger aus dem Job aussteigen. Was das finanziell bedeutet, merken viele erst nach einer Trennung. Um gegenzusteuern, müssen Frauen von Anfang an mit zwei Parteien verhandeln: mit dem Chef und mit dem Partner.

Sie sind gut ausgebildet, haben ihren Job gerne gemacht und möchten wieder arbeiten. Stattdessen backen sie auf Spielplätzen Sandkuchen, wechseln Windeln und waschen Wäsche: Viele Frauen finden sich als Mütter für längere Zeit in der Hausfrauenrolle wieder - manche, weil sie es so möchten, und viele, weil sie irgendwie reinrutschen. Auch Frauen, die sich die Hausarbeit vorher mit ihrem Mann teilten, übernehmen sie als Mutter oft stillschweigend. Dabei gehen sie ein finanzielles Risiko ein, denn kommt es zur Trennung, stehen sie mit wenig Geld da. Deshalb ist es wichtig, früh mit dem Partner über Lösungen zu sprechen.

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Nicht auf Schutzschirm der Partnerschaft verlassen

"Der unerschütterliche Glaube, man sei durch eine Partnerschaft abgesichert und könne sich als Mutter längere Erwerbsunterbrechungen leisten, kann sich fatal auswirken", sagt die Soziologin Sabina Schutter vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. Was ist damit gemeint?

Steigen Frauen für Jahre aus dem Job aus, zum Beispiel, weil sie erst keine Betreuung für ihr Kind finden und dann ein zweites Kind bekommen, wird der berufliche Wiedereinstieg schwer. "Eine echte Falle ist, wenn man drei Jahre aus dem Job draußen ist", sagt Cornelia Spachtholz vom Verband berufstätiger Mütter (VBM) in Köln.

Nach der Trennung beginnen die Geldsorgen

Kommt es zu einer Trennung, müssen beide Partner selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen. Nach dem neuen Unterhaltsrecht haben zunächst die Kinder Anspruch auf Geld. Nur wenn davon genügend übrig ist, bekommen auch Ex-Frauen Unterhalt gezahlt. Der Anspruch auf Betreuungsunterhalt besteht bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Danach muss die Mutter selbst für sich sorgen. Eine Verlängerung ist möglich, hängt aber vom Ermessen des Richters ab. War die Frau lange ohne Job, ist es selbst für Hochqualifizierte schwer, neue Arbeit zu finden, sagt Schutter. Nach einer Trennung wird es finanziell also für viele Mütter eng.

Teilzeit - eine Sackgasse für Alleinerziehende

Doch selbst wenn Frauen einen Betreuungsplatz für ihr Kind finden, können sie häufig nur einen Teilzeitjob annehmen. Ihre finanzielle Situation ändert das kaum. Denn in Deutschland arbeiten teilzeitbeschäftigte Frauen so wenig wie in keinem anderen europäischen Land: Im Schnitt sind es 18,5 Stunden. Rund 20 Prozent der abhängig beschäftigten Frauen haben sogar nur einen 400-Euro-Job, zeigen Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Mit einem 400-Euro-Job, aber auch mit einer 18-Stunden-Stelle sei oft keine eigene Existenzsicherung möglich, erklärt Christina Klenner, Forscherin am WSI. Statistiken zeigten außerdem: Wer einmal in Teilzeit arbeitet, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei. Darüber hinaus bedeutet Teilzeitarbeit in den meisten Fällen das Karriereende. Die Frauen kämen nie wieder auf das Gehalt, das sie hätten, "wenn sie ununterbrochen Vollzeit gearbeitet hätten."

Doppeltes Karriereende riskieren oder Kindebetreuung teuer bezahlen?

Doch was können Frauen tun, die Kinder, Job und Haushalt unter einen Hut bringen müssen? "Im ersten Schritt ist es wichtig, mit dem Partner über die Problematik zu sprechen", rät Schutter. "Ich bin immer wieder erstaunt, wie blauäugig Frauen auf Erwerbsarbeit verzichten und denken: 'Es geht schon alles gut.'" Eine Möglichkeit ist, dass auch der Vater seine Arbeitszeit reduziert und sich um die Kinder kümmert. Das schafft der Frau Freiräume, mehr zu arbeiten, und das Risiko wird geteilt. Doch das bedeutet häufig auch für ihn das Karriereende. "Teilzeit wird in Deutschland immer noch mit wenig beruflichem Engagement assoziiert", sagt Christina Klenner vom WSI.

Alternativ können Eltern früh nach einer umfassenden Kinderbetreuung suchen, so dass beide Vollzeit arbeiten können. Das verlangt sehr gute Organisation - und die Belastung ist für beide Elternteile hoch.

Schon vor der Elternzeit den Wiedereinstieg regeln

Steigen Frauen vorübergehend aus dem Job aus, sollten sie laut Spachtholz am besten schon vor der Elternzeit mit ihrem Chef den Wiedereinstieg planen. Gibt es die Möglichkeit, über einen Newsletter auf dem neusten Stand zu bleiben? Sind Fortbildungen nötig? "Frauen sollten versuchen, möglichst auf ihren alten Vertrag zurückzukehren", rät Spachtholz. Bekommen sie einen neuen Teilzeitvertrag, hätten sie kein Recht, später aufzustocken.

Genauso wichtig ist es, mit dem Partner zu klären, wie die Familienarbeit geteilt werden kann. Und schließlich gilt es, eine Regelung zu treffen, wie die Frau finanziell abgesichert werden kann, wenn sie für die Familie im Job kürzertritt. Sabina Schutter rät zu einem Ehevertrag: "Darin kann man zum Beispiel festhalten, dass der Mann im Fall einer Trennung länger zahlt."

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